Klassenzimmer

Zwangsheirat: Wenn nach den Sommerferien Stühle frei bleiben

Die Ferien haben begonnen oder stehen in Kürze bevor. Für die meisten Kinder ist das mit Freude verbunden. Doch nicht für alle. Unter dem Vorwand eines Urlaubs oder eines Familienbesuchs werden jedes Jahr vor allem Mädchen ins Ausland gebracht und dort gegen ihren Willen verheiratet. Deshalb klärt die Frauenrechtsorganisation Terre des Femmes an Schulen auf. Zwangsverheiratungen sind weder für Schülerinnen und Schüler noch für Lehrkräfte ein unbekanntes Phänomen. Dennoch greifen Gesetze oder Hilfsangebote oft nicht rechtzeitig.

Das Bildungssystem braucht die Bazooka!

Die Coronakrise hat die bereits bestehende Krise des deutschen Bildungssystems dramatisch verschärft. Einer ganzen Generation von Schülerinnen und Schülern droht ein dramatischer Verlust an Bildung, wenn nicht schnell reagiert und der ausgefallene Unterricht kompensiert wird. Doch bislang lassen sich wenig Bemühungen seitens der Politik erkennen, die dem Ernst der Lage gerecht werden.

Symbolbild

Umfrage zeigt Sorge vor radikalem Islam

Eine Mehrheit (66 Prozent) der Bevölkerung macht "Rechtsextreme" für die steigende antisemitische Gewalt verantwortlich – gleichzeitig aber halten 53 Prozent auch "radikale Islamisten" für die Ursache. Das zeigt eine gemeinsame Studie der Alice Schwarzer Stiftung, der Giordano-Bruno-Stiftung und des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB). Dafür wurden vom Institut für Demoskopie Allensbach repräsentativ rund 1.000 Personen zu ihren Einstellungen zum Islam und Islamismus befragt.

Atheismus: Eine Kritik der Kritik, auf philosophischem Niveau

Auch am Atheismus gibt es Kritik von theologischer Seite, die wiederum von dem Philosophie-Professor Winfried Schröder einer kritischen Prüfung unterzogen wird. Sein Buch "Atheismus. Fünf Einwände und eine Frage" beeindruckt durch inhaltliches Differenzierungsvermögen und argumentative Stärke, wobei es polemische Spitzen und schlichte Vereinfachungen vermeidet.

Betreutes Denken vs. Desinformation

Die letzten Monate haben gezeigt, dass unsere Demokratien durch eine mediengetriebene Polarisierung in ernsthafte Vertrauenskrisen geraten können. Wenn wir Meinungsfreiheit und Grundrechte weiter schützen wollen, dann liegt ein Haufen Arbeit vor uns: Wir müssen auf breiter Basis klären, was "schädliche Inhalte" sind und ob und wie wir sie regulieren sollten. Wir müssen klären, wo genau Meinungsfreiheit Grenzen hat. Und wir müssen den Mut aufbringen, unsere Diskurs- und Medienräume sinnvoll zu gestalten. Peder Iblher bringt dazu sieben Beispiele und Vorschläge.

"Vegan ist Unsinn!"

Nicht erst seit der Corona-Pandemie hat sich die Nachfrage nach pflanzenbasierten Lebensmitteln deutlich erhöht. Doch nicht nur "Veggie" boomt, sondern auch die Vehemenz, mit der Argumente gegen eine pflanzenbasierte Ernährung vorgebracht werden. In ihrem Buch "Vegan ist Unsinn!" setzen sich die Autoren Niko Rittenau, Patrick Schönfeld und Ed Winters mit den populärsten Argumenten gegen den Veganismus inhaltlich gründlich auseinander.

Klemmbausteine

USA: Divers-Lego versetzt Millionen Mütter in Furcht

Seit es Legofiguren gibt, sind sie eine Aufforderung an Kinder, mit Identitäten zu spielen. Geschlechtskonzepte aufzulösen. Körperkonzepte durcheinanderzuwirbeln. Der Kopf mit dem Stoppelbart landet auf einer Feenfigur, ein Oberkörper geht unten als Mauerstein weiter, aus dem nächsten Kopf wächst ein Blumenstrauch etc.

Amed Sherwan

Queer durchs Land

Der religionskritische Blogger und Aktivist Amed Sherwan läuft gerade "Queer durch Deutschland", um Spenden für ein selbstorganisiertes LGBTI-Projekt in Irakisch-Kurdistan zu sammeln. Queere Menschen sind dort nämlich zunehmend den Repressionen von fundamentalistischen Gruppen ausgesetzt und auf Unterstützung angewiesen.

