"Damit gute Menschen Böses tun, bedarf es der Religion"

Steven Weinberg

* 3. Mai 1933 in New York City;
Physiker und Nobelpreisträger; Professor für Elementarteilchen-Physik an der Harvard-Universität, Cambridge/Mass.

1979 erhielt er den Nobelpreis für Physik. Seit 1980 ist er außerdem Professor an der Universität Austin/Texas und leitender Wissenschaftler am Smithsonian Astrophysical Observatory. Er befasste sich insbesondere mit dem Urknall-Szenario. Er befasst sich auch mit dem Konflikt zwischen Naturwissenschaft und Religion. Er ist Atheist und sieht in religiösem Denken eine Gefahr.

Weinberg studierte in New York und Kopenhagen. Er schloss sein Studium 1954 mit einem Bachelor ab. 1957 promovierte er an der Princeton University. Er leistete herausragende Beiträge auf den Gebieten der Teilchenphysik, Quantenfeldtheorie und Kosmologie. Populär wurde Weinberg durch seinen 1977 erschienenen Bestseller „Die ersten drei Minuten". Diese Buch handelt von den 'Ursprüngen des Universums'. Es war sehr anspruchsvoll, aber sachlich geschrieben und griff bei der Erklärung von physikalischen Tatsachen nicht auf fragwürdige Bilder und Vergleiche zurück. Er ging detailliert auf die neuesten Ergebnisse der Elementarteilchenphysik und deren Anwendung auf die Entwicklung des Weltalls ein und gab dem Leser einen guten Einblick in den physikalischen Stand der damaligen Diskussion.

Steven Weinberg lehnt sowohl das anthropische Prinzip als auch den Glauben an einen Schöpfergott ab. Das anthropische Prinzip besagt, dass das Universum für die Entwicklung intelligenten Lebens geeignet sein muss, da wir andernfalls nicht hier sein, es beobachten und physikalisch beschreiben könnten. Jemand (Gott) muss die Konstanten so fein eingestellt haben, dass Leben möglich wurde.

Von dieser sogenannten „Feinabstimmung des Universums" zeigt sich Weinberg nicht überzeugt. Wenn es diese Naturkonstanten in dem von uns wahrnehmbaren Sektor des Universums nicht gäbe, würden wir halt auch diese Fragen nicht stellen können. Viele andere Sektoren des Kosmos sind vorstellbar, in denen andere Naturkonstanten herrschen, über deren Nichthervorbringen von denkendem Leben sich dann auch keiner wundern wird. Das Hauptargument gegen die Existenz Gottes ist für ihn jedoch die Theodizee - Frage.

Zitate:
„Ich denke, dass ein enormer Schaden von der Religion angerichtet wurde - nicht nur im Namen der Religion, sondern tatsächlich von der Religion."
„Religion ist eine Beleidigung der Menschenwürde. Mit oder ohne sie würden gute Menschen Gutes tun und böse Menschen Böses. Aber damit gute Menschen Böses tun, dafür bedarf es der Religion."

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