Ramadan zelebriert, Kirche in der Kritik

Doppelstandards im ZDF-Kinderprogramm

So wurde bei "logo!" über den Ramadan berichtet...
...und so über das Christentum.

Kürzlich zeigte der ZDF-Kinderkanal zwei Beiträge mit deutlich auseinandergehendem Spin: Der muslimische Fastenmonat wurde positiv dargestellt, die Geschichte der Kirche hingegen kritisch. Religionskritik, auch für Kinder, sollte ausgewogen sein und sich an der heutigen Relevanz orientieren.

Die "logo!"-Sendung von ZDFtivi widmete sich am 19. März zunächst sachlich bis positiv dem Ramadan inklusive Zuckerfest. Mit den Worten "Und wir bleiben beim Thema Religion" leitete die Moderatorin anschließend über. Es folgte ein zweiter Clip, dieser mit negativer Schlagseite, der vom schwindenden Einfluss der christlichen Kirche handelte. Die "logo!"-Folge sorgte für Aufruhr und zog mindestens eine Programmbeschwerde nach sich.

Der Sender räumte daraufhin ein, dass die "Programmierung unglücklich war". Eine gegenüberstellende Wirkung sei "keinesfalls intendiert" gewesen. Zurück bleibt ein Geschmäckle: Wie konnte die Redaktion überhaupt darauf kommen, diese Beiträge so zu produzieren und auszustrahlen? Das Stück steht exemplarisch für eine vielerorts selektive, wenn man so will, Religionskritik. Auch das präsentierte Islamverständnis dürfte Islamisten gefallen.

Kontrastprogramm: Fröhlicher Islam, bedrohliches Christentum

Eingangs erklärt die Moderatorin: "Mehr als fünf Millionen Menschen in Deutschland, die Muslime sind und der Religion Islam angehören", würden das Ende des Ramadan feiern. Weiter informiert der Clip: Der Ramadan erfordere, dass "gläubige Muslime" einen Monat lang "so oft es geht an ihren Gott – Allah – denken". Und: "Von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang fasten, also nichts essen und trinken." Eingeblendet werden Szenen aus einer Moschee, in der in den vorderen Reihen ausschließlich Männer beten und Frauen sowie Mädchen durchweg Kopftücher tragen.

Dann: Zum Ende des Ramadan folgt ein "großes Fest", Eid al-Fitr, "auch Zuckerfest genannt, weil Kinder viele Süßigkeiten geschenkt bekommen." "Es wird jede Menge gekocht und gebacken", heißt es – zu sehen sind nur Frauen in der Küche. Mädchen erhalten neue Kleidung und Schmuck und malen sich Henna-Tattoos auf, die Glück bringen sollen. Der Beitrag endet feierlich. Soweit, so fragwürdig.

Nun: Kontrastprogramm – der Ton wird ernster. Der Beitrag über die Kirche folgt. Anlass sind die rückläufigen Mitgliederzahlen, die zu Anfang der Ausstrahlungswoche veröffentlicht wurden. Zu Beginn heißt es differenziert: "Für manche spielt die Kirche eine total wichtige Rolle und sie gehen da regelmäßig hin, manche vielleicht einmal im Jahr und manche vielleicht nie."

Es folgt ein historischer Rückblick – visuell eher düster inszeniert, mit Figuren statt realer Menschen. Im Mittelalter, so der Bericht, sei die Kirche "sehr, sehr mächtig" gewesen und habe über viel "Geld und Einfluss" verfügt. Die Menschen hätten den kirchlichen Lehren gehorcht und die Angst entwickelt, dass "Gott sie in die Hölle schicken würde, wenn sie sich nicht an die religiösen Regeln hielten". Zugleich erklärt der Film, die Kirche habe hochpreisige Ablassbriefe angeboten, um sich "von Sünden befreien" zu lassen – und sich daran erheblich bereichert.