Gedenken an die ermordeten Redakteure

Keine Mohammed-Bilder mehr im Unterricht

In Großbritannien besprach ein Lehrer im Rahmen des Religionsunterrichts das Thema Blasphemie mit Hilfe der Mohammed-Karikaturen der französischen Satirezeitschrift Charlie Hebdo. Nach Eltern-Protesten ließ die Schule den Lehrer vorläufig suspendieren und den Sachverhalt extern prüfen. In Zukunft sollen an der Schule keine Abbildungen des Propheten Mohammed mehr verwendet werden. Die Suspendierung des Lehrers wurde vor wenigen Tagen aufgehoben, jedoch mussten er und seine Familie aufgrund von Drohungen inzwischen untertauchen.

Polnische SchülerInnen wählen "Reli" ab

Die katholische Kirche in Polen ist LGBT-feindlich und unterstützt das weitgehende Abtreibungsverbot. Kein Wunder, dass ihr die Schäfchen scharenweise davonlaufen. Nicht nur die Kirchenaustritte häufen sich, auch die junge Generation kehrt dem Kreuz den Rücken. In der Stadt Krakau hat sich laut einer aktuellen Befragung fast die Hälfte der Schülerinnen und Schüler an weiterführenden Schulen vom katholischen Katechismus-Unterricht abgemeldet, Tendenz steigend.

Zoff um "Islam-Landkarte" des Integrationsministeriums

Die Dokumentationsstelle Politischer Islam stellt eine Landkarte mit über 600 muslimischen Organisationen, Gemeinden und Moscheen in Österreich online. Daraufhin hagelt es Kritik von Islamverbänden und dem Europaratsbeauftragten Daniel Höltgen, der angesichts des Veröffentlichkeitszeitpunkts darauf hinweist, die Karte bediene antimuslimische Ressentiments.

Termine

Das Tier in Dir!

Kinderführung am Evolutionsweg in Düsseldorf

Mehr aus den Rubriken

Polizeiabsperrung (Symbolbild)

Attentäter von Schongau: Frauenfeindlichkeit und Antisemitismus

Nach übereinstimmenden Medienberichten soll ein dem mutmaßlichen Täter des Messerangriffs an einem Gymnasium in Schongau zugeschriebenes Manifest von Frauenhass, Antisemitismus und der Verherrlichung rechtsextremer Gewalttäter geprägt sein. Der Fall verdeutlicht, welche Rolle digital vernetzte Radikalisierungsräume bei der Entstehung extremistischer Gewalt spielen können und vor welche Herausforderungen sie Sicherheitsbehörden stellen.

Mutter mit Kind

Politische Amnesie – zur Sozialhistorie des Unterhaltsvorschussgesetzes

Es gibt politische Entscheidungen, die so zwingend waren, dass man sich heute fragt, warum man sie überhaupt erklären soll. Die Einführung des Unterhaltsvorschusses gehört zu diesen Entscheidungen. Sie war kein Experiment, kein „Instrumentenkasten“, kein sozialpolitischer Luxus. Sie war eine Reaktion auf eine Realität, die so offensichtlich war, dass man sie kaum übersehen konnte – damals. Heute dagegen scheint sie aus dem kollektiven Gedächtnis verschwunden zu sein, als hätte es diese Realität nie gegeben.

Brandenburger Tor in Berlin, in Regenbogenfarben angestrahlt, nach dem Anschlag vom 25.07.2026.

Zwischen Beileid und Reflexen – Warum wir nach Berlin eine ehrliche Religionskritik brauchen

Nach dem islamistischen Anschlag auf den CSD in Berlin greifen die gewohnten politischen Reflexe aus Relativierung, Schuldzuweisungen und Wahlkampf-Spekulationen. Doch das fatale Ritual verfehlt den Kern des Problems: die fundamentalistisch-religiöse Ablehnung der freien Gesellschaft. Um diese wirksam zu bekämpfen, braucht es weder Pauschalverurteilungen noch falsche Rücksichtnahme, sondern eine ehrliche und konsequente Religionskritik.

Aktionskunst von „Extinction Rebellion“

Willkommen in der Hölle

Die Hitzewelle von Ende Juni hat europaweit historische Temperaturrekorde gebrochen und eine fünfstellige Zahl an Menschen getötet. Laut Robert-Koch-Institut starben in Deutschland innerhalb von zwei Wochen über 6.000 Menschen an der Hitze. Gut, dass wir die Dringlichkeit der Situation mittlerweile alle begriffen haben. Haben wir nicht? Tragisch – aber immerhin gut für die Rentenkasse.

