Islam

Protest gegen den Muezzinruf in Köln

Frauen demonstrieren barbusig gegen Muezzin-Ruf

In der DITIB-Moschee ertönte vergangene Woche erstmals der Muezzin-Ruf zum Freitagsgebet. Die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker wollte den Gläubigen ihre Freiheit der Religionsausübung nicht verweigern. Doch ist der Gebetsruf ein Ausdruck von Religionsfreiheit oder ein Sieg für islamische Hardliner? Gegenüber der Moschee demonstrierten Menschen gegen den islamischen Ruf zum Gebet und gegen die Unterdrückung der Frauen im Iran – mit prominenter Unterstützung aus dem Ausland: Maryam Namazie, die Sprecherin des "Council of Ex-Muslims of Britain" war eine der Protestierenden.

Die Kölner DITIB-Moschee

In Köln ruft ab heute der Muezzin

Heute wird zum ersten Mal der Muezzinruf über dem Kölner Stadtteil Ehrenfeld erschallen. Es handelt sich um ein städtisches Modellprojekt, das zunächst auf zwei Jahre angelegt ist. Die Entscheidung ruft viel Kritik hervor, vor allem auch bei säkularen Vertreter:innen.

Solidaritätskundgebung für die Proteste im Iran

Iranrevolution 2022: Wider den Gottesstaat

Seit Masha Aminis Tod gehen Bilder um die Welt, die uns alle nicht loslassen können: Brennende Kopftücher, wehende Haare, um Feuer tanzende Frauen – unbedeckt, ihre Haare zeigend, Demonstrierende, die zu Tausenden auf die Straße gehen, Menschenmassen, die Freiheit und den Sturz des islamischen Regimes fordern. Sie alle werden von dem menschenverachtenden Regime brutal niedergeschlagen. Doch unsere Autorin ist überzeugt: Durch den Zusammenhalt ist der Politische Islam im Iran am Ende.

Religionsfreiheit und islamistisches Mainstreaming

Religionsfreiheit bedeutet für den Autoren Amed Sherwan, das Recht nicht zu glauben und sein Leben frei von religiösen Vorschriften zu gestalten. Diese Freiheit hatte er als Kind nicht und musste sie sich hart erkämpfen. Mittlerweile hat er ein entspanntes Verhältnis zu religiösen Traditionen und Praktiken und wünscht sich, dass jede Person ihr Leben so gestalten kann, dass es ihrer Weltanschauung entspricht. Von außen werden ihm jedoch andere Eigenschaften und Ansichten zugeschrieben, beruhend auf den Narrativen der dominanten Islamverbände.

Maryam Namazie

"Wir wollen keine islamische Republik"

Sie sei unmoralisch, korrupt und eine Hure, meinen Vertreter der Islamischen Republik Iran, von humanistischen Organisationen wird sie mit Preisen überhäuft: Maryam Namazie, die Sprecherin des Zentralrats der Ex-Muslime in Großbritannien. Seit Jahren kämpft sie gegen Islamismus und für Frauenrechte. In den andauernden Protesten im Iran sieht Namazie nicht nur eine Frauenbefreiungsbewegung, sondern eine Frauenrevolution.

Proteste im Iran nach dem Tod von Mahsa Amini

Proteste im Iran mit mehreren Toten

Nach dem Tod von Mahsa Amini halten die Proteste gegen das Regime im Iran weiter an. Die 22-jährige starb in einem Krankenhaus in Teheran. Vor ihrem Tod hatte die Sittenpolizei ihr vorgeworfen, sich nicht an die strengen Hijab-Vorschriften zu halten und sie festgenommen.

Hindu wegen falscher Blasphemie-Anschuldigung fast gelyncht

Nachdem er sich mit einem Ladenbesitzer gestritten hatte, ist ein Hindu fälschlicherweise der Blasphemie beschuldigt und von einem wütenden Mob gejagt worden. Er entkam knapp und wurde verhaftet, nachdem die Polizei die wütende Menge mit Schlägen zerstreut hatte. Sollte der Mann wegen Entweihung des Koran verurteilt werden, droht ihm lebenslange Haft.

Zwei Aktivistinnen wegen ihres Einsatzes für LGBTQIA+-Rechte zum Tode verurteilt

Zahra Sedighi-Hamadani (31) und Elham Chubdar (24) sind vom islamischen Revolutionsgericht im nordwestiranischen Urmia zum Tode verurteilt worden. Laut der kurdischen Menschenrechtsorganisation Hengaw wird den beiden "Korruption auf Erden durch die Beförderung von Homosexualität" vorgeworfen. Da in diesem Jahr bereits über 250 Personen im Iran hingerichtet wurden, ist lauter weltweiter Protest dringend nötig, um die Aktivist*innen zu retten.

Glaubenshüter fürchten hinduistische Dehnübungen

Wenn Muslim*innen Yoga machen – beten sie dann automatisch zu hinduistischen Göttern? Das Thema Yoga erhitzt in islamischen Kreisen die Gemüter. Das geht so weit, dass Islamisten mit Gewalt Menschen von ihrer Yoga-Matte reißen. Andere geben Tipps, wie Yoga islamisch betrieben werden kann – man benennt es einfach anders.

Blasphemie ist kein Verbrechen

Für die einen sind die Malediven ein Traumurlaubsort, für die anderen – zum Beispiel atheistische Menschen – ein Staat mit äußerst eingeschränkter Religions-, Presse-, und Meinungsfreiheit. Mohamed Rusthum Mujuthaba, oder auch Rusthum Russo, ist Menschenrechtsaktivist und setzt sich in seiner Heimat für Religionsfreiheit ein. Seit 2019 hat ihn das immer wieder ins Gefängnis gebracht. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International fordert, dass die Anklagen gegen ihn fallengelassen und die Gesetze zu Blasphemie und Religionsfreiheit überarbeitet werden.