ROM. (hpd) Während der letzten zwei Wochen besuchte hpd-Autor Paul Hilger im Rahmen einer universitären Exkursion verschiedene Sehenswürdigkeiten und Museen in Rom und Umgebung. Ergänzend zum regulären Programm sollten die teilnehmenden Studierenden Referate zu den jeweiligen Stationen halten. Ein Reisebericht.
GRAZ. (hpd) Welche großen Ideologien bildeten den geistigen Hintergrund für diese politischen und religiösen Kriegslehren? Die geistige Aufrüstung für die großen Kriege begann im 19. Jahrhundert. Es waren Philosophen, Theologen und andere Vertreter der geistigen Eliten, welche diese politischen Ideologien aufgebaut hatten.
GRAZ. (hpd) Um die NS-Ideologie inhaltlich überhaupt verstehen zu können, müssen wir auf die geistige, moralische und religiöse Aufrüstung im ersten Weltkrieg sehen. Und wir müssen auf die großen Ideologien blicken, die im 19. Jahrhundert von den Eliten der Gesellschaft aufgebaut worden sind.
Den großen Krieg von 1914 bis 1918 hatten beide Kirchenleitungen voll unterstützt, für sie war der Zusammenbruch der Monarchien (Deutsches Reich und Österreich-Ungarn) ein schwerer Schock.
BERLIN. (hpd) Vor zwei Tagen hatte der Film "Der Staat gegen Fritz Bauer" im Kino International Premiere. Am Donnerstag (1. Oktober 2015) kommt er in die Kinos. Unser Autor war dort und schildert seine ersten Eindrücke.
GRAZ. (hpd) Die theologische, philosophische und literarische Aufrüstung für die beiden Weltkriege ist keinesfalls zu unterschätzen. Diese Kriege sind in Europa nicht plötzlich vom Himmel gefallen, vielmehr haben die kulturellen Eliten in allen beteiligten Ländern dafür intensive Vorarbeit geleistet.
MÜNCHEN. (hpd) Die Erzdiözese München-Freising schließt sich dem Vorschlag des Künstlerkollektivs "Institut für Kunst und Forschung" an, den Hindenburg-Kopf des Nazi-Bildhauers Thorak nicht wieder an der Klosterwand in Dietramszell anzubringen sondern dem Museum der Bayerischen Geschichte in Regensburg zur Verfügung zu stellen.
BERLIN. (hpd) Im Berliner Zoo steht eine Bronzebüste des ehemaligen Zoodirektors Prof. Dr. Lutz Heck. Dieser war von 1932 bis 1945 Direktor des Berliner Zoos und glühender Anhänger des Naziregimes. Doch Zweiteres erfahren die Besucher des Berliner Zoos nicht.
BONN. (hpd) Die italienische Historikerin Giulia Albanese legt mit "Mussolinis Marsch auf Rom. Die Kapitulation des liberalen Staates vor dem Faschismus" eine quellengestützte Darstellung zum Aufstieg des Faschismus und dem Scheitern der Republik vor. Die stark beschreibend angelegte Arbeit macht den Kontext von Schwäche der Demokratie und Stärke der Diktatur deutlich, man hätte sich aber noch mehr Ausführungen zu den Motiven der liberalen Elite und der Rolle der Repräsentanten der Wirtschaft gewünscht.
KONSTANZ. (hpd) Am 12. September 1926 titelten viele Berliner Zeitungen: "Dr. Peltzer besiegt Wunderläufer Paavo Nurmi". Eine absolute Sensation, die auch in der Weltpresse Erwähnung fand, denn zu jener Zeit galt Nurmi als unschlagbar. Peltzers Sieg in Weltrekordzeit über den Finnen über 1500 Meter vor rund 30 000 Zuschauern im Stadion Charlottenburg brachte die Arena zum Kochen. Die Zuschauer, darunter Georg Grosz und Bertolt Brecht, erhoben sich von ihren Plätzen und stimmten das Deutschlandlied an. Peltzers Sieg war Balsam auf die Wunden der Nation, die sich von den Folgen des Ersten Weltkriegs noch nicht erholt hatte.
TRIER. (hpd) Geschichtsrevisionismus wird allgemein eher als gesellschaftliches Randphänomen wahrgenommen und behandelt. Allzu häufig wird dieser auf Anhieb mit rechtsradikaler Ideologie und Programmatik in Verbindung gebracht, was auch in den meisten Fällen Tatsache ist. Doch wie ist es um all die subtilen Elemente im öffentlichen Raum bestellt, die den meisten Menschen gar nicht auffallen?
KONSTANZ. (hpd) Am Donnerstag öffnet das Kulturzentrum am Münster seine Türen für eine bemerkenswerte Sonderausstellung: "Das jüdische Konstanz – Blütezeit und Vernichtung". Bereits Mitte des 19. Jahrhunderts waren viele jüdische Familien nach Konstanz gezogen und prägten das wirtschaftliche, politische und kulturelle Leben der Stadt ganz entscheidend mit. Doch 1933, nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten, endete der Traum vom Zusammenleben. Wer nicht rechtzeitig emigrieren konnte, wurde in Konzentrationslager verschleppt.
BERLIN. (hpd) Rolf Hosfeld schildert in seinem Buch "Tod in der Wüste" den von den Türken an den Armeniern verübten Völkermord und die internationalen Reaktionen darauf. Dies führte zu ersten Diskussionen über das Recht, zum Schutze der Menschenrechte in die inneren Angelegenheiten fremder Staaten einzugreifen, und über die Notwendigkeit, ein System des internationalen Rechtes zu schaffen.
STEISSLINGEN. (hpd) Am 6. Juli 1415, heute vor 600 Jahren, ist der böhmische Theologe Jan Hus bei lebendigem Leib auf dem Scheiterhaufen des Konzils von Konstanz verbrannt worden. Der Geleitbrief des Königs Sigismund, der ihm Sicherheit zugesagt hatte, erwies sich als unzureichend: Die Politik der weltlichen Obrigkeit ging schließlich Hand in Hand mit der klerikalen, das Opfer war ein Einzelner.