Zum Ende des letzten Jahres ist der Bevölkerungsanteil der konfessionsfreien Menschen auf 38,8 Prozent angestiegen, der Anteil der Katholiken und Protestanten hingegen auf 27,1 beziehungsweise 24,9 Prozent gesunken. Dies geht aus der heute veröffentlichten Statistik "Religionszugehörigkeiten 2019" der "Forschungsgruppe Weltanschauungen in Deutschland" (fowid) hervor. Erstmals enthält das Datenblatt auch eine Analyse der "gelebten Religion", die aufzeigt, dass nur 7,9 Prozent der in Deutschland lebenden Menschen als "praktizierende Gläubige" einzustufen sind.
"Macht Glaube glücklich?" Diese Kardinalsfrage stellte Mona Vetsch ins Zentrum ihrer 75-minütigen Fernseh-Reportage auf SRF1 vergangene Woche. Für ihr ambitioniertes Projekt suchte die Moderatorin mehrere Schauplätze auf. Hugo Stamm zieht sein Fazit: Eher nicht.
Laut einer aktuellen Studie der Bosch-Stiftung vertrauen 73 Prozent der Deutschen "in Zeiten von Corona" der Wissenschaft und Forschung. "Die religiösen Bedürfnisse finden in einem weitgehend selbstsäkularisierten Christentum keinen Halt und suchen in der Wissenschaft unterzukommen", diagnostizierte hingegen Christian Geyer vor ein paar Wochen bei der FAZ.
Im Jahre 2019 haben 543.000 Menschen ihre Mitgliedschaft durch Austritt in den beiden großen Amtskirchen gekündigt. Die Statistiken der Bischöfe geben noch andere Informationen preis, die manchem Säkularen ein frohes Lachen entlocken können. Als erstes westdeutsches Flächenland ist Schleswig-Holstein unter die 50-Prozent-Quote gerutscht (Bremen knapp über 40 und Hamburg 34 Prozent).
Die Corona-Pandemie versetzt viele Leute weltweit in Angst und Schrecken. Wann hat es schon ein Ereignis gegeben, das die Mehrheit der Weltbevölkerung zum gleichen Zeitpunkt von einer tödlichen Bedrohung erfasst? Wohl noch nie in der Geschichte der Menschheit.
Spielt es eine Rolle, ob ich Gott oder die heilige Kuh anbete? Glauben und Beten haben oft einen Placeboeffekt. Dabei spielt die Frage nach Gott eine untergeordnete Rolle.
Auch wenn sich die Kirchen leeren und viele nicht mehr an ihn glauben, so ist und bleibt der christliche Gott bei uns omnipräsent. Hunderte von Gotteshäusern im Land erinnern uns an ihn, vor allem wenn ihre Glocken läuten.
Auf der Internetseite von katholisch.de ist vor kurzem ein Videoformat erschienen, in dem Pastor Christian Olding von der Diskussion mit Atheisten berichtet. Dabei stellt er für sich fest, dass Atheisten oft zu platten Attitüden greifen und sich gegenüber dem Glauben nur allzu oft respektlos zeigen. Dabei diskutiere er eigentlich gerne mit Atheisten.
Ist Glaube mit Vernunft und Logik vereinbar? Und wie sollte man mit Widersprüchen bei religiösen Überlieferungen umgehen? Der Autor plädiert für das Substrahierungsprinzip – bei sich widersprechenden Aussagen zählt keine von beiden. Geht man nach dieser Methode vor, bleibt vom christlichen Glaubenssystem am Ende nicht viel übrig.
In Düsseldorf stehen aktuell vier Mitglieder der christlichen Rockergruppe "True Life" vor Gericht. Ihnen wird vorgeworfen, ein ehemaliges Mitglied so schwer mit Messerstichen und Reizgas verletzt zu haben, dass nur eine Notoperation das Leben des jungen Mannes retten konnte. Der Grund für die Auseinandersetzung: Glaubensfragen.
Spanien ist noch immer für seinen verbreiteten Katholizismus bekannt. Jedoch gibt die Hälfte der jungen Generation zwischen 18 und 24 Jahren an, nicht gläubig zu sein. Und junge Spanierinnen und Spanier unterscheiden sich nicht nur im Denken gravierend von älteren Bevölkerungsgruppen, sondern auch im Handeln. So werden zum Beispiel mittlerweile 80 Prozent der Ehen nur noch zivil und nicht mehr kirchlich geschlossen.
Von religiösen Menschen, vor allem von Theologen, wird immer wieder in den Raum gestellt, Wissenschaft sei auch nur eine Form von Glaube. Diesem Denkfehler müssen Argumente entgegen gestellt werden.
In einer aktuellen Studie der Evangelischen Kirche Deutschlands (EKD) unter jungen Erwachsenen in Deutschland sagen 19 Prozent der 19- bis 27-Jährigen, dass sie religiös seien. Mehrheitlich bezeichnen sich die jüngeren Evangelischen wie Katholiken als nicht religiös und ebenso sagt eine Mehrheit: "Über das, was ich glaube, entscheide ich selber". Ein Fazit des Studienleiters lautet: "Es ist eine – vielleicht die erste – wirklich postchristliche Generation. Gott ist weitgehend verschwunden."
Religionen sind eng mit Tod und Krankheiten verknüpft. Ohne das Leiden und die Erfahrung der Endlichkeit des Lebens wären unsere Vorfahren nicht auf den Glauben an Götter gekommen. Hätten sie glücklich und zufrieden gelebt, hätten sie keinen Grund gehabt, ein religiöses Heilskonzept zu entwickeln und an übersinnliche Superwesen zu glauben.
Sie sind unerwünscht und offiziell weiß niemand von ihnen. Manche werden abgetrieben, andere fühlen sich allzeit verleugnet: Priesterkinder. Einige Tausend sollen Schätzungen zufolge in Deutschland leben. Tomek ist ein solches Priesterkind.