Weltflüchtlingstag

65,6 Millionen Menschen auf der Flucht

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Flüchtlingsboot auf dem Mittelmeer; Rettungseinsatz am 26.5.2016
Flüchtlingsboot auf dem Mittelmeer

Noch nie waren so viele Menschen weltweit auf der Flucht. Nach Angaben des Flüchtlingshilfswerkes der Vereinten Nationen (UNHCR) waren Ende 2016 65,6 Millionen Menschen auf der Flucht vor Krieg, Gewalt und Vertreibung - mehr als 300.000 Menschen als im Jahr zuvor und damit der höchste jemals registrierte Stand.

In einer Pressemitteilung des UNHCR heißt es: "Unter den 65,6 Millionen sind 40,3 Millionen Menschen, die innerhalb des Heimatlandes geflohen sind, die größte Gruppe. Es folgen 22,5 Millionen Flüchtlinge und 2,8 Millionen Asylbewerber. Hinter diesen anonymen Zahlen sind die persönlichen Schicksale zahlloser Kinder, Frauen und Männer verborgen, die von Krieg und Vertreibung ins Elend gestürzt wurden.

Im Schnitt wird alle drei Sekunden jemand auf der Welt zur Flucht gezwungen.
Einer von 113 Menschen weltweit ist von Flucht und Vertreibung betroffen."

UN-Flüchtlingskommissar Filippo Grandi betont: "Egal welchen Maßstab man nimmt, diese Zahl ist nicht zu akzeptieren. Wir müssen zusammen sicherstellen, dass die Flüchtlinge, Binnenvertriebenen und Asylsuchenden weltweit angemessen geschützt und versorgt werden."

Allein in Syrien sind zwölf Millionen Menschen (fast zwei Drittel der Gesamtbevölkerung) entweder Binnenvertriebene oder im Ausland als Flüchtlinge und Asylsuchende. Allerdings hat auch der Konflikt im Südsudan, wo 1,9 Millionen Menschen vor der Gewalt flüchten, im vergangen Jahr die Flüchtlingszahlen ansteigen lassen. Hinzu kommen allein dort fast zwei Millionen Binnenvertriebene, also Flüchtlinge im eigenen Land. Eine Million Südsudanesen sind aktuell von einer Hungersnot bedroht.

Besonders schockierend ist dabei die Tatsache, dass Kinder die Hälfte der weltweiten Flüchtlingsbevölkerung ausmachen. Im letzten Jahr wurden 75.000 Asylanträge von Kindern gestellt, die allein oder von ihren Eltern getrennt fliehen mussten. "Aufgrund der katastrophalen Finanzierungslage - lediglich ein Fünftel der benötigten Hilfsgelder hat UNHCR bisher erreicht - droht jedoch eine dramatische Verschlechterung der humanitären Lage. Die UNO-Flüchtlingshilfe unterstützt deshalb verstärkt die Nothilfe für Flüchtlinge und Vertriebene: In diesem Jahr floss bereits eine Million Euro in die UNHCR-Operationen im Südsudan, um Hunger und Not zu bekämpfen. 2016 waren es insgesamt 2,8 Millionen Euro."

Am 20. Juni ist Weltflüchtlingstag. Bitte unterschreiben Sie die Petition an die Regierungen der Welt "Wir stehen zusammen - #WithRefugees": www.uno-fluechtlingshilfe.de/weltfluechtlingstag.