Koordinierungsrat säkularer Organisationen - KORSO

Säkulares Bündnis stellte sich in Berlin der Presse

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Pressekonferenz des KORSO am 13. Januar 2017 in Berlin
Pressekonferenz des KORSO

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Helmut Fink, KORSO-Vorsitzender: "Säkulare fallen in der Gesellschaft eher nicht auf, in den Medien sind sie unterrepräsentiert."
Helmut Fink, KORSO-Vorsitzender

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Dr. Thomas Heinrichs: "Das kirchliche Arbeitsrecht diskriminiert Konfessionslose."
Dr. Thomas Heinrichs

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Gita Neumann
Gita Neumann

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Prof. Helmut Kramer berichtet über die politische Wende, die zur Gründung von KORSO führte.
Prof. Helmut Kramer

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Gut besuchte Pressekonferenz.
Gut besuchte Pressekonferenz.

Am vergangenen Freitag stellte sich der Koordinierungsrat säkularer Organisationen (KORSO) im Haus der Bundespressekonferenz erstmalig in dieser Form der Öffentlichkeit vor. Unter dem Motto "Konfessionsfreie in der Mitte der Gesellschaft. Gemeinsame Wertvorstellungen und Interessen" begrüßte KORSO-Vorsitzender Helmut Fink die Journalisten und eine Gruppe von Studierenden eines Masterstudiengangs für Medien an der FU Berlin.

In der Breite der Bevölkerung verliere Religion immer mehr an Bindungskraft, so Fink in seinem Eingangsstatement. In der deutschen Bevölkerung sei derzeit etwa 29 Prozent katholisch, etwa 28 Prozent Mitglied der evangelischen Kirche. Deshalb bilden mit 36 Prozent die Konfessionsfreien derzeit bereits die größte Gruppe in Deutschland, Tendenz steigend. Nach Expertenschätzungen wird um das Jahr 2025 mehr als die Hälfte der deutschen Bevölkerung nicht mehr einer der beiden Großkirchen angehören.

Fink wies darauf hin, dass die Säkularen bisher nicht groß auffallen und in den Medien und der Politik unterrepräsentiert sind. Das liege vermutlich auch am geringen Organisationsgrad der konfessionsfreien Bevölkerung und daran, dass Konfessionsfreie an manchen Stellen der Gesellschaft durchaus Benachteiligungen erfahren.

Gemeinsames Interesse der Säkularen sei es unter anderem, so Fink weiter, die weltanschauliche Neutralität des Staates einzufordern. Der Staat darf – als Heimstatt aller Bürgerinnen und Bürger – keine einzelnen Religions- oder Weltanschauungsgemeinschaften gegenüber anderen bevorzugen oder privilegieren. Ein wichtiges Anliegen sind deshalb faire Bedingungen im "Wettbewerb der Weltanschauungsgemeinschaften". Ein weiterer Punkt ist die proportional angemessene Vertretung konfessionsfreier Menschen in den Medienräten.

Rechtsanwalt Dr. Thomas Heinrichs stellte auf dem Podium kurz die von ihm im Auftrag der Antidiskriminierungsstelle des Bundes vorgelegte Studie "Weltanschauung als Diskriminierungsgrund" vor. Anschließend kritisierte die Leiterin der "Bundeszentralstelle Patientenverfügung" beim Humanistischen Verband Deutschlands (HVD), Gita Neumann, den Einfluss kirchlicher Organisationen auf den Gesetzgebungsprozess am Beispiel der kürzlich erfolgten Neuregelung der Sterbehilfe.1

Abschließend erläuterte der stellvertretende KORSO-Vorsitzende Professor Helmut Kramer die Entstehungsgeschichte des KORSO sowie regionale Aktivitäten des Säkularen Forums in Hamburg. Er wies darauf hin, dass aus der sprachlichen Gemeinsamkeit des Begriffs "säkular" eine gemeinsame Basis der Verbände des konfessionsfreien Spektrums entstand. So konnte aus einer "Sichtungskommission" im Jahr 2008 der Koordinierungsrat säkularer Organisationen – KORSO – entstehen.

Die Positionen und Forderungen des KORSO sind im Einzelnen hier aufgelistet und thematisch erläutert.

  1. Die Ausführungen von Gita Neumann bei der KORSO-Pressekonferenz wird der hpd im Wortlaut dokumentieren. ↩︎