Mit dem Übergang in die Neuzeit habe sich dies verändert, so "logo!". Naturkatastrophen und Krankheiten seien zunehmend wissenschaftlich erklärt und nicht mehr allein als Wille Gottes interpretiert worden. In der Folge habe die Kirche ihren "Einfluss auf das Denken der Menschen" verloren. Zudem habe es "keine Verpflichtung mehr" gegeben, "einer Kirche anzugehören".

Abschließend wird – begleitet von einem eingeblendeten Zeigefinger – die sinkende Zahl der Kirchgänger begründet: Für viele sei die Kirche "nicht modern genug". Zudem hätten Bedienstete der Kirche "schwere Fehler gemacht" und "zum Teil schreckliche Verbrechen an Kindern begangen". Soweit, so richtig.

Werbeclip im Interesse des Politischen Islam

Dass ein Kinderbeitrag im öffentlich-rechtlichen Rundfunk Entwicklungen der Kirche kritisch auf den Prüfstand stellt, ist grundsätzlich begrüßenswert. Zur Religionskunde gehört eben auch Kritik – "logo!" hat einen Bildungsauftrag. Auffällig ist jedoch, dass der Ramadan-Clip – anders als der Beitrag zur Kirche – ohne jede kritische Note auskommt. Um nicht missverstanden zu werden: Dieser Kommentar trauert keiner vermeintlichen Unfehlbarkeit der Kirche nach und möchte auch nicht ihre Ehre retten. Nicht die Schärfe der Kritik ist das Problem, sondern ihre Selektivität.

Schon aus Gründen der Ausgewogenheit hätten die Redakteure die Schattenseiten des Ramadan erwähnen können. Material dafür liefert der Beitrag indirekt selbst.

Zweifellos ist der Ramadan eine zentrale Säule des Islam, die von der Mehrheit der Muslime weltweit durch Fasten, Gebete und Gemeinschaft begangen wird. Dennoch fasten – anders als suggeriert – nicht alle Muslime. "Islamkonforme" Ausnahmen gelten für Kinder, Kranke, Schwangere, Stillende, Reisende oder Menschen, die schwere Arbeit verrichten. Ganz übersehen wird in dem Beitrag die innermuslimische Minderheit der Aleviten, die ebenfalls zu den genannten rund fünf Millionen Muslimen in Deutschland zählen. Sie haben eine eigene Fastenzeit zu einem anderen Zeitpunkt.

Auch die präsentierte harte Gangart des Fastens – "von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang nichts essen und trinken" – wird nicht von allen Muslimen so eingehalten. Viele fasten nur teilweise, verzichten auf persönliche "Laster" oder Luxusgüter. Ganz zu schweigen von Kindern, denen aus gesundheitlichen Gründen vom vollumfänglichen Fasten abzuraten ist. Gerade in einer Kindersendung hätte dies eingeordnet werden müssen, statt einen Ramadan-Absolutismus als selbstverständlich abzubilden.

Die mediale Normalisierung einer strengen Ramadanpraxis liegt im Interesse des Politischen Islam. Dieser führt den Kampf um die Köpfe und ist bestrebt auf leisen Sohlen islamistische Normen zu etablieren. Wenn der Ramadan bereits im Kinderkanal in seiner dogmatischen Version gepriesen wird, braucht es langfristig weniger Zwang, um Menschen zum Fasten zu nötigen. Der Clip wirkt wie eine Werbung: Das "bisschen" Askese wird schließlich mit Festlichkeiten, Geschenken und Süßigkeiten belohnt. Ein Traum aller Kinder. Früh übt sich.

Negative Aspekte werden ausgeklammert

Von der Kehrseite des Ganzen kein Wort. Kinder, die aus Gruppenzwang oder dem Wunsch nach "Anerkennung" rigide fasten, sich im Unterricht nicht konzentrieren können oder umkippen, tauchen in dem Beitrag nicht auf. Über (selbsternannte) Religionspolizisten, die Nicht-Fastende auf Schulhöfen drangsalieren, herrscht Stillschweigen. Auch steigende Terror- oder Militanzakte unter Muslimen im Ramadan sowie Lähmungen wirtschaftlicher Produktivität in islamischen Gesellschaften werden ausgeklammert.

