Glaube und Aberglaube nehmen in diesen Zeiten, die von einem Rückgang des Glaubens gekennzeichnet sind, zu. Auf diese Paradoxie verweist Chefredakteur Christoph Lammers im Editorial der gerade ausgelieferten MIZ 4/17.
In Rom hat sich kürzlich Jorge Mario Bergoglio, ein Argentinier im fortgeschrittenen Rentenalter, ein weißes Kostüm angezogen, eine weiße Mütze aufgesetzt, sich an sein Fenster gestellt und gesprochen: Man möge sich in Acht nehmen vor Wahrsagern und Horoskopen. Wer Wahrsager oder Horoskope konsultiere, gehe unter. Bergoglio selber, der für seine Auftritte den Namen "Franziskus" nutzt, ist Anführer des einzigen Gottesstaates in Europa, und als solcher hat er hier mit sicherem Instinkt seine Konkurrenz angegriffen: Märchenerzähler unter sich, im erbitterten Wettstreit. Ein Bedarf für ihre Dienste ist ja offenbar vorhanden, daher sei die Frage erlaubt: Glaube, Astrologie, Wahrsagerei – womit fährt man wirklich am besten? Hier ein kleiner Faktencheck.
Märchenhafte Politik: In Irland gibt ein Parlamentsabgeordneter den Feen die Schuld an Straßenschäden. Gleichzeitig bemüht er den lieben Gott, um den Klimawandel zu stoppen. Wir fragen uns: Muss man sich nicht für eine Fabelwelt entscheiden?
Ein Mann aus Uganda bestimmte testamentarisch, dass man ihm Bargeld in seinen Sarg legen solle. Mit dem Geld wollte er Gott bestechen, damit dieser ihm seine Sünden vergibt und ihn vor der Hölle bewahrt.
OSTERWITZ (AT). (hpd) Ob Religion oder Esoterik, die meisten Menschen hängen einem Glauben an, selbst Atheisten sind nicht selten von der Kraft der Homöopathie, der Macht der Astrologie oder von alternativen Heilmethoden in Form diverser “Wunderkuren” überzeugt. Kann es sein, dass wir Menschen, wie manche Evolutionsbiologen und Erkenntnistheoretiker meinen, zum Glauben programmiert (verdammt) sind?
In Westafrika ist der Ebola-Virus ausgebrochen und forderte bereits mehrere Todesopfer. Die Epidemie konnte sich unter anderem auch deshalb so schnell in Sierra Leone, Guinea und in Liberia ausbreiten, weil die Menschen nicht verstehen, was eine Viruskrankheit ist.
PRINCETON. (hpd) In den USA ist in den vergangenen drei Jahrzehnten die Verbreitung kreationistischer Vorstellungen fast unverändert hoch geblieben. Das hat eine neue Umfrage des amerikanischen Meinungsforschungsinstitutes Gallup gezeigt. Den Daten nach sind in den USA weiterhin obskure Schöpfungsmythen klar vorherrschend.