In der Walpurgisnacht erinnert The Satanic Temple Germany mit einer Gedenkdemonstration in Tecklenburg an die Opfer der europäischen Hexenverfolgungen. Die Veranstaltung beginnt heute um 21 Uhr vorm Wierturm auf der Burgruine.
Der Ort ist bewusst gewählt: In Tecklenburg bei Osnabrück starb der Arzt und Humanist Dr. Johann Weyer, einer der frühesten Kritiker der Hexenverfolgung. Bereits im 16. Jahrhundert widersprach er der verbreiteten Vorstellung von Hexerei und wandte sich gegen die grausamen Prozesse, die zahllosen Menschen das Leben kosteten. Die Veranstalter begrüßen ausdrücklich, dass in Tecklenburg bis heute an Weyer erinnert wird.
Zwischen dem 15. und 18. Jahrhundert wurden in Europa zehntausende Menschen der Hexerei beschuldigt, gefoltert und hingerichtet. Die Demonstration soll an dieses historische Unrecht erinnern und zugleich darauf aufmerksam machen, dass moralische Paniken, Verschwörungsglauben und Sündenbockmechanismen auch heute eine Rolle spielen.
"Die Hexenverfolgung war eine der tödlichsten Verschwörungstheorien der europäischen Geschichte. Mit unserem Gedenken erinnern wir an ihre Opfer und an frühe Kritiker wie Johann Weyer", erklärt der Verein.
The Satanic Temple Germany e.V. ist eine weltanschauliche Organisation, die sich für Aufklärung, wissenschaftliches Denken, individuelle Freiheit und die Trennung von Staat und Religion einsetzt. Der Verein engagiert sich insbesondere für säkulare Werte, Menschenrechte und eine kritische Erinnerungskultur. Er ist Teil der weltweiten Organisation The Satanic Temple. Die Wahl der Walpurgisnacht ist bewusst: Die Nacht, die man heute oft folkloristisch mit Hexen verbindet, wird hier zum Anlass genommen, an die realen Opfer der Verfolgung zu erinnern.
Die Demonstration findet statt am 30. April 2026, 21:00 Uhr am Wierturm, Burgruine, Am Herrengarten 5, 49545 Tecklenburg






