Spanien

Pleiteland zahlt Kaplangehälter

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Die spanische autonome Gemeinschaft Comunidad Valenciana liegt im Osten der Iberischen Halbinsel. Obwohl mit bestem Wetter und regen Touristenströmen versorgt, ist diese autonome Gemeinschaft mit über 45 Mio. Euro massiv verschuldet. Und obwohl Spanien ein laizistisches Land ist, zahlt allein dieses Bundesland jährlich 856.000 Euro an katholische Kapläne in Gesundheitseinrichtungen.

In einem Land, in dem Staat und Kirche getrennt sind, sollte die Kirche für ihre Gehälter selbst aufkommen. Allerdings werden nicht nur in Deutschland riesige Summen an die großen Kirchen gezahlt, sondern auch in Spanien. Allein die autonome Gemeinschaft (ähnlich einem Bundesland) Comunidad Valenciana zahlt jährlich 856.000 Euro für Gehälter katholischer Kapläne in öffentlichen Gesundheitseinrichtungen.

Im Jahre 1985 hatte die Bischofskonferenz einen zeitlich nicht begrenzten Vertrag ausgehandelt, nachdem öffentliche Gesundheitseinrichtungen, wie Krankenhäuser, katholischen Beistand anbieten. Neben der Gehaltsübernahme für Kapläne in 25 Krankenhäusern, stellen die Einrichtungen zumeist auch Räumlichkeiten für religiöse Handlungen bereit.

Die evangelische Kirche versuchte nachzuziehen und handelte 2015 einen bis 2019 laufenden Vertrag aus, nach dem sie zumindest auch Räume zur Religionsausübung in öffentlichen Gesundheitseinrichtungen erhält.

Andere Religionsgemeinschaften, wie z. B. die muslimischen, erhalten derzeit keine Räumlichkeiten oder finanziellen Unterstützungen. Wie das Gesundheitsministerium erklärte, lägen bisher keine Anträge anderer religiöser Gruppen vor.