Ein aus Syrien stammender, moderater Christ und ausgesprochener Kritiker des Islam sagte mir einmal: "Der Ramadan soll Muslimen dabei helfen, sich in die Not von Hungernden und Bettlern zu versetzen. Doch welche hungernden Menschen oder Bettler betreiben jede Nacht Völlerei und werden anschließend mit Geschenken überhäuft?" Auch dieses brüchige Ramadan-Narrativ sollte Gegenstand einer kritischen Religionskunde sein.

Während öffentliche Rundfunkanstalten sonst großen Wert auf die Darstellung gleichberechtigter Geschlechterrollen legen, scheinen die "logo!"-Macher diesmal darüber hinweggegangen zu sein. Frauen müssen im hinteren Rang beten, treten überwiegend verschleiert auf – das Kopftuch als Instrument sozialer und sexueller Kontrolle – und sind gemäß den traditionellen Erwartungen in der Küche zu finden. Ob wissentlich oder nicht: Mit diesem Clip reproduziert das ZDF ein reaktionäres Islamverständnis.

ChatGPT macht keine Witze über Mohammed

Einseitigkeit allein soll nicht das Hauptkriterium der Kritik sein. Religionskritik muss auf Höhe der Zeit stattfinden. Eine Gleichsetzung von Christentum und Islam wäre fatal. Unbestreitbar hat die Kirche ihre Leichen im Keller: Zölibat, Kreuzzüge, die Unauflöslichkeit der Ehe, Gewalt (überwiegend) im Alten Testament, Kindesmissbrauch, Homophobie und die Verweigerung reproduktiver Selbstbestimmung, um nur eine Auswahl zu nennen. Qualitativ und quantitativ spielen reaktionäre und militante Eiferer im Christentum jedoch eine geringere Rolle als im gegenwärtigen Islam.

Der Migrationsforscher Ruud Koopmans stellte 2013 fest, dass "der religiöse Fundamentalismus unter Muslimen deutlich weiter verbreitet ist als unter Christen". Laut einer aktuellen Studie ist fast jeder zweite Muslim unter 40 Jahren latent bis manifest Islamismus-affin. Der Islam ist die am schnellsten wachsende Religion, unterdessen verzeichnet die Kirche in Deutschland kontinuierlich Austritte und Sterbefälle.

Noch einmal: Es ist schlicht realitätsfern, dass die dominantere und zunehmend aggressiver auftretende Religion von Kritik verschont bleibt, während das im Verhältnis bedeutungsärmere Bekenntnis mit besonderer Vehemenz beargwöhnt wird.

Wenngleich das Christentum die Aufklärung durchlaufen hat, ist dies beim Islam nicht der Fall. Auffällig ist zudem, dass liberale Gesellschaften und Menschenrechte vor allem in christlich-jüdisch geprägten Kontexten entstanden sind und nicht in muslimischen. Es lässt sich argumentieren, dass die Trennung von Religion und Staat bereits in der christlichen Überlieferung angelegt ist: Jesus wird der Ausspruch "Gib dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist" zugeschrieben. Mohammed indes war Religionsstifter und Kriegsherr in einer Person.

Ein Vergleich der Kritikfähigkeit der beiden Religionen macht den Unterschied deutlich: Zahlreiche evangelische und einige katholische Kirchen hissten die Regenbogenfahne als Protest gegen (innerreligiöse) Homophobie. Als islamisches Gotteshaus in Deutschland tat dies lediglich die Ibn-Rushd-Goethe-Moschee der Frauenrechtlerin und Imamin Seyran Ateş – und erntete dafür heftige Anfeindungen. Kirchen standen dafür nicht unter Hochsicherheitsvorkehrungen, die liberale Moschee Ateş' schon.

In den klassischen islamischen Rechtschulen gilt Apostasie als schweres Verbrechen. Alle Staaten, die die Todesstrafe für den Abfall vom Glauben verhängen, sind muslimisch. Auch in Deutschland fürchten Ex-Muslime Einschüchterungen bis hin zu Morddrohungen. Ein Kirchenaustritt kann hierzulande allenfalls das Beschäftigungsende bei einem christlichen Träger bedeuten.

