(hpd) Ein Streit darüber, ob man seinen Leichnam einäschern oder im Sarg bestatten lassen sollte, wäre für die meisten von uns, hier in Mitteleuropa, überflüssig. Vor gut 100 Jahren musste allerdings für das Bürgerrecht auf eine Feuerbestattung noch politisch – vor allem gegen die Kirchen - gekämpft werden.
ZWICKAU. (hpd) Dr. Rudolf Franz (geb. 1882 in Köln, gest. 1956 in Leipzig) teilt das Schicksal vieler Freidenker der “Zwischenkriegszeit” (1918–1939) schon allein dadurch, dass diese Geschichte wenig erforscht und die betroffenen Personen, wenn sie denn 1945 den Nationalsozialismus und den Krieg überlebt hatten, oft in die deutsch-deutschen Parteimühlen gerieten, hüben wie drüben. Der Historiker Gerhard Engel hat einen von ihnen der Vergessenheit entrissen.
(hpd) Der Publizist Felix Wemheuer legt mit “Linke und Gewalt. Pazifismus, Tyrannenmord, Befreiungskampf” eine Dokumentation mit Texten zum Thema vor, welche von Lenin und Mao über Landauer und Most bis zur RAF und “Roten Zora” reichen. So informativ der Sammelband insgesamt ist, so hätte man sich doch eine ausführlichere und systematischere Einleitung, aber auch die Aufnahme von aktuellen Texten gewünscht.
WEIMAR. (hpd) Haiti kurz vor dem verheerenden Erdbeben von 2010 mit mehr als 300.000 Toten. Es ist ein drückend heißer Sommer in der Hauptstadt Port-au-Prince. Kriminalinspektor Dieuswalwe Azémar betrachtet sich als gescheiterte Existenz, weil er sich mit der allgemeinen Korruption – auch und gerade im Polizeiapparat – nicht abfinden will.
(hpd) Der israelische Historiker Moshe Zuckermann legt mit “Israels Schicksal. Wie der Zionismus seinen Untergang betreibt” eine Sammlung mit Aufsätzen vor, welche eine vehemente Kritik an der Politik der israelischen Regierung vornehmen. Es handelt sich um beachtenswerte ideologiekritische und strukturanalytische Beiträge, die mitunter aber die reale Bedrohungssituation für das Land aus dem Blick verlieren.
(hpd) Rechtzeitig zum November, dem Monat, in dem allgemein der Toten gedacht wird, erscheint Jan Bretschneiders zweites Buch zum Thema Abschied, diesmal in Verbindung mit dem Thema Ankunft.
(hpd) Der Historiker Thomas Kaufmann, Professor für Kirchengeschichte in Göttingen, legt mit “Luthers Juden” eine differenzierte Abhandlung zum Antisemitismus bei dem Reformator vor. Er macht darin überzeugend deutlich, dass die Judenfeindschaft integraler Bestandteil seiner Theologie bereits in der Frühphase war und sich bei ihm protorassistische Positionen ausmachen lassen.
(hpd) Der Orientalist und Politologe Imad Mustafa legt mit “Der Politische Islam. Zwischen Muslimbrüdern, Hamas und Hizbollah” eine Gesamtdarstellung zum Thema mit einem Schwerpunkt auf den Entstehungshintergründen und Positionierungen vor.
WEIMAR. (hpd) Simon Petrus sprach zu ihnen: ‘Mariam soll von uns weggehen! Denn Frauen sind des Lebens nicht würdig.’ Jeschua sprach: ‘Seht, ich werde sie erziehen, um sie männlich zu machen (…) denn jede Frau, die sich männlich macht, wird in das Reich der Himmel eintreten.’ Der Vers 114 des Thomas-Evangeliums war es, der Lena Naumann zum Schreiben veranlasste.
(hpd) Der medial gut bekannte Bezirksbürgermeister von Neukölln in Berlin, Heinz Buschkowsky, legt mit “Die andere Gesellschaft” ein neues Buch aus persönlicher Sicht zu Problemen einer multikulturellen Gesellschaft vor. Einerseits beeindruckt es durch das Aufzeigen unterschiedlicher Problemlagen, andererseits verstört es durch die Subjektivität des Autors.
WEIMAR. (hpd) Der nun vorliegende Band 5 aus der Schriftenreihe der Humanistischen Akademie Deutschland vereint acht bis dato unveröffentlichte Vortragstexte der renommierten klassischen Philologen und Humanismusforscher Hubert Cancik und Hildegard Cancik-Lindemaier.
BERLIN. (hpd) Im 21. Jahrhundert wird die Annahme von Lebensformen außerhalb unseres Planeten neu diskutiert. Durch neue Technologien und die fortschrittlicheren Teleskope werden immer mehr Exoplaneten entdeckt. Im Jahr 2000 waren 50 Planeten die um einen anderen Stern kreisen bekannt, heute kennen die Astronomen schon über 1000.
(hpd) Martin Schaad, Historiker und Philosoph, stellvertretender Direktor des Einstein Forums in Potsdam, hat im Februar 2013 einen Vortrag gehalten mit dem Titel “Wie wird man eigentlich Stalinist?” Dazu hat er nun ein Buch veröffentlicht. Es handelt über den Schriftsteller, Kulturfunktionär und Theoretiker des Humanismus Alfred Kurella (1895–1975), dem wohl wichtigsten Kulturfunktionär und -theoretiker der Ulbricht-Zeit (vgl. “Die DDR und der Humanismus”).
(hpd) Soeben erschienen: “Auswilderung”, der erste Roman von Bettina Suleiman. So könnte es sich abspielen - oder doch nicht? Die Übersiedlung von Gorillas auf eine einsame und kahle Insel im Roten Meer endet als Desaster. Die verzweifelten Gorillas, längst der Natur entfremdet, versuchen zu entkommen, stürzen sich gar ins Meer. Und eine Forscherin entflieht der Wissenschaft. Die Autorin äußert sich im hpd zu ihren Ansichten und Arbeitsmethoden.
(hpd). Der Historiker Heinrich August Winkler legt mit “Geschichte des Westens. Vom Kalten Krieg zum Mauerfall” den dritten Teil seines monumentalen Werkes zum Thema mit über 1000 informativen Seiten vor. Bei aller Anerkennung für diese enorme Leistung und gelungene Monographie hätte man sich doch eine stärkere Thematisierung des Spannungsverhältnisses von westlichen Normen und westlicher Realpolitik gewünscht.