Kükenschreddern

Küken in der Massentierhaltung bei der Einstallung
Küken in der Massentierhaltung bei der Einstallung

STEISSLINGEN. (hpd) Gerade in dieser Woche, da die Christenheit an die Passion des Jesus von Nazareth erinnert, sollten wir auch von einem anderen Leiden und Sterben sprechen, über das soeben in den Medien berichtet worden ist.

Jedes Jahr werden allein in Deutschland über 20 Millionen Eintagsküken bei lebendigem Leib geschreddert und zerhackt - weil sie männlich sind und wirtschaftlich uninteressant, denn sie werden keine Eier legen und gelten als Abfallprodukt, das entsorgt werden muss.

Noch kein einziger Papst hat sich zu solchen und ähnlichen Vorgängen der alltäglichen Tierfolter geäußert, von einer "Tier-Enzyklika" ganz zu schweigen. Vermutlich ist es den Päpsten egal, wie Menschen sich zu Lebewesen verhalten, die nach offizieller Lesart Gottes Geschöpfe sind. Haben wir wirklich keine Tränen für das Leid der Tiere?

Die Sozialpsychologin Melanie Joy aus Boston nennt das Verhalten der Menschen den Tieren gegenüber Karnismus. Damit meint sie ein grundsätzlich gewaltbereites Glaubenssystem: Wir sind mit der Vorstellung aufgewachsen, dass es grundsätzlich richtig ist, Tiere zu töten. Eine soziale Norm, an der kaum gerüttelt wird.

Der allgemeine Karnismus, ein System von erlernten Überzeugungen, das Tiere in die Kategorien essbar und nicht essbar, verwertbar und nicht verwertbar, wirtschaftlich wichtig oder unwichtig sortiert, soll dies erlauben. Ähnlich erlaubt soll es sein, sich von dem Mitgefühl für die betroffenen Tiere zu distanzieren und durchgängige Apathien einzuüben. Zu den wichtigsten Mechanismen gehören ein Prozess, der Tieren ihre Individualität nimmt, sowie die parallel verlaufende Abstraktion von Tieren zu Gruppen. Und männliche Eintagsküken bilden nun einmal eine solche Gruppe.

Individualität? Ist diese nicht von einer Kirche bestritten worden, die Tieren ausdrücklich eine Seele abgesprochen hat? Blieb die "Seele" nicht für die so genannte Krone der Schöpfung reserviert?

Das ist Treulosigkeit gegenüber den Tieren. Diese verhalten sich uns gegenüber hilfreich und freundlich. Wir nehmen ihre Dienste gern und ausgiebig in Anspruch. Doch wir nehmen diesen Dienst entgegen, als sei er selbstverständlich. Noch mehr: Wir verraten die Tiere Tag für Tag: Wir beuten sie aus und foltern sie sogar bis in ihren Tod hinein.

Würden Menschen behandelt, wie sie Tiere behandeln, sähen sie vielleicht ein, was sie gedankenlos, rücksichtslos, gefühllos an diesen tun. Solange "tierisch" ein abwertendes Adjektiv ist und "menschlich" keines, wissen wir, was zu tun ist. Tiere haben das Recht, ihre spezifische Identität zu verwirklichen, ihr Leben zu leben, ganz sie selbst zu sein. Dieses Recht wird ihnen nicht von den Menschen gewährt. Nur versagt.

Der gegenwärtige Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) hat im Übrigen angekündigt, bis Ostern einen Plan zum Stopp des Massentötens von Küken vorzulegen. Ein Schritt in die richtige Richtung.

Kommentare (21)

MA pol Dragan … (nicht überprüft)

