Als wir unseren Artikel "Wir geben dir Arbeit, aber du besorgst dein Gehalt" zu "Campus für Christus" und der Finanzierung von Gehältern durch von den Bewerbern eingeworbene Spenden veröffentlichten, hatten wir zuvor auch der Organisation Gelegenheit zur Stellungnahme gegeben. Doch mehr als zwei Wochen lang war trotz Erinnerung eine Reaktion ausgeblieben, weshalb wir den Artikel ohne eine solche veröffentlichten. Nun gab es doch noch eine Antwort, die wir aus Gründen der Transparenz und Fairness in ihren Kernaussagen hier nachliefern.
Dass kirchliche Arbeitgeber sich Privilegien herausnehmen und sich bei ihren eingeschränkten Arbeitnehmerrechten auch noch auf das Grundgesetz berufen können, ist ärgerlich genug. Doch es geht noch ärger: Wie in den Fällen, in denen Arbeitnehmer von "Campus für Christus" ihr Gehalt selbst finanzieren sollen, indem sie entsprechende Spenden in ihrem Bekanntenkreis einsammeln.
Bernd Fleißner war über 35 Jahre Teil der christlich-fundamentalen Bewegung und arbeitete eine Zeit lang sogar als evangelikaler Pastor. Eines Tages jedoch gelang ihm der Ausstieg. Im Humanistischen Bildungs- und Begegnungszentrum in Konstanz (hbbk) berichtete er von seinen Erfahrungen und gab tiefe Einblicke in eine Welt, die den meisten verborgen bleibt – und das gefiel den Evangelikalen so gar nicht.
Der hpd hatte über den Pastor von "Kriegsminister" Pete Hegseth, Doug Wilson, berichtet. Der Artikel hatte die Frage gestellt, wie sich wohl "die Positionen der katholischen Integralisten, denen sich US-Vizepräsident JD Vance angeschlossen hat, mit den evangelikalen Ansichten um Hegseth und Wilson vertragen werden?" Nun kennen wir die Antwort.
Der Bund für Geistesfreiheit (bfg) Bayern veröffentlicht zweimal im Quartal die Sendung "Menschsein". Die Sendungen werden von BR 2 innerhalb des Formats "Positionen" ausgestrahlt. An diesem Sonntag um 6:30 Uhr erscheint die neueste Folge.
Auf dem Spiegel-Cover "Gotteskrieger" taucht neben bekannten Figuren der US-Rechten auch Doug Wilson auf – ein evangelikaler Pastor, der durch extrem konservative und teils offen frauenfeindliche sowie rassistische Positionen auffällt. Wilsons Einfluss wächst, nicht zuletzt durch prominente Unterstützer wie Kriegsminister Pete Hegseth und Plattformen wie der von Tucker Carlson. Der Schulterschluss zwischen evangelikalen Hardlinern und katholischen Integralisten rund um Vizepräsident JD Vance wirft Fragen zur religiösen Ausrichtung der US-Politik auf.
Freikirchen boomen. Während die beiden großen Kirchen in Deutschland stetig Mitglieder verlieren, ziehen charismatische Gemeinden wie Hillsong, ICF sowie die zahlreichen Freien evangelischen Gemeinden mit Popmusik, Lightshows und jugendnaher Sprache neue Anhänger an. Auf den ersten Blick wirken sie wie ein frisches, modernes Gegenmodell zu den "verstaubten" Amtskirchen. Doch der Schein trügt: Hinter der glitzernden Oberfläche verbirgt sich eine Parallelwelt, in der religiöser Eifer, Machtstrukturen und Abhängigkeiten ineinandergreifen.
Anlässlich der 500-Jahr-Feier der evangelikalen Bremer St.-Martini-Kirche waren circa 800 Menschen zu den drei zentralen Predigten und Referaten erschienen. Neben Pastor Olaf Latzel, der schon wegen Volksverhetzung vor Gericht stand, sprachen der Münsteraner Professor Christian Grethlein und der umstrittene frühere ZDF-Moderator Peter Hahne.
Die Geschichte der Missionierung indigener Völker ist eine Chronik von Leid, Tod und kultureller Auslöschung. Seit Jahrhunderten dringen christliche Missionare in noch unberührte Regionen der Erde vor, um ihre Botschaft zu verbreiten – und gefährden damit Leben und Traditionen der dort lebenden Gemeinschaften. Heute, im 21. Jahrhundert, setzen sie diese Praxis fort – oft im Verborgenen, unter Missachtung staatlicher Schutzgesetze und getrieben von einem Sendungsbewusstsein, das sich kaum von kolonialem Eroberungsdrang unterscheidet.
Nun gab es auch innerkirchliche Konsequenzen für den evangelischen Pastor Olaf Latzel: Ein Kirchenausschuss hat entschieden, seine Bezüge als Disziplinarmaßnahme zu kürzen. Latzel hatte sich 2019 in einem "Eheseminar" abfällig über queere Menschen geäußert.
"America first" verschmilzt mit "Christ above all" – sie rebellieren gegen die moderne Welt, sie verachten demokratische Prinzipien, sie träumen offen von einer Theokratie: die sogenannten "Theo Bros". Die christlichen Gotteskrieger haben Frauen- und Minderheitenrechte im Visier. "Gehören Frauen in einer christlichen Nation überhaupt an die Wahlurne?", fragt einer ihrer Pastoren. Die Antwort heißt: "Nein". Die christlichen Fundis sind keine Randerscheinung: Sie haben einen direkten Draht ins Weiße Haus.
Kurz vor der Bundestagswahl gleicht das aktuelle Heft der MIZ die Aussagen der im Bundestag vertretenen Parteien mit der "Wunschliste" der säkularen Verbände ab. Dabei stellt sich heraus, dass für die nächste Legislaturperiode kaum Hoffnung auf Veränderungen besteht: Die Parteien befassen sich insgesamt deutlich weniger mit religionspolitischen Fragen als vor vier Jahren.
"Gotteskinder" von Frauke Lodders nimmt sich einer direkten Kritik an christlichen Hardlinern an. Mit gelungenen Hauptrollen und wohldosierten filmischen Reduktionen gelingt es, für Gesprächsstoff über das Christentum sowie seine extremistischen Sonderformen zu sorgen. Doch der Film hat auch einige, teils bedenkliche Schwächen.
Am vergangenen Donnerstag lud Donald Trump zum "Nationalen Gebetsfrühstück" ein – ein Anlass, den er nutzte, um die "Ausmerzung antichristlicher Vorurteile" (Eradicating Anti-Christian Bias) zu verkünden. Mit dieser jüngsten Volte hat Trump die Religionsfreiheit auf den Kopf gestellt. Seine Wortwahl erinnert an das Zeitalter der Religionskriege, und man könnte fast befürchten, dass der amerikanische Präsident demnächst zu einem Feldzug gegen Ungläubige aufruft.
Wenn eine sich medial als "Hilfswerk" für Kinder aus einkommensschwachen Elternhäusern inszenierende Organisation wie "Die Arche" zum Angriff auf das Bürgergeld bläst, stellen sich einige Fragen.