Australien

Wer nicht impft, bekommt weniger Geld vom Staat

Wer seine Kinder im australischen Bundesstaat Queensland nicht impfen lässt, muss dafür nun teuer bezahlen. Denn den Familien gehen mehrere Hundert Dollar an Steuervorteilen verloren.

"No jab, no pay!" (zu Deutsch: Keine Impfung, kein Geld) heißt das neue Programm der Landesregierung von Queensland. Demnach bekommen Familien, die ihre Kinder nicht impfen lassen, alle zwei Wochen 28 australische Dollar (umgerechnet rund 18 Euro) weniger pro Kind an sogenannten familiären Steuervorteilen. Auf das Jahr umgerechnet können das bis zu 737 Dollar sein.

Dass das Geld alle zwei Wochen fehlt, hat einen triftigen Grund: Die Regierung möchte nämlich, dass die Eltern immer wieder über das Jahr hinweg daran erinnert werden, dass sie ihre Kinder impfen lassen sollen. "Eltern, die ihre Kinder nicht immunisieren, gefährden sowohl ihre eigenen Kinder als auch die Kinder anderer", sagte der Sozialminister Dan Tehan einem australischen Nachrichtendienst. "Immunisierung ist der sicherste Weg, um Kinder vor Krankheiten zu schützen", so Tehan weiter.

Ausnahmen würde es laut Daily Mail nur geben, wenn die Kinder medizinische Probleme oder eine natürliche Immunität hätten.

Die sogenannten Anti-Vaxxers haben in Queensland eigene Kindertagesstätten errichtet, nachdem verschiedene Gesetze ihnen verboten haben, ihre ungeimpften Kinder in reguläre Tagesstätten zu schicken. Allona Lahn von der Natural Immunity Community erklärte gegenüber ABC News, dass ihre Gruppe an verschiedenen Projekten für ungeimpfte Kinder arbeite.

"Wir organisieren Gruppen für Kleinkinder und haben ein eigenes Hausschul-System entwickelt", so Lahn. "Die Politik macht uns und unseren Glauben angreifbar und diskriminiert unsere Familien und unsere Kinder." Lahn erklärte, dass Eltern gezwungen sind, ihre Kinder zu Hause zu unterrichten, da sie in Schulen gemobbt und ausgeschlossen würden.

Das Programm richtete sich nicht an Kinder in den anderen australischen Bundesstaaten.