Mo. 30 Mär 2015 - 20:44

Ich finde es nicht richtig den Begriff der Folter auf die Tierzucht anzuwenden. Ein kleiner Blick ins Lexikon zeigt, dass hier eher Stimmung gegen Menschen gemacht wird die eben Tiere essen. In einem anderen Kommentar hier bei HPD habe ich schon mal darauf hingewiesen. Am Ende einer "veganen" Gesellschafts-Entwicklung könnte das rechtliche Verbot des Essens von Tieren folgen und hier stellt sich die berechtigte Frage warum Menschen etwas verwehrt sein soll was anderen Tieren erlaubt sein soll. Als Mobbing-Berater stellen sich mir die Nackenhaare auf wenn Menschen für den Verzehr von Nahrungsmitteln - und sei es tierischer Herkunft - als Käufer von "Folter-Tier-Opfern" dargestellt werden. Eine solche Dramatisierug schadet meiner Meinung nach der ganzen Debatte, denn Eiferer und Sektierer haben wir schon genug in der Kirchengeschichte. Entweder das Thema Veganismus oder Vegetarismus läuft motivierend mit Humor und Aufklärung oder man soll es sein lassen. Manchmal pflege ich militanten Tierschützern mit Folter-Vokabular mitzuteilen (man sollte dieses Vokabular aber wie oben aufgezeigt als falsch entlarven und sich nicht auf Vergleiche einlassen): So wie Menschen gefoltert werden werden Tiere von der Nahrungsmittelindustrie nicht behandelt. Mein Blog: monotheismus.wordpress.com

Bastian K-H (nicht überprüft)

Di. 31 Mär 2015 - 12:00

Antwort auf von MA pol Dragan … (nicht überprüft)

Sie begehen hier den naturalistischen Fehlschluss und gleichzeitig argumentieren Sie unredlich mit einem "tu quoque". Nur weil etwas in der Natur vorkommt, ist es noch lange nicht ethisch korrekt, und nur, weil ein anderes Tier etwas macht, müssen wir es noch lange nicht auch machen. Löwen essen z.B. auch unter Umständen ihren eigenen Nachwuchs. Oder picken Sie sich nur die Rosinen dessen Verhaltens heraus? Sagen Sie dann auch, der Löwe darf das, warum sollten Menschen das nicht auch machen? Zudem geht es bei den Tieren ums nackte Überleben. Wenn diese nicht auch andere Tiere essen, sterben sie selbst. Außerdem haben sie einen komplett anderen Organismus. Den Kampf ums Überleben und den Zwang zum Fleisch- und Tierproduktkonsum gibt es beim Menschen (zumindest in den allermeisten Kulturkreisen) nicht. Durch Ihren Konsum an Tierprodukten sind Sie aber im Gegenzug sogar mittelbar für das Verhungern anderer Menschen verantwortlich, die das Futter unserer "Nutztiere" anbauen aber selbst nicht verzehren dürfen.

MA pol D. Pavlovic (nicht überprüft)

Di. 31 Mär 2015 - 13:10

Antwort auf von Bastian K-H (nicht überprüft)

Es handelt sich nicht um einen naturalistischen Fehlschluß! Weit gefehlt! Ich argumentiere rechtlich. Darüber hinaus gibt keine philosophische Begründung warum man Tiere nicht essen sollte, es gibt aber genausowenig eine philosophische Begründung warum man das tun sollte. Es kommt daher auf wechselseitige Toleranz an.

Thomas (nicht überprüft)

Di. 31 Mär 2015 - 17:19

Antwort auf von MA pol D. Pavlovic (nicht überprüft)

"Darüber hinaus gibt keine philosophische Begründung warum man Tiere nicht essen sollte"

Dann haben Sie Singers "Praktische Ethik" offenbar noch nicht gelesen. Das sollten Sie dringend nachholen, denn es handelt sich um eine der gewaltigsten Denkleistungen moderner Moralphilosophie. Eine fruchtbare Diskussion "tierethischer" Probleme ist schlechterdings unmöglich, ohne Singers Ethik studiert und verstanden (!) zu haben.