Satiren über das Christentum sind meist harmloser Usus – Mohammed-Zeichnungen hingegen lebensgefährlich. ChatGPT macht Witze über Jesus, Abraham oder Moses – über Mohammed nicht. "Aus Respekt", heißt es – oder etwa falsche Toleranz? Der französische Lehrer Samuel Paty wurde von einem 18-jährigen Islamisten ermordet, weil Paty seinen Schülern im Sinne einer Erziehung zur Mündigkeit eine Mohammed-Karikatur gezeigt hatte.

Die islamistische Wucht verunsichert; linksautoritäre Diskurse brandmarken Islamkritik oft als Rassismus – Unterwerfung oder Selbstzensur sind nicht selten die Folge. Hat die "logo!"-Redaktion deshalb auf Kritik am Islam verzichtet, weil sie weiß, was ihr blühen könnte?

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Kommentare (23)

Petra Berger (nicht überprüft)

Mo. 30 Mär 2026 - 14:01

Wie Moritz Pieczewski-Freimuth sollte sich der Humanistischer Pressedienst insgesamt mehr für das Christentum einsetzen!

Mania (nicht überprüft)

Di. 31 Mär 2026 - 10:53

Antwort auf von Petra Berger (nicht überprüft)

Warum sollte er? Das Christentum ist auch eine der diversen einflußreichen patriarchalen misogynen religiösen Männermachtorganisationen weltweit, wenn auch für viele nicht so offensichtlich u. unerträglich wie der Islam! Information, Aufklärung, Erziehung zu Demokratie, Empathie u. Verantwortlichkeit gegenüber allem Seienden tun not!

Detlev F. Neufert (nicht überprüft)

Di. 31 Mär 2026 - 16:27

Antwort auf von Petra Berger (nicht überprüft)

ja, auch öfters auf den Unterschied zwischen Kirche (Macht) und Jesus (bedingungslose Liebe) eingehen.

Bernie (nicht überprüft)

Mo. 30 Mär 2026 - 14:02

Bei aller Zustimmung zum Autor des Artikels - Herr Moritz Pieczewski-Freimuth hat vergessen zu beschreiben, dass die Epoche der Aufklärung das europäische, und deutsche, Christentum weniger harmlos werden ließ.

Für die USA gelten da völlig andere Wertmaßstäbe, die US-Evangelikalen sind unter US-Kriegsminister Pete Hegseth auf einem völlig anderen Tripp als wir hier in Europa (nicht allein die EU gemeint sondern ganz Europa):

"[...]Iran-Krieg

»Gott will es«

USA: Evangelikale in der Trump-Regierung wollen die Streitkräfte zum Heer von Glaubenskriegern umbauen – ohne »dumme Rules of Engagement«
Von Susann Witt-Stahl [...]"

Quelle und kompletter Text:

https://www.jungewelt.de/artikel/520000.iran-krieg-gott-will-es.html

Außerdem sieht man ja auch in Putins Russland, und der Ukraine, dass die Werte der Epoche der Aufklärung völlig ins Gegenteil verkehrt wurden - die Ukraine hat sogar eine eigene, staatskonforme, Kirche geschaffen - und die russisch-orthodoxe Kirche verboten.

Soviel zu den aufklärerischen Werten, die der Artikelschreiber beschreibt, leider gibt es auch im Christentum aktuelle Gegenaufklärung, und das sollte Mensch, bei aller berechtigten Kritik am Islam/Islamismus nicht vergessen.