Evolution vs. Bibel

Wie evangelikale Schulen in die Bildungslandschaft drängen

Die Bibel, traditionelle Geschlechterrollen, ein bisschen Schöpfungslehre und mitunter kommen die Lehrkräfte zu Besuch im Elternhaus – mit diesem Konzept werben die evangelikalen „Georg-Müller-Schulen“ (GMS) bei den Eltern von Kindern und Jugendlichen. Den Schülern in der westfälischen Stadt Halle bleiben derartige Lehrinhalte vorerst erspart: Vergangene Woche stimmte der Stadtrat mit knapper Mehrheit gegen den Prüfungsantrag zur Errichtung einer Werkrealschule der GMS. Dies geschah nicht etwa aus der Überzeugung, dass Schulen weltanschaulich neutral sein sollten, sondern weil es bereits genug weiterführende Schulen im Ort gebe. Der Vorstoß des evangelikalen Trägervereins wirft gleichwohl ein bezeichnendes Licht auf religiös-ideologische Akteure in der deutschen Schullandschaft.

Danger Dan

Ist das von der Kunstfreiheit gedeckt?

Der abgesagte ZDF-Auftritt von Danger Dan und Igor Levit hat eine heftige Debatte über Kunstfreiheit, politische Verantwortung und die Grenzen künstlerischer Provokation ausgelöst. Im Zentrum steht der neue Song „Keine Angst“, dessen Text von den einen als antifaschistische Kunst, von den anderen als gefährliche Radikalisierung und impliziter Gewaltaufruf gelesen wird. Der Fall wirft die grundsätzliche Frage auf, wo die Grenze zwischen legitimer Kunstfreiheit und gesellschaftlicher Verantwortung öffentlich-rechtlicher Sender verläuft.

öffentliche Debatte (Symbolbild)

Gegen die Abschaffung der Öffentlichkeit

Die erste Ausgabe der Zeitschrift Materialien und Informationen zur Zeit (MIZ) in diesem Jahr ist erschienen. Darin: der Öffentliche Raum unter Druck und ein Blick auf christliche Fundamentalisten, während die Kirchen immer weiter an Bedeutung verlieren.

Demo gegen Käfighaltung vor dem Brandenburger Tor

Protest für ein Ende der Käfighaltung

Gemeinsam mit „Vier Pfoten“, dem „Deutschen Tierschutzbund“, „Provieh“ und „Animal Society“ hat die „Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt“ am Mittwoch mit einer Protestaktion, Redebeiträgen und der Übergabe eines Offenen Briefes an ein Versprechen erinnert, das inzwischen fünf Jahre alt ist: Die Europäische Kommission wollte konkrete Gesetzesvorschläge vorlegen, um die Käfighaltung in der Europäischen Union schrittweise zu beenden.

Bedrohte Demokratie

Die Demokratie und die Überforderung durch das Netz

Steffen Mau hat in seiner Analyse „Die vielen Krisen der Demokratie“ präzise seziert, woran die liberale Demokratie derzeit krankt. Seine Bestandsaufnahme ist zutreffend – aber dennoch unvollständig. Denn sie benennt zwar die Symptome, nicht aber die wohl wichtigste gemeinsame Ursache der gegenwärtigen Verwerfungen.

Friedhof

Manche gingen leider für immer

In diesem Jahr feiert der Humanistische Pressedienst (hpd) sein 20-jähriges Jubiläum und lässt Ereignisse aus dieser Zeit Revue passieren. Der frühere Chefredakteur Frank Nicolai arbeitet seit Mitte 2009 für den hpd und hat seitdem viele Menschen im Umfeld der Redaktion kommen und gehen sehen. Manche gingen leider für immer. Eine persönliche Rückschau.

Verwaltungsgericht Ansbach

Einem Atheisten wurde die Flüchtlingseigenschaft zuerkannt

Im April 2024 reiste ein Mann aus Afghanistan in die Bundesrepublik Deutschland ein und stellte einen Antrag auf Asyl. Wegen seiner Abkehr vom Islam fühlte er sich in seinem Geburtsland verfolgt. Ein Gericht gab ihm nun Recht. Unterstützung bekam der Kläger von der Säkularen Flüchtlingshilfe in Köln und dem Bund für Geistesfreiheit Bayern.

Neue und bisherige Geschäftsführung

Neue Geschäftsführung beim HVD Niedersachsen

Der Humanistische Verband Deutschlands (HVD) Niedersachsen hat ab morgen einen neuen Landesgeschäftsführer. Sebastian Kurtz übernimmt die Geschäftsführung des Landesverbands Niedersachsen von Catrin Schmühl, die sich nach rund sechs Jahren neuen beruflichen Aufgaben zuwendet.

Strafbefehl wegen erfundenen Mordanschlags

Der inzwischen beurlaubte Rektor der säkularen arabisch-deutschen Schule im Berliner Bezirk Neukölln Hudhaifa Al-Mashhadani hatte im November 2025 behauptet, Opfer eines versuchten Mordanschlags geworden zu sein. Nun wurde gegen ihn ein Strafbefehl wegen angezeigter falscher Verdächtigung erlassen.