Anfangs 2019 – meistens in den von der PiS regierenden Gemeinden Ost- und Südpolens – entstanden die ersten "LGBT-freien Zonen". Sie entstanden als Reaktion auf die vom Warschauer Bürgermeister Rafał Trzaskowski herausgegebene "LGBT-Karte". Die katholischen Fundamentalisten waren empört, dass diese Karte unter anderem die Einführung der Sexual- und Anti-Gewalt-Aufklärung in die Warschauern Schulen vorsieht.
Als im Februar dieses Jahres das neue Coronavirus die ersten Menschen in Südkorea infiziert hatte, wurden auch Gläubige aufgefordert, keine gemeinsamen Gottesdienste mehr abzuhalten. Für Sektenführer Lee Man-hee kein Grund, sich daran zu halten. Er ließ für seine Sekte Shincheonji weiter große Messen abhalten und erklärte Covid-19 zum Werk Satans, um das Sektenwachstum zu verhindern.
Abtreibung ist in Kolumbien nur in wenigen Ausnahmen legal möglich. Während Menschenrechtsgruppen für einen bedingungslosen straffreien Schwangerschaftsabbruch in den ersten Wochen kämpfen, hat eine rechtskonservative Senatorin nun ein Projekt angekündigt, welches die Zustimmung des Erzeugers zur Beendigung der Schwangerschaft erfordern soll. Eine gefährliche Forderung, die für Empörung sorgt.
Der Hunger der Welt auf billigen Fisch wächst, während die Ozeane und Meere immer leerer werden. Eine solche Gleichung kann nur dann wirtschaftlich aufgehen, wenn man an anderer Stelle spart oder aber ausweichende Industriezweige fördert. In diesem Fall die künstliche Aufzucht von Meeresfrüchten und Speisefischen in Aquakulturen, die im Vergleich zum industriellen Wildfang unter ökologischen wie sozio-ökonomischen Gesichtspunkten nicht minder problematisch sind.
Mit dem Wahlspruch "Wir werden keine Opfer sein!" demonstrierten letzte Woche mehrere tausend Frauen in Warschau gegen den Plan der polnischen Regierung, die "Istanbul-Konvention" aufzukündigen, ein internationales Abkommen zum Schutz von Frauen vor Gewalt. Frauen und Menschen aus der LGBTQI-Community sind in dem Land zunehmend Anfeindungen und tätlichen Angriffen ausgesetzt, die Europäische Union reagiert mit dem Zurückhalten von Fördergeldern.
Die Gesetzgebung im Hinblick auf Schwangerschaftsabbrüche ist ein hervorragender Lackmustest, um zu überprüfen, wie ernst es ein Land mit der Gleichberechtigung von Mann und Frau meint. Während einige Staaten zumindest diese Minimalhürde bereits überwunden haben, kämpfen vornehmlich Frauen in einigen Regionen noch immer dafür, wenigstens über ihren eigenen Körper entscheiden zu dürfen. In Mexiko könnte sich die Lage in den nächsten Jahren womöglich verbessern – noch gibt es dort keine einheitliche Regelung zur Abtreibung.
In einer Rede vor den Nationalversammlung soll Khawaja Asif, Politiker der rechtskonservativen Muslim-Liga, betont haben, dass alle Religionen gleich und keine von ihnen höherwertiger als andere sei. Eine Aussage, die für die einen als Grundlage für religiösen Frieden dient, ist anderen ein Dorn im Auge.
In der pakistanischen Millionenstadt Peschawar wurde am Mittwoch ein Mann erschossen, der wegen Blasphemie vor Gericht stand. Sowohl der Angeklagte als auch der Schütze waren Muslime, gehörten jedoch unterschiedlichen islamischen Strömungen an.
Sie zeigen ihren Modestil, posieren mit Keksen, Autos und Freundinnen oder posten satirische Videos. Für viele sind Influencerinnen bei Internet-Plattformen wie Instagram oder TikTok Vorbilder. Daran stört sich die ägyptische Regierung, die einige junge Frauen verhaften und für ihre vermeintlich unsittlichen und ausschweifenden Veröffentlichungen verurteilen ließ. Im Netz regt sich Widerstand.
Am 8. Juli hat der griechische Verfassungsgerichtshof die Räumung der Abtei Esphigmenou nebst diverser Dependancen entschieden. Die autonome Mönchsrepublik, zu welcher Frauen zum Zwecke der Marienverehrung der Zutritt verboten ist, steht unter griechischer Souveränität.
Mit über vier Millionen Covid-19-Infizierten, über 150.000 daran Verstorbenen und Millionen Menschen, die ihre Arbeit verloren haben, sehen sich die Vereinigten Staaten in einer verzweifelten Situation. Ein 669 Milliarden US-Dollar umfassendes Hilfspaket sollte nun kleine Unternehmen, Einzelunternehmer, einige Nichtregierungsorganisationen und Stammesunternehmen über die Krise retten. Nachdem auch Kirchen Hilfen beantragen können, hat sich allein die römisch-katholische Kirche mehrere Milliarden gesichert.
Seit Ende April befindet sich Mubarak Bala, der Präsident der Humanistischen Vereinigung von Nigeria, wegen angeblich blasphemischer Äußerungen in Haft. UN-Menschenrechtsexperten fordern nun seine unverzügliche Freilassung.
Trennung von Religion und Staat? In den USA schaufelten die Kirchen Milliarden von Corona-Hilfsgeldern in die eigenen Kassen – angeleitet von Trumps Mitarbeitern im Weißen Haus.
In der zentralspanischen autonomen Region Kastilien und León hatte das Bildungsministerium im März 2018 ein Protokoll zum Umgang mit transsexuellen und nicht-binären Schüler*innen an die Bildungseinrichtungen versandt. Dieses galt zunächst experimentell bis Januar 2019. Christlichen Gruppen war dieses Protokoll ein Dorn im Auge, so dass eine christliche Anwaltsorganisation gegen das Protokoll klagte.
Sein Umgang mit der Corona-Pandemie und den Antirassismus-Protesten lassen die Zustimmungswerte für US-Präsident Donald Trump sinken. Selbst unter Religiösen, auch wenn diese ihn noch immer mehrheitlich unterstützen.