Ansonsten sei noch einmal erwähnt, dass ich die Positionen des Artikelschreibers ähnlich sehe, aber es fehlt eben noch was, was ich hiermit ergänzt habe ;-)

Gruß
Bernie

Gerhard Baierlein (nicht überprüft)

Mo. 30 Mär 2026 - 15:07

Alle Glaubensrichtungen belügen und betrügen die Menschen, egal wie diese sich nennen, Religion ist immer erfunden und hat mit der Realität nichts zu tun, es geht immer darum Macht über Menschen zu generieren und diesen Geld aus den Taschen zu ziehen, das ist
das Wesen aller Religionen, erst wenn die Menschheit diese Phase überwunden hat, kann
sie frei sein und sich um die wesentlichen Probleme der Erde kümmern.

Angelika Wedekind (nicht überprüft)

Mo. 30 Mär 2026 - 16:16

Na, ich denke, der legalistische Islam hat doch längst Einzug gehalten in alle Medien. Religiöse Unterwanderung trifft Feigheit...

A.S. (nicht überprüft)

Di. 31 Mär 2026 - 11:42

Antwort auf von Angelika Wedekind (nicht überprüft)

... und auf Beschwichtigung durch die Kirchen, die genauso Angst vor der Aufklärung haben wie die Muslime.

Roland Fakler (nicht überprüft)

Mo. 30 Mär 2026 - 17:15

Großes Lob für diesen differenzierten Beitrag zur Verteidigung unserer Werte. Die Anbiederung der öffentlich rechtlichen Medien an den politischen Islam finde ich einfach nur noch ekelhaft. Das Christentum hat sich durch Kritik und Machtverlust weitgehend an die westlichen Werte angepasst. Diese Werte sind es allein, die letztlich für eine friedliche Entwicklung der ganzen Menschheit sorgen könnten. Welcher Depp sollte sich dagegen die Vorherrschaft der Muslime über Nichtmuslime in einem Schariastaat gefallen lassen? Da ist der Bürgerkrieg doch schon vorprogrammiert.

A.S. (nicht überprüft)

Mo. 30 Mär 2026 - 18:55

Die Linken haben die Aufklärung an den Islam verraten.

Ich wünsche mir die gleiche vehemmente Religionskritik gegenüber dem Islam, die auch das Christentum erfährt.

Aus atheistischer Sicht sind alle Götter erfunden. Für die meisten Götter sind die Erfinder unbekannt. Homer war in die Erfindung der antiken griechischen Götter involviert. Abraham und Moses waren an der Erfindung des jüdischen Gottes beteiligt. Der christliche Gott, angeblich der Sohn des erfundenen jüdischen Gottes, wurde wesentlich von Paulus und Petrus erfunden und von den Kirchenlehrern weiter entwickelt. Der muslimische Gott Allah ist eine Erfindung Mohammeds, der von muslimischen Theologen weiter erfunden wurde.

Erfundene Götter sind Werkzeuge der Politik.
Das politische Werkzeug "Gott" wird von religiösen Führern bedient.
Erfundenen Göttern kann man beliebige Eigenschaften und Fähigkeiten andichten.
Erfundene Götter kann man für alles verantwortlich machen, angefangen bei der Erschaffung der Welt bis hin zum schwängern junger Frauen.
Erfundene Götter können die Priester alles wollen lassen und so ihren eigenen Willen als den angeblichen Willen Gottes verkünden.

Die frohe Botschaft: Vor erfundenen Göttern braucht niemand Angst zu haben.

Mit dem Vorwurf des "antimuslimischen Rassismus" wird sehr erfolgreich Religionskritik am Islam verhindert. Mit dieser Demagogie wird ganz Deutschland auf das falsche Schlachtfeld geführt.

Freiheit und Demokratie sind Kinder der Aufklärung, nicht Kinder der Religion. Im Gegenteil: Freiheit und Demokratie mussten gegen die Kirchen und ihre Schlägertruppen, dem Adel, erkämpft werden.
Heute müssen Freiheit und Demokratie durch Aufklärung verteidigt werden, gegen den Islam und gegen die mit dem Islam verbündete Kirche.

Gerhard Lein (nicht überprüft)

Mo. 30 Mär 2026 - 19:49

Danke für den guten und wuchtigen und notwendigen Kommentar.

