„Wenn der Westen seine demokratischen Werte ...”

Ralf König

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* 8. August 1960 in Soest/Westfalen;
Comic-Zeichner und -Autor. Mit einer Gesamtauflage von fast sieben Millionen Exemplaren ist er der weltweit populärste Autor explizit schwuler Geschichten.

Seit einigen Jahren engagiert er sich auch religionskritisch und wurde Mitglied des Beirats der Giordano Bruno Stiftung.

Nach der Schule absolvierte König zunächst eine Tischlerlehre. Im Verlauf seines Coming-outs veröffentlichte er ab 1979, vor dem Hintergrund der politischen Schwulenbewegung, engagierte Comics in Schwulenzeitschriften. Zugleich erwarb er seine Mittlere Reife und studierte 1981-1986 an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf. Mit den „SchwulComix” wurde er in den achtziger Jahren als humorvoller Chronist der Schwulenbewegung einem wachsenden Publikum bekannt. Der Durchbruch gelang ihm 1987 mit den Bestsellern „Kondom des Grauens” und „Der bewegte Mann”, die beide kurz darauf auch verfilmt wurden. Seine Bücher wurden in bislang 13 Sprachen übersetzt.

Nicht nur mit seinen witzigen und hintersinnigen Geschichten hat sich König stets gegen die Vorurteile über Schwule und Lesben engagiert. Er unterstützt die Schwulenemanzipation und die AIDS-Hilfen auch durch Mitarbeit in den entsprechenden Organisationen.

Sein Entschluss, sich politisch und künstlerisch nunmehr auf religionskritischem Gebiet zu engagieren, entstand vor dem Hintergrund des von militanten Muslimen ausgelösten „Karikaturenstreits”. Spontan veröffentlichte König eine Reihe islamkritischer Cartoons, die an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig ließen. Seine Motive erläuterte er folgendermaßen: „Wenn der Westen da nicht gegen hält und seine demokratischen Werte ohne Wenn und Aber und Entschuldigungen verteidigt, ist's bald vorbei mit Presse- und Meinungsfreiheit.”

Für seine künstlerische Stellungnahme im Streit um die „Mohammed-Karikaturen” wurde Ralf König im Juni 2006 auf dem Internationalen Comic-Salon in Erlangen mit dem ‚Max-und-Moritz-Preis’ (Spezialpreis der Jury) ausgezeichnet.

Auf der Frankfurter Buchmesse 2009 bekam der „Prototyp” den ‚Sondermann’ als bestes deutschsprachiges Comic-Buch, und in München erhielt Ralf König kurz darauf, neben dem Regisseur Jochen Hick „Ich kenn keinen - Allein unter Heteros”, den ‚Gache Wurzn’, den bayerischen Zivilcouragepreis des bfg (Bund für Geistesfreiheit) für seine religionskritischen Veröffentlichungen generell.

Anfang Juni 2010 konnte der Karikaturist auf dem Internationalen Comic-Salon in Erlangen   seinen inzwischen dritten ‚Max-und-Moritz-Preis’ in Empfang nehmen, diesmal in der Kategorie ‚Bester Comic-Strip’. „Prototyp” und „Archetyp” sind beide erstmals in der FAZ - mittlerweile in Buchform - erschienen. Und im Juli 2010 erhielt König zusammen mit Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger die ‚Kompassnadel’ des Schwulen Netzwerks NRW für besondere Verdienste um die Förderung der gesellschaftlichen Akzeptanz der schwulen Minderheit.
 

Zitat:
„Ich für meinen Teil bin in die Giordano-Bruno-Stiftung eingetreten, weil ich meine, dass die Aufklärung die größte geistige Leistung der Menschheit war und ist, die es dringend wieder voranzubringen gilt.”