Hallo Thomas, man kann natürlich tierethisch diskutieren ohne Singer gelesen zu haben. Ich finde nur Singers Argumentation vermag mich nicht zu überzeugen. Da gibt es einige Gründe. Ich finde das Verhalten des Menschen gegenüber den Tieren wird stärker durch die psychische Verfaßtheit der Indivuduen und durch ökonomische Zwänge, bzw. Gegebenheiten bestimmt als von philosophischen Erwägungen, vor allem wenn man an Entgleisungen wie bewußter Tierquälerei denkt (solche Menschen quälen in der Regel auch sich selbst und andere Menschen, unterlaufen damit ohnehin alle modernen Standards). Die Gleichheitsethik Singers berücksichtigt nicht das Macht- und Interessengefälle zwischen zwei unterschiedlichen Spezies, bzw. die praktische Begrenztheit des Menschen genau in dieser Frage einer anderen Spezies unbedingt einen ebenbürtigen Rang einzuordnen ohne das diese dies auch Artikulieren kann. Plakativ gesagt, wenn der Mensch essen möchte oder essen muß und mächtig genug ist sein Interesse durchzusetzen so geschieht das. Gerade in Bezug auf die Ernährung (und nicht etwa auf späte Entwicklungen wie die moderne Massentierhaltung) war das schon immer der Fall. Oder mit Brecht ebenso plakativ gesagt - erst das Fressen, dann die Moral. Soviel zur Bedingtheit des Präferenzutilitarismus als lebenspraktische Philosophie. Letztenendes vermag ich kein ethisches Problem zu entdecken wenn Tiere von vornherein für den Verzehr gezüchtet werden. Sie existieren nur zu diesem Zweck hin. Hier bin ich in bester Gesellschaft mit Immanuel Kant: er sah den Menschen den Tieren gegenüber nicht verpflichtet, da Tiere im Gegensatz zu Menschen nicht um ihrer selbst willen da sind, sondern nur als Mittel. So steht es z.B. in der Zusammenfassung zur Animal Liberation bei Wiki, und das entspricht auch meiner Sichtweise. Tierschutz hat allerdings schon in vielen Ländern Einzug gehalten und alle diese Bestrebungen erscheinen mir sinnvoll. Um diese Entwicklung zu unterstützen, würde die Umsetzung von sozialen Bürgerrechten und elementaren Menschenrechten weltweit helfen, denn wenn Menschen inhumane Verhältnisse erleiden, haben sie kaum noch Empathie für Tiere!

Bastian K-H (nicht überprüft)

Mi. 1 Apr 2015 - 10:25

Antwort auf von MA pol D. Pavlovic (nicht überprüft)

"Hallo Thomas, man kann natürlich tierethisch diskutieren ohne Singer gelesen zu haben. Ich finde nur Singers Argumentation vermag mich nicht zu überzeugen." Sie haben Singer also nicht gelesen, meinen aber, dass seine Argumentation Sie nicht überzeugt? Das ist ein weiterer logischer Widerspruch. Singer fordert übrigens keine Menschenrechte für nicht-menschliche Tiere, aber Grundrechte für alle Lebewesen, das ist etwas anderes.

"vor allem wenn man an Entgleisungen wie bewußter Tierquälerei denkt". Ihr Tierkonsum ist bewusste Tierquälerei. Oder wissen Sie nicht, dass die Tiere unter der Haltung, dem Entreißen ihrer Kinder, der Verstümmelung (ohne Betäubung) und dem Töten weit vor ihrem natürlichen Todesalter leiden?

"Letztenendes vermag ich kein ethisches Problem zu entdecken wenn Tiere von vornherein für den Verzehr gezüchtet werden. Sie existieren nur zu diesem Zweck hin." Der größte Aprilscherz des Tages. Sklaven werden auch nur zu diesem einen Zweck verwendet und von Generation zu Generation weiterversklavt (auch heute noch). Also ist doch alles okay, oder? Die kennen es doch eh nicht anders.

MA pol D. Pavlovic (nicht überprüft)

Di. 31 Mär 2015 - 13:31

Antwort auf von Bastian K-H (nicht überprüft)

Natürlich muß jeder in einer Debatte darauf achten ob redlich argumentiert wird. Ich kann nur wiederholen: Der Folterbegriff wird meiner Meinung nach mißbraucht in dieser Debatte! Und er richtet schaden an und untergräbt die Glaubwürdigkeit. Die rechtliche Argumentation können Sie nicht umgehen und antworten darauf nicht. Geschriebene Verbote und ungeschriebene Gebote und Traditionen in der Eßkultur gibt es in jeder Gesellschaft. Die Anhänger des radikalen Veganismus können selbst nur auf Verständnis und Toleranz hoffen, versagen es aber den anderen wie ich jetzt immer öfter lerne. Ich erkenne hier ein Eiferertum welcher historisch besonders in unserem Kulturkreis schlecht ankommt. Selbst sehr arme Gesellschaften die sich kaum ernähren können haben nicht auf Ackerbau- _und_ Viehzucht verzichtet. Das Hungersnöte durch die Lebensmittelindustrie hervorgerufen werden ist völlig monokausal und in der Debatte irreführend. Es gibt hier unzählige Faktoren die den Hunger in der Welt beeinflussen.

