"Das Unverzichtbare in unversöhnlichen Zeiten" lautet der Untertitel des 2025 bei Alibri erschienenen Buchs "WerteWirrWarr" von Franz Josef Wetz. Darin geht es um ethische Standards unserer pluralistischen Gesellschaft und die Weltordnung. Morgen stellt der freigeistige Philosoph, der auch Beirat der Giordano-Bruno-Stiftung ist, sein Buch im "Humanistischen Campus" vor: live und online, für alle Interessierten kostenfrei verfügbar.
Wir Menschen haben das "Doppelbedürfnis, sowohl mit anderen zusammen sein zu können als auch sich ihnen entziehen zu dürfen", schreibt Franz Josef ("Frajo") Wetz in seinem aktuellen Werk. Aus diesem Doppelbedürfnis entstehen nach Ansicht des Autors ethische Fragen – nicht nur für den Einzelnen, sondern auch für die Gemeinschaft: Wie viel solidarisches Handeln und Gemeinschaft, welche geteilten Grundwerte braucht die liberale Demokratie, um bestehen zu können? Der Philosoph diagnostiziert eine derzeit herrschende große Verunsicherung über diese Frage – ein (titelgebendes) "Wirrwarr" von Werten.
Wie lassen sich unsere Werte begründen, wenn wir uns nicht auf Götter, übernatürliche Wesen oder sonstige Autoritäten verlassen möchten? Wie viel Freiheit erträgt der einzelne Mensch? Und wie viel Gleichgültigkeit ihrer Bürger verträgt die Demokratie? Wetz legt in seinem Buch einen sozialethischen Beitrag vor die Frage: Wie ist es in unsicheren Zeiten und vor dem Hintergrund der "kosmischen Geringfügigkeit" des Menschen möglich, ein positives und lebensbejahendes Dasein zu führen?
Franz Josef Wetz lehrte bis zu seiner Emeritierung im April 2024 Philosophie und Ethik an der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd und forschte dort unter anderem über Konsequenzen der Erkenntnisse moderner Naturwissenschaften für das menschliche Selbst- und Weltverständnis. Wer den Kortizes-Podcast hört, kennt seine Stimme: "Frajo" gestaltet seit Januar 2024 die Hör-Kolumne "Aufgeklärt Staunen". Fünfzehn Folgen bisher, alle zwei Monate eine neue Perspektive auf die großen Fragen. Von der Kostbarkeit des endlichen Lebens über die emotionale Wirkmacht säkularisierter Weihnachtsbräuche bis hin zu Rilkes Duineser Elegien – konsequent naturalistisch, konsequent humanistisch, konsequent redlich. Ein Filmprojekt befasst sich gerade damit, die Philosophie von Franz Josef Wetz auf die Leinwand zu bringen. Er wird voraussichtlich Ende des Jahres zu sehen sein, der hpd ist Medienpartner.
Wer sich morgen zuschaltet, erlebt den "Übersehenen" (so der Arbeitstitel des Filmprojekts) schon jetzt – live und online. Moderiert wird der "Humanistische Campus" von Tanja Reitmeier vom Bund für Geistesfreiheit (bfg) Bayern.
Interessenten können sich kostenlos zuschalten und nach dem Vortrag mitdiskutieren:
Donnerstag, 21. Mai 2026, 20:15 Uhr (Einlass pünktlich ab 20:15 Uhr).
Weitere Infos
Zugangslink (Zoom)
Der "Humanistische Campus" ist ein Online-Diskussionsforum des Instituts für populärwissenschaftlichen Diskurs Kortizes in Kooperation mit dem Bund für Geistesfreiheit Bayern. Die Live-Online-Veranstaltungen finden in den ungeraden Monaten an einem Donnerstag statt.






