Wissenschaft

Niederrangiges Orang-Utan Männchen ohne Backenwülste (links) und dominantes Männchen mit Backenwülsten (rechts), Tanjung Puting Nationalpark, Indonesien.

Die Vorlieben weiblicher Orang-Utans

LEIPZIG. (hpd/mpg) Anders als bei den meisten Säugetieren gibt es bei männlichen Orang-Utans zwei unterschiedliche morphologische Typen: Einige entwickeln in ihren Gesichtern "Backenwülste", andere nicht. Ein Forscherteam unter der Leitung von Graham L. Banes und Linda Vigilant vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig untersuchte den Fortpflanzungserfolg von Kusasi, dem ehemaligen dominanten Männchen in Camp Leakey im Tanjung Puting Nationalpark in Indonesien, und verglich ihn mit dem Erfolg nicht dominanter Männchen ohne Backenwülste.

Drei männliche Schimpansen aufgeregt rufend auf einer Lichtung, Hoima-Distrikt, Uganda.

Schimpansen arrangieren sich mit dem Verlust von Wäldern

LEIPZIG. (hpd/mpg) Das Sammeln von Kotproben und die Analyse des darin enthaltenen Erbguts brachte ein Forscherteam auf die Spur einer unerwartet großen Schimpansenpopulation: Etwa dreimal so viele Tiere wie erwartet leben in zerstückelten Waldgebieten in der Nähe menschlicher Siedlungen in Uganda. Schimpansen scheinen also, zumindest auf kurze Sicht, besser mit der Lebensraumverschlechterung umgehen zu können als bisher angenommen.

Bonobo-Mädchen im Berliner Zoo

Die Baby-Piepser der Bonobos

BERLIN. (hpd) Junge Eltern meinen oft genau zu wissen, warum ihre Säuglinge ihre Pieps-Laute ausstoßen. Warum es die Bonobos im Kongo tun, wissen die Forscher der Universitäten Birmingham und Neuenburg Zanna Clay, Jahmaira Archbold und Klaus Zuberbühler nicht. Die Laute werden von diesen Primaten zu den vielfältigsten Anlässen ausgestoßen, beobachteten sie, und genau deshalb sehen die drei Wissenschaftler in ihnen einen Schritt zur Sprache.

Sender können Tiere vor Wilderei schützen

RADOLFZELL. (hpd/mpg) Die Tötung des Löwen Cecil durch einen Großwildjäger in Simbabwe hat weltweit Empörung ausgelöst. Forscher der Universität Oxford hatten das Tier mit einem Senderhalsband ausgestattet, um so sein Verhalten besser beobachten zu können. Nur dank dieses Senders konnte der Tod Cecils aufgeklärt werden.

Die Kamelhalsfliege, die Verflixte

BERLIN. (hpd) Was sind eigentlich Arten? Warum werden heute so viel mehr entdeckt als früher? Nützt das dem Artenschutz? Mit diesen Fragen, nicht nur mit Artnamen, beschäftigt sich Michael Ohl in seinem Buch "Die Kunst der Benennung". Er ist Insektenforscher, Taxonom, also Spezialist für Artenbestimmung am Naturkundemuseum in Berlin, und Evolutionsbiologe an der Humboldt-Universität zu Berlin.

DVD

Lichtschalter auf DVD

BERLIN. (hpd/mpg) In DVDs steckt möglicherweise mehr als bisher angenommen. Das Material aus Germanium, Antimon und Tellur, in dem die Datenträger Information speichern, könnte sich nämlich auch als extrem schneller Lichtschalter für die optische Kommunikation oder Datenverarbeitung eignen. Das hat ein internationales Team um Forscher des Berliner Fritz-Haber-Instituts der Max-Planck-Gesellschaft und vom ICFO-Institut de Ciències Fotòniques in Barcelona herausgefunden.

Vergleich Erde/Kepler 452b

Ein Tag auf Kepler-452b

BERLIN. (hpd) Das Kepler-Teleskop der US-Raumfahrtbehörde NASA hat ihn entdeckt: Kepler-452b. Der "größere und ältere Cousin der Erde" ist zwar 1.400 Lichtjahre entfernt, soll aber unserem Planet sehr nahe sein – er liegt in der bewohnbaren Zone nahe eines sonnenähnlichen Sterns, könnte also die Bedingungen für das Entstehen von Leben bieten. hpd-Gesellschaftskolumnist Carsten Pilger fragt sich, wie intelligentes Leben auf einem erdähnlichen Planeten aussähe.