Der8teZwerg (nicht überprüft)

Mo. 30 Mär 2026 - 20:38

Dem Artikel ist kaum etwas hinzuzufügen. Man sollte aber nicht vergessen, dass es auch liberale Muslime gibt. Der Staat und hier eben auch die öffentlich-rechtlichen Sender, versagen nur leider oft darin, die liberalen Muslime hervorzuheben bzw zu schützen.

Auch "liberale" Muslime, Rabbiner etc. stützen insgesamt das Fundament dieser religiösen Organisationen mit ihren Ideen u. dem Götter-/Prophetenglauben, sowie diverse Gesetze, Regeln, Gebote. Auch in den christl. Organisationen gibt es die weichgespülten Ränder mit "Wohlfühlwochenenden" o.ä. in vielen europäischen Ländern...

Ein Christ der nicht an die Wiederaufstehung glaubt, ist kein Christ mehr. Deswegen ist es auch eine gute Frage, ob ein liberaler Moslem, der sich die Stellen im Koran aussucht an die glauben will und an welche nicht, noch ein richtiger Moslem ist.

Dass der Glaube zentral für einen religiösen Menschen sein soll, ist eine evangelische Sichtweise, ebenso die Normativität einer „heiligen“ Schrift. Schon in der Römisch-katholischen Kirche ist der Gottesdienst wichtiger ebenso die religiöse Tradition, die mehr umfasst als den Glauben und die wörtliche Auslegung „heiliger“ Schriften. Das Gleiche gilt auch für den Islam. Interessanterweise ist das für die Wahrnehmung des Buddhismus oder des Hinduismus kein Problem, niemand bezieht sich in der Auseinandersetzung mit jenen auf ihre „heilige“ Schriften. Bitte erwidern Sie nicht, dass die beiden religiösen Traditionen keine Gewalt kennen oder keine Religion sind. Beides ist faktisch falsch.

Indem Sie die Behauptungen der religiösen Fundamentalisten wiederholen, verkennen Sie die individuelle, soziale und kulturelle Pluralität jeder religiösen Tradition. Politisch hat dies zur Folge, dass nur Fundamentalisten als Muslime wahrgenommen werden und als Ansprechpartner dienen, und dass jene, die sich den Fundamentalisten entgegenstellen, politisch nicht relevant sind.

Matt Sand (nicht überprüft)

Mo. 30 Mär 2026 - 22:27

Dass der Islam die Aufklärung nicht durchlaufen hätte (oder richtiger: dass es im Islam nichts gegeben hätte, das dem Impetus der Aufklärer gleichkommt), lieber Moritz Pieczewski-Freimuth, ist so nicht korrekt. Denn wäre es so, könnte es ja gar keine liberalen Muslime geben, und das islamische Recht wäre nicht in den meisten islamisch geprägten Ländern schon stark zurückgedrängt oder ganz durch ein säkulares Rechtssystem abgelöst.

Ohnehin geht eine solche Behauptung am Kern des Problems vorbei. Das 19. und 20. Jahrhundert, das heißt, die Zeit nach der Aufklärung, enthielten zahlreiche Höhepunkte christlicher religiöser Gewalt und christlicher gewaltbegleiteter Expansion. Aufklärung ist eben nicht gleichbedeutend mit Menschenrechten, pluralistischer Demokratie und positiver Säkularität. Überhaupt stellt sich die Frage, ob die Aufklärung nicht bei Weitem überschätzt wird.

Man kann von einem Beitrag über den Ramadan erwarten, dass er auch die Schattenseiten dieser Tradition berücksichtigt, wenigstens anreißt. Wie viel ein Format, das ausdrücklich Kinder zur Zielgruppe hat, hier leisten kann (und soll), ohne zu überfordern und zu verstören, sei dahingestellt. Ausführliche, auch historisch ausgreifende Islamkritik würde den thematischen Rahmen eines solchen Beitrags aber niederreißen. Diese kann ihren Platz dort finden, wo die Darstellung des Islam unter theologischen und geschichtlichen Gesichtspunkten auch tatsächlich beabsichtigt ist. Hätte man die beiden Beiträge nicht direkt hintereinander gesendet, wäre vermutlich niemand auf die Idee gekommen, sie mängelbezeigend gegenüberzustellen – Kritik an christlicher Bigotterie und Kritik am Islam können zu gegebener Zeit in eigenen Beiträgen Raum erhalten.