Wie wäre es mit Kants Kategorischem Imperativ, der es verbietet? Zudem finden Sie dazu noch viele weitere Gedanken bekannter Philosophen. Aktuell beschäftigen sich wie gesagt Melanie Joy oder auch Peter Singer damit. Auch in Deutschland und der Schweiz (Sentience Politics) ist die GBS in diesen Themenbereichen aktiv.

Warum sollte ich außerdem etwas so intolerantes und unnötiges wie Tierkonsum ohne trifftigen Grund tolerieren? Sie sind doch selbst intolerant gegenüber dem (Weiter)Leben der Tiere. Ganz ähnliche Argumente haben damals übrigens auch die Sklavenhalter gebracht. Das war damals auch "Kultur". Oder, dass Frauen kein Wahlrecht hatten. Wenn alle damals alle wie Sie "argumentiert" hätten, wären Frauen heute noch nicht wahlberechtigt und Sklaven wären bei uns noch immer Alltag. Wenn niemand anfängt, ändert sich nichts.

MA pol D. Pavlovic (nicht überprüft)

Mi. 1 Apr 2015 - 00:06

Antwort auf von Bastian K-H (nicht überprüft)

Wenn Sie von diesen Philosophen wirklich gute Argumente lernen durften, dann setzen Sie diese auch in der Debatte ein, das wäre bereichernd. Frau Joys Argumentation finde ich nicht sonderlich bestechend (=nicht schlüssiger, moralisierender Gewaltvorwurf). Sie müssen mir gegenüber nicht tolerant sein, dann müssen Sie aber von mir auch keine Toleranz erwarten! Genau diese Einstellung kritisiere ich - wenn der Kampf für den Veganismus entgleist und menschenfeindliche Züge tragen sollte, bzw die Solidarität zum Menschen aufkündigt wird (=Eiferertum). Der Vergleich mit dem Sklavenhaltertum oder der Frauenemanzipation hinkt gewaltig. Zwischen Mensch und Tier gibt es ein viel größeres Machtgefälle als zwischen Menschen. Menschen haben schon große Schwierigkeiten überhaupt für ihresgleichen Fortschritte bei den Menschenrechten durchzusetzen - ich kann Ihnen daher nur viel Erfolg wünschen beim Kampf um die Tierrechte, es wird schwer genug sein. Ich stehe Ihrem Engagement nicht im Wege, wenn Sie allerdings in mir nur noch den schuldigen Käufer und Mittäter für den Nahrungserwerb gemorderter Tiere sehen können, weil ich Melanie Joys Argumentation problematisiere, dann schaden Sie sich selbst und Ihrer Bewegung.

MA pol D. Pavlovic (nicht überprüft)

Di. 31 Mär 2015 - 13:04

Antwort auf von MA pol Dragan … (nicht überprüft)

Passend thematisiert der Psychologe Prof. Dr. Hans Schauer ins Extreme überhöhte Tötungsverbote in der Diskussion Religion+Psychische Erkrankungen, Zitat: "Selbst unter Jägern und Sammlern gab es seit jeher Menschen, die im üblichen Sinn "verrückt" waren: Außenseiter, Sonderlinge, einfach Menschen, die nicht so waren wie die Anderen. Wenn etwa der Angehörige einer Sammler-Jäger-Gruppe die Selbstverständlichkeit, dass man keinen Stammesangehörigen töten darf, übertreibt zum Verbot, man dürfe überhaupt keinen Menschen, also auch keine Feinde (oder gar: keine Tiere!) töten, dann liegt nahe, dass seine Stammesangehörigen ihn als verrückt ansehen: "Weiß er denn nicht, dass wir davon leben, Tiere zu töten (außer unserem Totemtier)? Tiere töten ist doch etwas ganz Anderes als fremde Menschen oder gar - alle guten Geister mögen uns davor bewahren! - Stammesbrüder zu ermorden!". Ähnlich "verrückt" kann man mit den so ubiquitär verbreiteten Sexualtabus umgehen. Natürlich gilt: Du sollst deine Frau nicht unter den Angehörigen deiner Familie oder Sippe aussuchen, sondern beim Nachbarstamm. Aber doch nicht bei den ganz Fremden (die bringen dich um!), oder gar unter den Tieren, das tut doch kein rechter Mann!" - Eiferertum und Sektierertum dem anscheinend so mancher Veganer gerne folgt hat seinen Urpsprung in schizophrenen Erkrankungen wie man hier nachlesen kann: http://hansschauer.de/html/dir4/ch08s01_.html

