Der Journalist Andreas Speit hat mit "Reichsbürger – Die unterschätzte Gefahr" einen Sammelband zum im Titel genannten Phänomen gegeben. Die meist journalistischen Beiträge geben einen Einblick in verschiedene Facetten dieser Szene, die von der Fortexistenz eines "Reiches" ausgeht und die Bundesrepublik Deutschland für illegal hält.
Der Historiker Peter Hayes will in seinem Buch "Warum? Eine Geschichte des Holocaust" immer wieder gestellte Fragen zu den Gründen und Verlaufsformen des Massenmordes an den Juden beantworten. Dies gelingt dem Autor im Sinne einer stärkeren Annäherung an Antworten, aber nicht immer wirkliche überzeugend in Gesamtschau – gleichwohl liefert er eine Fülle von wichtigen Anregungen zu weiteren Forschungen und Reflexionen.
Der Journalist Hannes Bahrmann geht in seinem Buch "Nicaragua. Die privatisierte Revolution" der Geschichte des Landes nach und beschreibt die Entwicklung nach der Revolution von 1979 als Aufbau einer Familiendynastie des Präsidenten Ortega. Der Autor macht bereits im ersten Kapitel den Verrat an den Idealen der Revolution anschaulich und zeichnet den Weg eines ehemaligen Guerillakämpfers zu einem korrupten Politiker nach.
Hunde können sehr verschieden aussehen, trotzdem lernen Kinder auf der ganzen Welt sie treffsicher zu erkennen. Ein Bauer hat "zwölf Stück Vieh", das klingt ein bisschen, als bezeichne man zwölf Teile aus einer Masse, wie Tortenstücke aus einer Torte. Die japanische Sprache sieht das tatsächlich so. Beschreibt oder schafft Sprache eine Realität? Leben wir in einer ganz anderen Welt als die Tiere, fragt Charles Taylor in "Das sprachbegabte Tier".
Karl-Heinz Büchner, Bernd P. Kammermeier und Reinhold Schlotz dokumentieren in "Martin Luther. Judenfeindliche Schriften Band 2" nach der berüchtigten Schrift "Von den Juden und ihren Lügen" vier weitere antisemitische Abhandlungen im Originaltext, aber auch im heutigen Deutsch. Den Herausgebern kommt das Verdienst zu, damit auf die nicht nur aus einer Schrift bestehenden judenfeindlichen Schattenseiten des Reformators erinnert zu haben.
24 Interviews, einen Vortrag und eine Studie führt Jens Wernicke, Diplom-Kulturwissenschaftler im Bereich Medien, zu einem breitgefächerten Kompendium früherer und heutiger Medienkritik zusammen.
Der studierte Historiker und Philosoph Philippe Kellermann gibt mit "Anarchismus und russische Revolution" einen Sammelband zur Einstellung von Anarchisten gegenüber der Oktoberrevolution heraus. Dabei handelt es sich um meist direkt aus den historischen Quellen herausgearbeitete Fallstudien, die in der Regel von Sympathie gegenüber den Anarchisten geprägt sind.
Was ist die "Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters"? Eine Religionsparodie oder doch eine ernstzunehmende Weltanschauung? Dieser Frage gehen hpd-Autorin Daniela Wakonigg und Rechtsanwalt Dr. Winfried Rath in ihrem bei Alibri erschienenen Buch nach.
Der Journalist Thomas Wagner will in seinem Buch "Die Angstmacher. 1968 und die Neuen Rechten" das widersprüchliche Verhältnis der im Untertitel genannten Akteure erörtern. Der Autor bleibt dabei aber meist einer beschreibenden Darstellung verhaftet, wobei er in seiner kenntnisreichen Monographie gelegentlich auch den Schwerpunkt aus dem Auge verliert.
Wenn heute Natur – Sonne, Wolken oder Tiere – in der Literatur auftaucht, dann geschieht das auf ganz andere, nachdenklichere Weise als noch vor zehn, zwanzig Jahren. Drei Neuerscheinungen, "Der Atem der Vögel" von Klaus Böldl, "Eine allgemeine Theorie des Vergessens" von José Eduardo Agualusa und Yoko Ogawas "Der Herr der kleinen Vögel", sind dafür beispielhaft. Selbstverständlich ist nichts mehr.
Der in der Skeptikerszene aktive, promovierte Kern- und Teilchenphysiker Holm Hümmler räumt mit der Vorstellung auf, dass esoterische und alternativmedizinische Konzepte mit der Relativitätstheorie und/oder Quantenphysik zu begründen wären. Auf populärwissenschaftlich hohem Niveau erläutert er – auch für Laien mit Vorwissen gut verständlich – die Grundlagen der Relativitätstheorie und Quantenmechanik, wie auch Fragen zur wissenschaftlichen Theorienbildung und Spitzenforschung in der modernen Physik.
"Wir können in der Tat nicht allen helfen". Diese Kernaussage des Buchs von Boris Palmer ist richtig und wegen ihrer Selbstverständlichkeit auch derart umstritten. Sie untergräbt das persönliche Selbstverständnis vieler, die ihre persönliche Moralität mit politischem Handeln verwechseln. Die gegen Palmer und seine Positionen vorgebrachte Polemik ist in der Sache vielfach unpräzise. Ihr eigen ist der Duktus höchster Empörung verbunden mit einem bisweilen nebulösen Umgang mit unangenehmen Fakten.
Der Grünen Politiker Omid Nouripour erörtert in "Was tun gegen Dschihadisten? Wie wir den Teror besiegen können" einschlägige Gegenstrategien von der aktiven Präventionsarbeit bis zu militärischen Mitteln. Vieles ist richtig und wichtig, aber auch nicht neu und systematisch, was das Buch eher als allgemeine und erste Einführung empfehlenswert macht.
Der Historiker und Slavist Michael Hagemeister legt mit "Die 'Protokolle der Weisen von Zion' vor Gericht. Der Berner Prozess 1933 – 1937 und die 'antisemitische Internationale'" eine Darstellung und Dokumentation zum Thema vor. Der Autor ist als jahrzehntelanger Forscher in diesem Bereich bekannt, seine Kritik richtet sich gegen die bislang etablierte Version zur Entstehungsgeschichte, ohne dass er damit apologetische Absichten in Richtung der "Protokolle" verfolgt.
Die Historikerin Katharina Stengel legt mit "Nationalsozialismus in der Schwalm 1930-1939" eine Fallstudie zum Thema bezogen auf den ländlichen, mittelhessischen Raum vor. Darin arbeitet sie aus den Archiven und der damaligen Presse interessante Informationen zur Durchdringung der damaligen Gesellschaft und dem Antisemitismus im Alltagsleben auf.