Großbritannien

Rabbi: Lieber tot als Schulunterricht über Homosexualität

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Im orthodoxen Judentum möchte man nicht, dass Kinder über LGBTQ unterrichtet werden. (Symbolbild)

In Großbritannien hat der ehemalige Vorsitzende eines Rabbinatsgerichts seine Glaubensgenossen aufgefordert, lieber ihr Leben zu lassen als staatlichen Anforderungen für den Unterricht über Homosexualität Folge zu leisten.

Dayan Gavriel Krausz ist der ehemalige Vorsitzende des Rabbinatsgerichts von Manchester. Sein Wort hat unter orthodoxen Juden in Großbritannien Gewicht. Laut The Jewish Chronicle nutzte Krausz das Gewicht seines Wortes jüngst, um Partei zu nehmen gegen eine vom Parlament mit großer Mehrheit verabschiedete neue Richtlinie. Die sogenannte "RSE policy" besagt, dass Kinder vor dem Abschluss an einer weiterführenden Schule darüber aufgeklärt werden müssen, dass es gleichgeschlechtliche Beziehungen gibt. Das gilt auch für auch orthodoxe jüdische Schulen.

Derzeit zirkulieren an diesen Schulen laut Jewish Chronicle Zettel mit Aussagen, die Rabbi Krausz jüngst auf Protestveranstaltungen gegen die neue Richtlinie getätigt haben soll. "Wir sind dazu verpflichtet, eher unser Leben zu geben, als hier nachzugeben – so wie es unsere Vorfahren über Generationen getan haben", sagte Krausz danach. "Selbst, wenn Schulen geschlossen werden und Menschen, die dem Gesetz trotzen, ins Gefängnis kommen, ist es uns nicht erlaubt, auch nur einen Iota nachzugeben", teilte Krausz seinen Glaubensgenossen mit. "Wenn wir aufgeben und einlenken, können wir uns von den kommenden Generation verabschieden", schließt er.

Ob die Glaubensgenossen von Rabbi Krausz tatsächlich gewillt sein werden, ihr Leben und ihre Freiheit zu opfern, damit ihre Kinder nicht erfahren, dass es homosexuelle Beziehungen gibt, wird sich im September nächsten Jahres herausstellen. Dann tritt die neue Richtlinie nämlich in Kraft.