Bastian K-H (nicht überprüft)

Di. 31 Mär 2015 - 15:33

Antwort auf von MA pol D. Pavlovic (nicht überprüft)

Erstens sind Menschen ebenfalls Tiere und zweitens: woher nehmen Sie eigentlich die Annahme, dass Menschen über den Tieren stehen? Wo nehmen Sie diese Berechtigung her, sich über sie zu stellen und über deren Leben zu entscheiden? Woher nehmen Sie diese Rechtfertigung? Aus der Bibel, dem Koran?

MA pol D. Pavlovic (nicht überprüft)

Di. 31 Mär 2015 - 23:18

Antwort auf von Bastian K-H (nicht überprüft)

Der Mensch steht ganz klar von seinen Fähigkeiten Macht auszuüben über den Tieren. Damit erklärt sich die Berechtigung ganz von selbst und wurde auch schon immer genau so gelebt. Wagen Sie den Umkehrschluß - aus welchem Grund _muß_ man denn seine Macht abgeben? Es können zwar Überlegungen vielerlei Art dazu führen diese freiwillig abzugeben aber dass hierfür Widerstände überwunden werden müssen ist z.B. im Verhältnis der Menschen untereinander schon ein großes Thema (Überwindung der Monarchie z.B.). Es gibt aber ganz einfach natürliche Machtverhältnisse - die der Eltern über ihre Kinder, der Gebildeten über den Ungebildeten, dass sind z.B. Mächte die auch Anarchisten problemlos akzeptieren. Und da mir Toleranz am Herzen liegt, hier noch ein Zitat zum Thema vom Philosophen Kelsos (175n.Chr.), eine Kritik an die Christen gerichtet: "Es gebe keinen Grund anzunehmen, die Welt sei um des Menschen willen geschaffen worden. Eher könne man sogar behaupten, sie sei um der Tiere willen da. Zwar würden die Tiere vom Menschen gejagt und verspeist, aber das Umgekehrte komme auch vor und sei früher – bevor die Menschen Waffen, Netze und Jagdhunde einführten – sogar der Normalfall gewesen. Daher scheine Gott eher die Raubtiere bevorzugt zu haben, da er ihnen ihre Waffen schon mitgab. In Wirklichkeit sei die Welt jedoch eine Gesamtheit; es sei nicht einer ihrer Teile um des anderen willen da oder eine Gattung von Lebewesen wegen einer anderen geschaffen, sondern jeder Teil bestehe unmittelbar im Hinblick auf das Ganze."

Bastian K-H (nicht überprüft)

Mi. 1 Apr 2015 - 10:16

Antwort auf von MA pol D. Pavlovic (nicht überprüft)

NOCHMAL: Der Mensch IST ein Tier. Der Mensch kann also nicht ÜBER den Tieren stehen, allerhöchstens über anderen Tieren (laut Ihrer Auffassung).

Was Sie hier ablassen, ist doch ein schlechter Scherz. Ich bin auch mit über 99%iger Wahrscheinlichkeit stärker als Sie, weil ich seit vielen Jahren Kraft- und Ausdauersport betreibe und Sie vermutlich mit bloßer Muskelkraft töten und danach zubereiten und verspeisen könnte. Das ist auch ein natürliches Machtverhältnis. Warum mache ich das aber nicht? Weil ich weiß, dass Sie ein empfindsames Wesen sind und dassehr wahrscheinlich gegen Ihren Willen geschehen würde und ich selbst auch nicht so behandelt werden wollen würde ("Was du nicht willst, das man dir tu..."). Ebenso ist es bei Kühen, Schweinen, Hühnern etc. Auch das sind nachgewiesener Maßen empfindsame Wesen mit dem Willen zu leben. Warum also einen Unterschied machen, wenn es keine Notwendigkeit des Tierkonsums gibt?

Gott lassen wir hier mal aus dem Spiel. Das Konzept ist so schlecht durchdacht und widersprüchlich, dass man wieder nur mit unredlichen Argumenten konfrontiert wäre.

