Einem seltsamen Sakral-Hobby frönt ein Krankenpfleger des Lorenz-Böhler Spitals: Mehrmals pro Woche stellt sich Martin H. direkt vor den Eingang des Gynmed-Ambulatoriums am Mariahilfer Gürtel und versucht Patientinnen durch sogenanntes "Kampf-Beten" von einem Schwangerschaftsabbruch abzuhalten.
Die Bürgerversammlung Irlands, ein von der Regierung eingesetztes Beratungsgremium, hat sich für die Legalisierung der Abtreibung ausgesprochen. Sie folgen mit der Empfehlung dem Wunsch der irischen Bürger, die sich in einer Umfrage der Irish Times Anfang März mit deutlicher Mehrheit gegen das geltende Abtreibungsverbot aussprachen
Am Donnerstag sollte die Arbeit auf dem "Abtreibungsschiff" mit einer Pressekonferenz im Hafen von San José (Guatemala) beginnen. Doch jetzt werden das Schiff und die Besatzung von den Behörden widerrechtlich festgehalten.
Seit Jahren segelt das Schiff immer wieder zu Ländern, in denen Frauen eine Abtreibung verboten ist. Stets im Blickpunkt der Öffentlichkeit, um das Frauenrecht auf selbstbestimmten Schwangerschaftsabbruch ins Bewusstsein zu bringen: Das Abtreibungsschiff ist nun auf Einladung mehrerer lokaler Frauenrechtsvereinigungen in Lateinamerika (Guatemala), um Frauen dort einen Schwangerschaftsabbruch in internationalen Gewässern zu ermöglichen.
Kurz nach seiner Amtseinführung hat der neue US-Präsident Donald Trump die sogenannte "Mexiko City Policy" wieder eingeführt. Danach werden allen Organisationen, die Abtreibungen anbieten oder sich für deren Legalisierung einsetzen Entwicklungsgelder komplett gestrichen. Dafür gab es bereits uneingeschränktes Lob von der US-amerikanischen Bischofskonferenz, die, wie der neue US-Präsident, in Kauf nehmen, dass die weltweite Müttersterblichkeit wieder ansteigen wird.
"Täuschung der Öffentlichkeit" muss sich die von der Bischofskonferenz geförderte "Aktion Leben" im Rahmen des parlamentarischen Ausschusses am 6.10. vorwerfen lassen. Sie hatte ein Bürgerpetition mit der Forderung nach mehr Daten zum Schwangerschaftsabbruch gestartet – was von Fachkräften als Angriff auf die Fristenlösung bezeichnet wurde, weil es bereits ausreichend zuverlässige Daten gibt.
BERLIN. (hpd) Nach Berichten der christlichen Zeitung "The Irish Catholic" geraten katholische Schulen in Irland zunehmend unter Druck, nicht mit Amnesty International zusammenzuarbeiten. Hintergrund ist der Einsatz der Menschenrechtsorganisation für eine Liberalisierung der irischen Abtreibungsgesetzgebung.
MÜNSTER. (hpd) Wie in jedem Jahr fand der Saisonauftakt der alljährlichen "Lebensschützermärsche" in Deutschland am vergangenen Samstag in Münster/Westfalen statt. Flankiert wurde der Marsch christlicher Abtreibungsgegner von zahlreichen Gegendemonstranten.
WIEN/STRASSBURG. (hpd) Das EU-Parlament hat am Dienstag den überarbeiteten Estrela-Bericht des Ausschusses für Frauenpolitik abgelehnt. Er hatte unter anderem für mehr Rechte für ungewollt Schwangere plädiert. Der Ausgang dürfte maßgeblich durch massive Lobbying-Aktionen religiöser Gruppierungen beeinflusst worden sein.
WIEN. (hpd/fd) Radikale religiöse Lobbyisten haben in einer bisher beispiellosen Aktion einen Bericht des EU-Parlaments verhindert, der die Lage für ungewollt Schwangere in Polen, Irland und Malta wesentlich erleichtert hätte. Wie der Humanistische Pressedienst aufgedeckt hat, haben radikale Abtreibungsgegner EU-Parlamentarier mit buchstäblich zehntausenden Mails unter Druck gesetzt.
WIEN. (hpd) Eine konservativ-religiöse Lobby hat am Dienstag im EU-Parlament ein Papier zu Fall gebracht, das Frauen in der EU einen Zugang zu sicherem und legalen Schwangerschaftsabbruch hätte erleichtern können. In der Wahl der Mittel waren die Lobbyisten wenig zimperlich. Getarnt als Bürgerinitiative setzten sie EU-Parlamentarier gezielt unter Druck.
SAARBRÜCKEN. (hpd) In Saarbrücken fand erneut eine Kundgebung christlicher Abtreibungsgegner statt. Diesmal kam es jedoch zu einem breiten Protest. Ein Bündnis stellte sich gegen die Einschränkung der Freiheits- und Selbstbestimmungsrechte von Frauen.