Polen

Die hölzerne Matzewa im Wald von Karmanowice.

Antisemitismus in Polen

Am Ende des 18. Jahrhunderts lebten in Polen ca. 80 Prozent aller Juden weltweit. Sie kamen über Jahrhunderte nach Polen, vertrieben aus ganz Europa – aus Deutschland, Ungarn, Frankreich, Österreich, Spanien, Portugal und Russland. Polen war damals eines der tolerantesten Länder Europas und Zuhause für eine große jüdische Gemeinschaft.

Banner auf dem "Souveränitäts-Marsch" am 1. Mai in Warschau.

Die ersten Maitage in Polen

Die erste Maiwoche war reich an Ereignissen, Veranstaltungen, Jahres- und Feiertagen. Am 1. Mai wurde der "Internationaler Tag der Arbeit" und der "15. Jahrestag des Beitritts Polens zur Europäischen Union" gefeiert. Tags drauf, am 2. Mai, das "Fest der Nationalfahne" sowie am 3. Mai der "Jahrestag der Annahme der 3.-Mai-Verfassung".

Patrioten oder Nationalisten?

Die liberale Bürgermeisterin von Warschau hatte zuerst den diesjährigen Aufmarsch wegen Sicherheitsbedenken verbieten lassen. Die seit 2009 den Unabhängigkeitsmarsch organisierenden Nationalisten kündigten an, sie werden das Verbot ignorieren. Die PiS-Regierung kam ihnen sofort zur Hilfe, erklärte den Marsch zu offiziellen Staatsfeierlichkeiten und verhandelte mit den Nationalisten, damit sie auf die rassistischen und faschistischen Symbole und Fahnen diesmal verzichten. Danach hob ein Gericht die Entscheidung der Bürgermeisterin zwar auf, aber der Pakt der Regierung mit den Nationalisten blieb bestehen.

Ist jetzt die polnische Kirche an der Reihe?

Vor fünf Jahren hat der in Warschau lebende holländische Journalist, Ekke Overbeek das Buch "Die Angst, über die Opfer der Pädophilie in der polnischen Kirche zu sprechen" (Lekajcie się, Ofiary pedofilii w polskim Kościele mówią) veröffentlicht. Das Buch beinhaltet die Gespräche mit einigen Opfern pädophiler Priester. Kein polnischer Journalist vor ihm hatte den Mut, dieses Thema anzugreifen.

Warschau

Nationalisten "ehren" die Aufständischen

Am 1. August um 17:00 Uhr vor 74 Jahren ist der Warschauer Aufstand ausgebrochen. Die Verluste der 63 Tage Kämpfe waren immens. 18.000 Kämpfer und 180.000 Zivilisten wurden getötet oder vermisst, rund 25.000 verletzt. Die deutschen Verluste: 16.000 tote oder vermisste Soldaten und 9.000 Verletzte. Die überlebenden Warschauer wurden aus der Stadt vertrieben und die Besatzer begannen damit, Haus um Haus zu zerstören.

Toast für die Freiheit

Rettet die polnischen Gerichte

Am 4. Juni 1989 fanden die ersten teilweise freien Wahlen in Polen statt. Die Opposition hat 99 Sitze im 100-köpfigen Senat und 30 Prozent der ihr laut der Beschlüsse der Verhandlungen am "Runden Tisch" zugeteilten Sitze in Sejm gewonnen. Das Amt des Ministerpräsidenten hat einer der Hauptberater der "Solidarność", Tadeusz Mazowiecki, übernommen. Es entstand die erste nichtkommunistische Regierung im Ostblock.