MA pol D. Pavlovic (nicht überprüft)

Mi. 1 Apr 2015 - 11:26

Antwort auf von Bastian K-H (nicht überprüft)

Lieber Bastian, vielleicht haben Sie den Kern meiner Argumentation nicht verstanden. Ob man Tiere rechtlich auf eine Stufe mit Menschen hebt obliegt am Ende einer gesellschaftlichen Debatte dies auch zuzulassen (=Machtfrage/Machtgefälle Tier/Mensch). Die Frage des Tierkonsums ist somit nicht nur eine Frage der Notwendigkeit oder Moral. Dass Sie sich über mein Leben hinwegsetzen würden ist hingegen rechtlich geächtet (=etabliertes Recht) aber trotzdem immer möglich, sie müssen lediglich furchtlos gegenüber den Sanktionen der Gesellschaft sein. Der Aspekt der Empathie gegenüber Tieren ist kulturell wie von Frau Joy beschrieben wurde, wandelbar und damit willkürlich. Sie werben sozusagen für Solidarität mit den Tieren und erhoffen sich Gehör dafür zu finden. Am Ende ist es immer eine willkürliche Auswahl welchem Tier welche Rechte zugestanden werden. Wie diese zu verteidigen sind steht auf einem anderen Blatt, ist aber für die reale Politik eine entscheidende Frage und stellt derzeit in den Augen vieler Menchen ein Luxusproblem dar. Der Gegensatz moralische Forderung und reale Machtausübung hat in der Politik reales Gewicht. Das ist mein Beitag zu dieser Debatte als Politikwissenschaftler. Das mag in Ihren Augen ein schlechter Scherz sein, die Frage ist welcher Standpunkt der naivere ist.

Bastian K-H (nicht überprüft)

Mi. 1 Apr 2015 - 14:29

Antwort auf von MA pol D. Pavlovic (nicht überprüft)

Man merkt in jedem Ihrer Kommentare, dass Sie sich maximal oberflächlich mit Melanie Joy, Peter Singer und Tierethik im Allgemeinen beschäftigt haben. Zudem, drehen Sie mir und denen die Worte im Munde um. Ich habe im anderen Post schon gesagt, dass niemand Tiere rechtlich auf eine Stufe mit Menschen stellen will (was auch total sinnlos wäre). Es geht um Rechte wie Recht auf körperliche Unversehrtheit und Recht auf Leben. Verstöße dagegen sollen zukünftig auch rechtlich geahndet werden, wie dieselben Verstöße an Menschen. Ganz einfach. Die aktuellen Tierrechte greifen einfach nur viel zu kurz.

"ist aber für die reale Politik eine entscheidende Frage und stellt derzeit in den Augen vieler Menchen ein Luxusproblem dar". Die Tierhaltung ist das Hauptproblem beim menschengemachten Klimawandel. Das als Luxusproblem abzutun, ist einfach mächtig daneben.

Gruß Bastian

Hans Trutnau (nicht überprüft)

Di. 31 Mär 2015 - 05:19

Soweit ich mitbekam, stützt sich Schmidts Plan darauf, das Geschlecht der Küken VOR dem Schlüpfen IM Ei zu bestimmen.
Kommt jetzt die rk Kirche mit dem Einwand, dass die Seele bereits mit der Befruchtung eingehaucht wird?
Oder ist das eher irrelevant, weil es sich um Hühnerküken statt um Menschenembryos handelt?

MA pol D. Pavlovic (nicht überprüft)

Di. 31 Mär 2015 - 14:12

Die Aussage"Der allgemeine Karnismus, ein System von erlernten Überzeugungen, das Tiere in die Kategorien essbar und nicht essbar, verwertbar und nicht verwertbar, wirtschaftlich wichtig oder unwichtig sortiert, soll dies erlauben" ist banal. Jede Gesellschaft hat eine gewachsene Kultur. Welches Verhalten in Bezug auf Nahrung üblich ist, ist sowohl über die Zeit als auch über Kulturgrenzen hinweg wandelbar. Es gibt eine Vielzahl von kulturellen aber auch ökonomischen Faktoren die wechselwirken.

