Gerade wurden sie zum Weltkulturerbe erklärt: Das "Geißenklösterle", der "Vogelherd", das "Fohlenhaus". Rund ein Dutzend Höhlen der Schwäbischen Alb, in einigen unter ihnen wurden die ältesten figurativen Kunstwerke der Menschheit gefunden. Um 40.000 Jahre sind die alt. "Welt-Kult-Ur-Sprung" ist ein Führer zum Thema. Sämtliche Kunstwerke sind darin abgebildet, bis hin zu dem neuerdings geborgenen Fischchen aus Mammutknochen.
Die "säkulare Vision des Dharma" ist das Ergebnis eines von Stephen Batchelor erlebten und gelebten Buddhismus. Er wurde in Schottland geboren, mit neunzehn Jahren buddhistischer Mönch, ist Mitbegründer des Bodhi Colleges und nunmehr Meditations-lehrer, Schriftsteller und Philosoph. Seine erste Publikation "Alone with Others" erschien 1983. Das vorliegende Buch ist eine Synthese aller seiner seit damals erschienenen Veröffentlichungen. Als buddhistischer Insider und Kenner der westlichen Denkungsart entwickelte er die im vorliegenden Buch präsentierte Idee eines säkularen Buddhismus.
Der Politikwissenschaftler Samuel Salzborn geht in seinem Buch "Angriff der Antidemokraten. Die völkische Rebellion der Neuen Rechten" der Entwicklung einschlägiger Intellektuellenströmungen nach. Der Autor erweist sich als guter und kritischer Kenner der Materie, stellt aber hier meist frühere Aufsätze zu einem Buch zusammen, wodurch es nicht immer als geschlossen und rund erscheint.
Der Journalist Peter Henkel blickt in seinem Buch "Schluss mit Luther. Von den Irrwegen eines Radikalen" auf die Schattenseiten des Reformators. Allein schon als Gegengewicht zur Luther-Jubelliteratur im Jahr 2017 verdient das Buch Interesse, das aber bei den theologischen Aspekten mitunter etwas unklar und unsortiert wirkt und leider auch quellenmäßig die Zitate nicht nachweist.
Die mit dem Concordia-Preis für Menschenrechte ausgezeichnete österreichische Politikwissenschaftlerin Petra Ramsauer ist seit 20 Jahren als profunde Kennerin der Region Krisen- und Kriegsberichterstatterin im Nahen Osten. Im vorliegenden Buch analysiert sie fachkundig, tiefgründig und mit viel Empathie die Entwicklungen der letzten Jahre in Syrien.
Die "Spiegel"-Redakteurin Julia Amalia Heyer gibt in ihrem Buch "Frankreich zwischen Le Pen und Macron" einen Überblick zur aktuellen politischen Entwicklung im Nachbarland. Das kenntnisreich und locker geschriebene Buch ist eher personenfixiert angelegt und nicht unbedingt analytisch tiefgründig, liefert aber einen informativen Überblick zu den dortigen politischen Entwicklungen.
Die Journalistin Hülya Özkan berichtet in "In Erdogans Visier. Warum er die Deutschtürken radikalisieren will und was das für uns bedeutet" von den Folgen und Rahmenbedingungen einer entsprechenden Einflussnahme. Es handelt sich um ein journalistisches Buch ohne wirklich neue Einzelerkenntnisse, das aber differenziert die Gründe und Rahmensituation für die gemeinten Prozesse thematisiert.
Die Soziologen Heiko Beyer und Annette Schnabel präsentieren in "Theorien Sozialer Bewegungen. Eine Einführung" eine Darstellung und Einschätzung zu den sozialwissenschaftlichen Bemühungen, die Entwicklung inhaltlich ganz unterschiedlicher Bewegungen zu analysieren. Die Autoren erweisen sich als gute Kenner der entsprechenden Theorien und den Kontroversen um diese, konzentrieren sich aber allzu stark auf die US-amerikanische Forschung, während die deutsche Situation nur am Rande thematisiert wird.
Der Journalist und Politikwissenschaftler Herbert Auinger legt in "Die FPÖ. Blaupause der Neuen Rechten in Europa" entgegen des schiefen Untertitels eine Analyse zu den politischen Grundpositionen der Partei vor. Dabei führt er eine beachtenswerte kritische Auseinandersetzung, der es aber an einer Systematik im Untersuchungsraster mangelt.
"Die Phantasie ist der Natur gewachsen, das heißt auch: Sprache ist der Natur gewachsen. Das ist die Grundüberzeugung des Dichters." Dichten bedeutet, die Phantasie der Natur zu entziffern. Genau das tut Wilhelm Lehmann in seinen neu herausgegebenen Tagebüchern. Da schimmert die Novembersonne im Morgendunst wie das rotgelbe Dotter des Wendehalses durch die dünne Schale. "Um zu wirken, wird die Wirklichkeit surrealistisch."
Der Migrationsforscher und Soziologe Ruud Koopmans legt in seinem Buch "Assimiliation oder Multikulturalismus? Bedingungen gelungener Integration" zehn Abhandlungen zu unterschiedlichen Aspekten des Themas vor. Meist handelt es sich um Auswertungen und Interpretationen zu empirischen Studien, worin es auch um bedenkliche Einstellungen und Mentalitäten von Migranten, aber ohne pauschalisierende Vourteile geht.
"Gene sind Prozesse. Deshalb ist die lieb gewordene Auffassung von Genen als Kausalfaktoren mit festem Ort und klar definierten Aufgaben mit den neuen Erkenntnissen nicht mehr vereinbar". Diese Feststellung im Vorwort beschreibt den Inhalt des Buches und vermittelt indirekt die Absicht des Autors, den neuesten Wissensstand zu den Themen Gene – Genetik - Bauplan des Lebens – Geheimnis des Lebens – Gentechnik zur Verbesserung des Menschen, einem breiten Leserkreis verständlich zu vermitteln. Der renommierte Wissenschaftshistoriker Ernst Peter Fischer unterzieht sich dieser Aufgabe mit Akribie und erkennbarer Begeisterung.
Der Sozialwissenschaftler Daniel Lock legt mit "Anarchismus zur Einführung" eine Monographie zum Thema vor. Differenziert behandelt er das gemeinte heterogene Lager und konzentriert sich dabei auf die Diskurse und Vordenker, weniger auf die Bewegungen und Lebensformen.
Susan Neiman zeigt in ihrem jüngst erschienen Buch, dass es neue politische Ideen braucht, um Populismus und konservativen Nationalismus aufzuhalten. Wenn heute den Fakten, der Vernunft und dem politischen Mitdenken nicht der Raum gegeben wird, den es bracht, werden die Lügen der "postfaktischen" Populisten Konsequenzen haben. Die Philosophin ruft dazu auf, für Wahrheit und Moral öffentlich einzutreten, Alternativen zu denken und zu leben und den bedenklichen politischen Entwicklungen in den USA und Europa so die Stirn zu bieten.
Die Vögel sind in der Kognitionsforschung heute, was gestern die Bonobos waren. Immer neue Untersuchungen beschäftigen sich mit ihren erstaunlichen mentalen Fähigkeiten. Die Biologin und seit ihrer Kinderzeit Vogelbeobachterin Jennifer Ackerman, die für den "Scientific American" und das "New York Times Magazin" schreibt, näherte sich ihnen in "Die Genies der Lüfte. Die erstaunlichen Fähigkeiten der Vögel" auf eine sehr persönliche Weise.