Der Balanceakt zwischen allgemeiner Religionskritik und Lob des Christentums irritiert mich immer wieder.

Es ist schon richtig, dass man in Europa im Allgemeinen die führenden Konfessionen kritisieren kann, ohne damit ein sonderliches Risiko einzugehen. Global betrachtet, werden die Spielräume für Kritik am Christentum aber zusends enger; dass die meisten Kirchen in Europa und Nordamerika sich mit dem Liberalismus verständigt haben, ist, gemessen an der Länge ihrer Geschichte, bisher eher eine Episode. Es gibt keinen Grund, das Christentum dafür zu loben, dass nach dem Zivilisationsschock des Zweiten Weltkrieges und nach diversen Diktaturen, Massenmorden und Genoziden im Namen speziell der Katholischen Kirche in Europa noch im 20. Jahrhundert die Beharrungskräfte erschöpft waren.

Merkwürdigerweise scheint Sie an dem kirchenbezogenen Beitrag von logo! überhaupt nicht zu irritieren, dass er offenbar so tut, als gehörten Unterdrückung und Dogmatismus durch die Kirchen im Wesentlichen in die Epoche vor der Neuzeit. Nichts könnte falscher sein. Kindesmissbrauch durch Geistliche ist auch keine individuelle Verfehlung, sondern sein systematisches Vorbereiten, Dulden, Verharmlosen und Vertuschen war und ist ein gesamtkirchliches Verbrechen. (Diese unbequeme Tatsache muss ich als Katholik aushalten).

Dass das alles so hätte kommen müssen, sagt sich im Rückblick leicht. Aber wäre die Säkularität wirklich "schon in der christlichen Überlieferung angelegt", hätte es nicht über anderthalb Jahrtausende gebraucht, um ihrer Verwirklichung auch nur nahezukommen. Ein Bibelzitat in diesem Sinne aufzufassen und eine heute verbreitete Deutung aktiv nachzuschreiben, ist keine Religionskritik mehr, auch keine sachliche Darstellung – es ist Theologie.

"Qualitativ und quantitativ spielen reaktionäre und militante Eiferer im Christentum jedoch eine geringere Rolle als im gegenwärtigen Islam."

Was ist in Ihren Augen Putin (der übrigens schon mal Kritiker in anderen Ländern umbringen lässt)? Was ist Kyril I.? Was ist Trump? Was war George W. Bush? Nein, so einfach ist es eben nicht. Richtig ist: Die christliche Militanz ist derzeit stärker durch Menschen- und Völkerrechtsargumente überglänzt und tobt sich (noch) weitgehend im Rahmen säkularer Strukturen aus; das schützt den individuellen Kritiker verhältnismäßig gut an Leib und Leben, aber kein Mensch kann sagen, wie es sich in zehn Jahren entwickelt haben mag. Und wie stark der Islam dann tatsächlich noch wächst.

Ihr Anspruch in Ehren: Ich würde mir wünschen, dass man beim hpd endlich einmal aufhört, Plattitüden und Verzerrungen zu wiederholen, die dadurch nicht richtiger werden – und die man an anderer Stelle selbst schon kritisiert hat.

Mark (nicht überprüft)

Di. 31 Mär 2026 - 09:32

Was der Beitrag über das Mittelalter behauptete war nicht ganz richtig, die Situation war viel komplizierter, Kriche, Könige und Adel standen ständig in Konflikt miteiander. Die Macht der Kirche war nicht allmächtig. Alles in allen wird das Bild des rückständigen Mittelalters gezeigt.

