Der Verein "intaktiv" freut sich sehr, dass vier Monate nach Bekanntgabe der ersten drei Botschafter nun zwei weitere Botschafter hinzustoßen, um uns bei unserer Arbeit für das Recht von Kindern auf genitale Unversehrtheit zu unterstützen. In dem Psychoanalytiker Prof. Dr. Matthias Franz und Ulla Barreto, der Vorsitzenden von TABU INTERNATIONAL e.V., wurden zwei weitere fachkundige und engagierte Botschafter gewonnen.
Der "Stern" berichtete vor einigen Tagen von einem Gerichtsverfahren in Israel, bei dem eine Asylbewerberin aus Eritrea angeklagt ist, weil sie ihren vierjährigen Sohn selbst "beschnitten" hat. Dies ist verwunderlich – aber auch erfreulich – in einem Land, in dem (laut "Stern"-Artikel) 98 % der Männer die Vorhaut ohne medizinischen Grund entfernt wurde.
Am 7. Mai ist es wieder so weit: Im Gedenken an das "Kölner Urteil" im Jahr 2012 gehen in Köln (und anderen Städten weltweit) wieder Menschen auf die Straße und demonstrieren für das Recht aller Menschen auf genitale Selbstbestimmung. Die Aktionen rund um den 7. Mai thematisieren in diesem Jahr schwerpunktmäßig die Beschneidungsprogramme in Afrika. Gäste aus den USA und Kenia sollen auf der Demonstration in Köln sowie auf einer Pressekonferenz in Berlin sprechen. Für die aufwändige Aktion werden rund 7.000 Euro benötigt.
Pünktlich zum 12.12.2016., an dem sich die Verabschiedung des §§1631d BGB (sogenanntes Beschneidungsgesetz) zum vierten Mal jährt, gibt der Verein intaktiv e.V. seine ersten drei Botschafter bekannt. Ab sofort werben die Psychoanalytikerin und TV-Moderatorin Angelika Bergmann-Kallwass, der Rechtswissenschaftler Prof. Rolf-Dietrich Herzberg und die Verhaltenstherapeutin und Comic-Zeichnerin Dr. Nadja Hermann für den gemeinnützigen Verein und seinen Einsatz für das Kinder- und Menschenrecht auf genitale Unversehrtheit bzw. Selbstbestimmung.
Die dänische Medizinervereinigung Lægeforeningen hat sich dafür ausgesprochen, dass in Dänemark keine Beschneidungen mehr an Jungen durchgeführt werden sollten, die jünger als 18 Jahre sind – sofern es keinen medizinischen Grund für den Eingriff gibt.
Zur Jahrestagung der "Sektion Feministische Theorie und Geschlechterforschung" der Österreichischen Gesellschaft für Soziologie in Kooperation mit der "Sektion Kritische Migrations- und Rassismusforschung" am 19. und 20. Januar 2017 lud man zur Einreichung von Abstracts zu Themen wie "Migration, Männlichkeit und Sexualität" ein. Doch weder in der Ausschreibung noch im persönlichen Mailverkehr war in Erfahrung zu bringen, in welcher Form Themen für die Tagung eingebracht werden sollten - wie sonst eigentlich allgemein üblich bei solchen Veranstaltungen. So ist der Facharbeitskreis Beschneidungsbetroffener im MOGiS e.V. davon ausgegangen, dass es sich um eine Art Themenvorschlag handeln sollte, den sie deshalb auch einreichten.
Bei der diesjährigen Sitzung der Mitglieder der Giordano Bruno Stiftung (GBS) wurde unter anderem auch über den fünfjährigen Jahrestag des "Kölner Urteils" im kommenden Jahr gesprochen. Beiratsmitglied Andreas Altmann stellte daraufhin dem hpd ein Kapitel aus seinem Buch "Verdammtes Land" zur Verfügung.
Am 7. Juni 2016 lud die LAG (Landesarbeitsgemeinschaft) Säkulare Grüne Bayern zu einer Podiumsdiskussion unter dem Titel "Beschneidung von Jungen – Eine Frage der Selbstbestimmung?" ins Stadtbüro der Münchner Grünen. Viele Fragen wurden an diesem Abend gestellt und diskutiert. Und es herrschte Einigkeit darüber, dass die genitale Selbstbestimmung ein Menschenrecht ist.
KÖLN. (hpd) Zum vierten Mail jährte sich am 07. Mai 2016 der Tag des "Kölner Urteils", durch das eine medizinisch unbegründete "Beschneidung" eines Jungen vom Kölner Landgericht als nicht zulässige Körperverletzung gewertet wurde. Das Urteil entfachte eine lebhafte gesellschaftliche Debatte über "Jungenbeschneidungen", die am 12.12.2012 mit der Verabschiedung des § 1631d BGB (sogenanntes Beschneidungsgesetz) ein jähes Ende fand.
BERLIN. (hpd) Am Samstag, 7. Mai ist es wieder soweit: in Köln und anderen Metropolen auf der ganzen Welt gehen KinderrechtlerInnen auf die Straßen, um für das Recht aller Kinder weltweit auf genitale Selbstbestimmung einzustehen.
BERLIN. (hpd) Kaan Göktas lebt in Istanbul, ist Journalist und hat sich in den letzten Jahren vertieft mit der religiös begründeten Genitalverstümmelung von Jungen ("Beschneidung") befasst. Bereits im Jahr 2013 ist in der Türkei sein Buch "Oldu da Bitti Masallah" erschienen, mit dem er dazu ermutigen möchte, auf die Beschneidung Minderjähriger in einem islamischen Land zu verzichten. Der hpd sprach mit dem Autoren.
BERLIN. (hpd) Das sog. "Beschneidungsurteil” des Landgerichts Köln vom 07. Mai 2012 hat im deutschsprachigen Raum eine Debatte ausgelöst, die seitdem nicht mehr verstummt ist. Mitglieder des "Beschneidungsforums haben mit dem interaktiven Internetradio RedeMit einen Podcast produziert, in dem direkt und indirekt Betroffene zu Wort kommen.
BERLIN. (hpd) An der Universität Bonn wird derzeit eine neue S3-Leitlinie zum Kinderschutz in der Medizin erstellt. Dabei werden die Belange der Beschneidungsbetroffenen jedoch nicht beachtet.
MÜNCHEN. (hpd) Knapp drei Jahre nachdem die operative Entfernung der Penisvorhaut bei minderjährigen Jungen gesetzmäßig der elterlichen Fürsorge zugesprochen wurde, erscheint mit dem Buch "Ent-hüllt! Die Beschneidung von Jungen – nur ein kleiner Schnitt?" von Clemens Bergner erstmals eine Sammlung von Berichten Betroffener im deutschen Sprachraum.
ROSTOCK. (hpd/mogis) Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) und MOGiS e.V. kommentieren den "Aktionstag gegen Geschlechterdiskriminierung" der Antidiskriminierungsstelle des Bundes.