Horst Herrmann (nicht überprüft)

Mi. 1 Apr 2015 - 11:51

Antwort auf von MA pol D. Pavlovic (nicht überprüft)

Nein, ich, durchaus kein Veganer, sage nicht, was ich von einem Kommentator halte, der es nötig hat, acht Mal seinen "MA pol" anzuführen, und der acht von vierzehn Kommentaren benötigt, um längst bekannte Argumente auszubreiten. Nein, ich sage nicht, was von Urteilen wie banal, unredlich, missbräuchlich, eifernd, sektiererisch zu halten ist, die allesamt auf den Kommentator zurück fallen. Nein, ich urteile nicht über die Selbstbestätigungen des Herrn Magisters, der für seine Ausführungen beansprucht, rechtlich, redlich, tolerant zu argumentieren. Nein, ich sage nicht einmal etwas zu der Kathedra des "Mobbing-Beraters", von der herab er unsereins maßregelt. Ich kündige nur eines meiner nächsten Bücher mit dem Titel "Tierfolter" an, und das auf die Gefahr hin, dass sich dem Herrn Magister die Nackenhaare sträuben, wenn er sein Frühstücksei oder Schnitzel genießt. Und ich stelle fest, dass er keine Silbe über das Thema Kükenschreddern verloren hat, kein Wort über das Leid dieser Tiere, kein Wort über diese und andere Foltern.

MA pol D. Pavlovic (nicht überprüft)

Mi. 1 Apr 2015 - 13:19

Antwort auf von Horst Herrmann (nicht überprüft)

Hallo Herr Herrmann, danke für Ihre Replik. Das ich hier auf das Thema intensiver eingehe ist dem geschuldet dass ich dafür gerne Zeit aufbringe mich mit der Thematik Tierschutz/Tierrechte zu beschäftigen. Kommentare in der Kommentarfunktion müssen nicht unbedingt neue Argumente bringen. Für mich interessant ist welche Dynamik das Thema entfaltet und wie daraufhin miteinander diskutiert wird. Den Tierschutz habe ich übrigens als sinnvoll verteidigt und Veganern viel Glück bei Ihren Bestrebungen gewünscht.

Arno Gebauer (nicht überprüft)

Mi. 1 Apr 2015 - 13:04

Moin,

es ist ein Grundgesetz der Evolution, dass alle Lebewesen einander auffressen
müssen, um leben zu können!

Dies dient der Bestandsregulation.

Dies wollen die religiösen Verirrten oder Geprägten, für die immer andere denken,
einfach nicht zur Kenntnis nehmen!

Als die viehzüchtenden Religionsstifter vor ca. 2000 Jahren ihren Zeitgeist
für alle Zeit als verbindliche Wahrheit festschrieben, hatten sie keine Kenntnis
von der Evolution und vielem mehr.

Das ist der Grund, warum der Tierschutz in den Viehzüchtzerreligionen zu
kurz gekommen ist.

Viele Grüße und ein schönes Frühlingsfest

Arno Gebauer

Hans Salzburg (nicht überprüft)

Fr. 17 Apr 2015 - 16:04

Antwort auf von Arno Gebauer (nicht überprüft)

Ist nicht die sofortige Tötung der männlichen Küken weniger tierquälerisch, als wenn man sie noch ein paar Monate länger als "Bruderhähnchen" zu mästen versucht und dann doch schlachtet?
Die Vorverlegung der Tötung vor das Schlüpfen müßte so früh erfolgen, daß der Embryo noch nicht schmerzempfindlich ist.
Die beste Alternative wäre das "Sexen" des Hahnspermas von Legerassen, wie es längst bei reinen Milchkuh-Rassen praktiziert wird,
dann würden Eier mit männlichen Embryos gar nicht erst erzeugt.
Allerdings dürfte die künstliche Besamung großer Mengen Legehennen technisch aufwändig sein.
Denkbar wäre die Entwicklung biochemischer Separation männlicher und weiblicher Spermien im Zuchthahn, so daß dieser nur weibliche Spermien ausstößt.

Horst Herrmann

Horst Herrmann, (geb. 1940), Studium der kath. Theologie und der Rechtswissenschaften in Tübingen, München, Bonn und Rom, Dr. theol., Habilitation, 1971-1981 ord. Professor des Kirchenrechts in Münster, 1975 Entzug der kirchlichen Lehrerlaubnis, 1977 auf Vorschlag von Heinrich Böll Mitglied des PEN, 1981-2005 ord. Professor der Soziologie in Münster, über 200 wissenschaftliche (patriarchats- und religionskritische) und belletristische Veröffentlichungen, Tätigkeit als Herausgeber, Vorträge im In- und Ausland, zahlreiche Einladungen zu Rundfunk und Fernsehen, 60 Bücher (z.T.

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