Mania (nicht überprüft)

Di. 31 Mär 2026 - 11:30

VerBRÜDERung: Viele haben viell. vergessen, dass in Berlin ein teurer "Sakralbau" geplant ist, das "House of One", für das die Vertreter der 3 einflußreichsten großen patriarchalen Religionsorg. sich in ihren Hemdkleidern vereint ablichten ließen (s. Foto bei Wikip.). "Die Baukosten für das Gebäude des House of One werden auf 69,5 Millionen Euro beziffert. Davon kommen rund 45 Millionen Euro zu etwa gleichen Teilen vom Bund und von der Stadt Berlin, der Rest wird aus Spenden aufgebracht" (Wikip.) Genehmigt wurden die BUNDESGELDER damals von Bundesbauministerin Barbara Hendricks (SPD). Sie würdigte das geplante „HoO“ als "herausragendes Projekt für Integration u. Dialog." Hörte man da Protestschreie oder Rauschen in Blätterwald und der Öffentlichkeit? Im Juni 2025 hieß es: "Doch seit der Grundsteinlegung 2021 ruht die Baustelle. Kommt das Projekt noch voran?"
Und es wird natürlich teurer als geplant...

Na ja, nicht die gesamte Öffentlichkeit ist dazu still. Hier im hpd ist es immer wieder Thema: https://hpd.de/artikel/house-of-one-geldnot-23289

Mania (nicht überprüft)

Di. 31 Mär 2026 - 12:30

Antwort auf von Frank Nicolai (nicht überprüft)

Ja, stimmt natürlich, vielen Dank! Habe ich auch gesehen. Aber breitere u. lautere Empörung, Einsprüche, Demonstrationen gab es meines/unseres Wissens nicht (was nichts heißen will....) Im Bundestag gab/gibt es ja leider auch nur wenige, die nicht einer der religiösen Org. angehören, wie eine Umfrage/Untersuchung des IBKA mal zeigte. Erschreckend.

Helene (nicht überprüft)

Di. 31 Mär 2026 - 11:54

Ergänzend zur zutreffenden Ramadankritik: Die vielgelobte "Gastfreundschaft " im Ramadan ist ebenfalls oft längst nicht so gern und freiwillig wie vermutet sondern durch Gruppenzwang und familiären Druck verursacht. Welcher Frau macht es schon ehrlich Spass unterzuckert und dehydriert die Wohnung für den Besuch blitzblank zu putzen, ein Menü zu kochen und dann die Gäste zu bedienen?

Alles kein Problem, denn Allah hilft beim Fasten, wie ein Kollege mir erklärte. An Zynismus nicht zu überbieten. Dass es im Ramadan mehr Verkehrsunfälle gibt - egal.

Sara M. (nicht überprüft)

Do. 2 Apr 2026 - 19:14

wieso sollte grade an Ramadan Kritik geübt werden. An Weihnachten machen die auch kein Beitrag über missbrauch in der Kirche. Hat was mit Respekt zu tun.

===warriorofre… (nicht überprüft)

So. 5 Apr 2026 - 17:45

Das Geschichtsbild zum Christentum geht gar nicht. Kein Historiker würde diese Ansammlung von Unwissen durchgehen lassen.

Ich erwarte vom KiKa keine exzellente Antwort auf die Frage, weshalb sich christliche Europäer säkularisiert haben. Aber man hätte durchaus relevante Faktoren nüchtern aufzählen können anstatt solche Propagandathesen zu verbreiten wie Kirche = Mittelalter, Neuzeit = Toleranz (ohne Religionskriege, Hexenverfolgung, protestantischen Fundamentalismus).

Moritz Pieczewski-Freimuth

Der Autor lebt in Köln und verfasst Beobachtungen und Kommentare zu den Themen Politischer Islam, Integration, Neue Rechte, Antisemitismus und Geschlechterverhältnisse. In den vergangenen Jahren sammelte er fachliche und praktische Kompetenz u.a. beim Frankfurter Forschungszentrum Globaler Islam (FFGI) von Prof. Dr. Susanne Schröter, bei MIND prevention GmbH, der Mansour-Initiative für Demokratieförderung und Extremismusprävention in Berlin, sowie in verschiedenen ideologiekritischen Initiativen.

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