AfD und US-Rechte auf gemeinsamer Mission

"Albtraum der liberalen Eliten"

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Symbolbild

Die AfD baut ihre Vernetzung mit der US-Rechten weiter aus. Eine Delegation aus Sachsen-Anhalt reiste auf Kosten der Steuerzahler zu einer republikanischen Gala in New York, bei der Markus Frohnmaier ausgezeichnet wurde. Vermittelt durch rechte Netzwerke und Influencer teilt die AfD mit Trumps Umfeld zentrale Narrative gegen Migration, politische Eliten und liberale Demokratien.

Es ist noch nicht lange her, dass an dieser Stelle über die Vernetzung der AfD mit Republikanern in den USA berichtet wurde, bei der auch die erste Strophe des Deutschlandliedes gesungen wurde. Und doch geht die Vernetzung bereits in die nächste Runde. Wie die Zeit berichtete, reiste eine Delegation der AfD-Fraktion im Landtag von Sachsen-Anhalt zur 113. Gala des New York Young Republican Club in New York City, die am Samstag, den 13.12. 2025 stattfand. Der Delegation angehören sollen die Abgeordneten: Hans-Thomas Tillschneider, Gordon Köhler, Tobias Rausch, Christian Hecht, Jan Scharfenort, Matthias Büttner und Florian Schröder. Brisant ist, dass die Reise aus Mitteln der Fraktion bezahlt wird, also auf Kosten der Steuerzahler stattfindet.

Anlass ist die Verleihung des Allan W. Dulles Preises an den stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden und außenpolitischen Sprecher der AfD im Bundestag, Markus Frohnmaier. Schon bevor er diesen Preis erhielt, teilte er auf X Bilder von einem Treffen mit der Unterstaatssekretärin Sarah Rogers, mit der er über die neue nationale Sicherheitsstrategie der Trump-Administration gesprochen haben will. Laut Frohnmaier suche Washington einen starken deutschen Partner, der bereit sei, Verantwortung zu übernehmen. Ebenso teilte er Bilder von einem Treffen mit der Abgeordneten Anna Paulina Luna, die sich erst kürzlich auf einer Weihnachtsfeier der Republikaner mit der rechten Influencerin Naomi Seibt zeigte. Gemeinsam wolle man die "AfD in Verantwortung für die Zukunft Deutschlands” bringen. Naomi Seibt ist seit geraumer Zeit daran beteiligt, einflussreiche Persönlichkeiten der US-Rechten mit Führungspersonal der AfD zu vernetzen, wozu sie ihren Status als Influencerin und ihre Reichweite auf X erfolgreich einsetzt.

BILD berichtete vorab über das Manuskript der Rede Frohnmaiers und titelte "AfD-Mann zieht in den USA über Deutschland her”. In dem Manuskript sei davon die Rede, dass in Deutschland die "herrschende Klasse den Verstand verloren” habe. Dies verbindet er mit einem Angebot zur Zusammenarbeit mit der AfD, da ein "Bündnis zwischen amerikanischen und deutschen Patrioten […] der Albtraum der liberalen Eliten" sei. Bei Trump und dessen Umgebung wird er mit dieser Rede offene Türen eingerannt haben. In einem Interview mit POLITICO kommentierte Trump die neue nationale Sicherheitsstrategie der USA mit Aussagen, wie der, dass die europäischen Länder unter der Last von Migration zerbrechen würden und dass die politische Führung Europas "schwach” sei. Europa werde "zerstört”. Man kann den gemeinsamen Sound klar erkennen, und es gehört nicht viel dazu, sich ein gemeinsames Projekt zwischen US-Rechten und AfD vorzustellen, zu Lasten der liberalen Gesellschaften Europas. Als Dank für den Preis und den Empfang in New York sprach Frohnmaier eine Einladung nach Deutschland aus. Vertreter der US-Regierung sollen neben Vertretern des US-Außenministeriums, Kongressabgeordneten und US-Lobbyorganisationen zu einem Kongress nach Berlin eingeladen werden, der im Februar stattfinden könnte.

Unterdessen äußerte der Professor für Sicherheitsstudien am King’s College in London, Peter R. Neumann, Autor von "Das Sterben der Demokratie”, in der TV-Sendung Lanz die Sorge, dass die aktuelle US-Regierung bei einem AfD-Verbot gegen Deutschland vorgehen könnte. Deutschland und die EU seien bei den Themen Sicherheit und Wirtschaft von den USA abhängig und die USA seien bereit, diese Abhängigkeiten auch zu nutzen. Vor allem sei man bereit, die AfD und ähnliche Parteien in anderen europäischen Staaten zu unterstützen und Regierungen zu strafen, wenn sie diesen Parteien Steine in den Weg legen. Ein AfD-Verbot könnte so zu Sanktionen gegen einzelne Personen, die an einem Verbotsverfahren beteiligt wären, aber auch gegen das ganze Land führen. Welche Auswirkungen dies hätte, zeigt der Fall des französischen Richters Nicolas Guillou am Internationalen Strafgerichtshof, der im August von den USA mit Sanktionen belegt worden war. Egal, wie sich jedoch das transatlantische Verhältnis weiterentwickeln wird, die AfD wird die aktuelle Lage zu ihren Gunsten zu nutzen wissen.

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