Kann Suizid ein Vergehen sein? Zur Beantwortung dieser Frage gehörte die Frage nach der Sonderstellung des Menschen im Universum. Was hat es mit der menschlichen Seele auf sich? In ethischen Debatten können die Argumente des britischen Empiristen David Hume, posthum 1777 erschienen, noch heute eine Argumentationshilfe sein. Reclam hat "Über den Freitod" und "Über die Unsterblichkeit" neu aufgelegt.
Wohl kaum ein Stück Stoff hat die Phantasie mehr angeregt als das "Turiner Grabtuch". Gläubige sehen in ihm das Leichentuch Jesu Christi, und Pseudowissenschaftler wollen in den Flecken auf dem Tuch alles Möglich entdecken. Doch die Verbindung mit Kreuzigung und Grablegung Jesu sei "völlig unrealistisch", so zwei italienische Wissenschaftler in einer aktuellen Studie.
Wenn Menschen miteinander kooperieren wollen, berücksichtigen sie ihre Erfahrungen mit den potenziellen Kooperationspartnern und deren Eignung für eine bestimmte Aufgabe. Sie überlegen, ob die in Frage kommenden Partner zuverlässig sind oder ob vielleicht ein besserer Kandidat verfügbar ist. Zwei Primatenarten, die in komplexen sozialen Gruppen leben, wählen ihre Fellpflegepartner anhand einer Vielzahl von Kriterien aus, darunter ihrer sozialen Beziehung zum Partner und dessen Rangs.
Das aktuelle Heft von "Aufklärung und Kritik" (AuK), der umfangreichen Vierteljahreszeitschrift der "Gesellschaft für Kritische Philosophie Nürnberg", ist erschienen. Die Redaktion hat dem hpd wieder das Vorwort zu Verfügung gestellt.
Science Fiction der anderen Art fordert die Philosophin, Biologin und Tierrechtlerin Donna Haraway in ihrem neuen Buch "Unruhig bleiben". Science Fiction, weil es um das große Ganze geht, den Erdball. Der anderen Art, weil sie von einen geschundenen Planeten handelt, um Anstrengung der anderen Art, weil es gar nicht sicher ist, ob wir uns noch retten können. Neue Symbiosen zwischen Mensch und Tier sind von Nöten, Liebeswerk, nicht Leidenschaft.
Der moderne Mensch stammt nicht von einer einzigen Gründerpopulation in einer Region Afrikas ab, sondern seine Vorfahren lebten über den gesamten Kontinent verstreut. Die verschiedenen Jäger- und Sammlergruppen waren weitgehend voneinander isoliert. Getrennt durch Wüsten und dichte Wälder lebten sie in unterschiedlichen Lebensräumen. Jahrtausende der Trennung führten zu einer erstaunlichen Vielfalt menschlicher Gruppen, deren Vermischung letztlich unsere Spezies prägte.
In vielen bioethischen Debatten wird ein exklusiver, weltanschaulich aufgeladener Begriff der "Menschenwürde" verwendet – was aus Sicht des evolutionären Humanismus bereits gegen die Menschenwürde verstößt, sagt Michael Schmidt-Salomon. Denn: Die Würde des Einzelnen ist dadurch bestimmt, dass der Einzelne über seine Würde bestimmt.
Der Publizist Bernd Harder liefert eine Überblicksdarstellung in seinem Buch zu "Verschwörungstheorien. Ursachen – Gefahren – Strategien". Darin geht es um die kritische Auseinandersetzung mit Behauptungen über die ganz alten und wieder neuen "fake news".
Über den Prager Frühling 1968 wurde und wird viel geschrieben. Die Fotos von brennenden Panzern und verzweifeltem Protest gingen um die ganze Welt. Die Berichterstattung zum 50. Jahrestag der Niederschlagung des "Prager Frühlings" beschäftigt sich auch heute wieder zum großen Teil mit den Ereignissen in der goldenen Stadt, wie Prag gern genannt wird. Was aber geschah in jenen Tagen an der Grenze zur ČSSR?
Nicht nur rund um den Prenzlauer Berg gibt es einen neuen Trend. Vogelbeobachten ist schick geworden. Besonders in der Stadt. Aus gutem Grund. Mitunter ist es leichter, selten gewordene Vögel in der Stadt zu finden als auf dem Land. David Lindo erzählt davon in seinem Buch "#URBAN BIRDING". Er beobachtet Vögel rund um die Welt, in England, seinem Heimatland, darüber hinaus in Europa, aber auch in Addis Abeba oder in Nairobi.
Der Klimawandel wird Folgen haben – aber wann diese auftreten und wie schwerwiegend sie sein werden, lässt sich nicht exakt bestimmen. Genau diese Unsicherheit könnte helfen, Menschen zu schnellerem Handeln gegen den Klimawandel zu bewegen. Dies legen Ergebnisse von Computersimulationen von Wissenschaftlern des Max-Planck-Instituts für Evolutionsbiologie in Plön, der Universität Toronto und des Geomar in Kiel nahe.
Wenn mein Kind Töne nicht nur hört, sondern auch sieht, ist es dann krank? Werden Fluggeräte der nahen Zukunft auch mich zum Piloten machen? Und wie verarbeitet mein Hirn emotionsgeladene Reize oder die Informationen aus dem Augenwinkel? Die Nürnberger Vortragsreihe "Vom Reiz der Sinne" bot dieses Jahr wieder einen anregenden Mix aus Aufklärung, Anwendung und Grundlagenforschung.
Das von dem österreichischen Politikwissenschaftler Farid Hafez herausgegebene "Jahrbuch für Islamophobieforschung" enthält zahlreiche Beiträge zu unterschiedlichen Gesichtspunkten des Themas. Dabei fällt aber auch immer wieder auf, dass der zentrale Arbeitsbegriff nicht wirklich trennscharf definiert wurde.
Gorilladame KOKO starb, knapp 47jährig, letzte Woche in Kalifornien. Sie war aufgrund ihrer außergewöhnlichen kognitiven und kommunikativen Fähigkeiten – sie galt als "erster und einziger sprechender Gorilla" – zu Weltruhm gelangt.
Zellen, die sich im Reagenzglas bilden, sollen große Fragen der Biologie beantworten: Was ist die Minimalausstattung für eine lebende Zelle? Und wie hat das Leben auf der Erde begonnen?