BERLIN. (hpd) Nicht wie Thomas Nagel einst fragte – Wie fühlt es sich an, eine Fledermaus zu sein? - nein, wie fühlt es sich an, ein Habicht zu sein, das ist für Helen Macdonald die Frage. Eine praktische Frage, sie ist Falknerin, und eine literarische, sie ist Dozentin für Wissenschaftsgeschichte in Cambridge und schreibt eine wunderbare Prosa.
GRAZ. (hpd) Nicht nur der in der Überschrift gestellten Frage geht der Autor nach, sondern hauptsächlich jener, ob der Jesuit Bergoglio als Papst Franziskus nur ein "Fassadenstreicher" in der Maske des Gutmenschen ist oder ob er es mit der "armen Kirche" für die Armen, ernst meint.
BONN. (hpd) Die Journalisten Liane Bednarz und Christoph Giesa wollen in ihrem Buch "Gefährliche Bürger. Die neue Rechte greift nach der Mitte" von der Gefahr "rechter Intellektueller" warnen. Leider kennen sie sich nicht sonderlich gut mit der Materie aus, wodurch ein eher fragmentarisch und oberflächlich gehaltenes Werk entstanden ist – gut gemeint, aber nicht gut gelungen.
BONN. (hpd) Die Autoren Udo Pollmer, Georg Keckl und Klaus Alfs wollen in ihrem Buch "Don't Go Veggie! 75 Fakten zum vegetarischen Wahn" gegen behauptete Auffassungen von Gegnern des Fleischkonsums anargumentieren. Es handelt sich indessen um ein von Gehässigkeit und Herabwürdigungen geprägtes Werk, das mit Manipulationen statt Sachargumenten gegen Vegetarismus und Veganismus polemisiert.
BONN. (hpd) Der Publizist Jörn Seinsch liefert in seinem Buch "Ein Gott der Liebe? Wie Theologen die Bibel verfälschen" mehrere Kapitel, die sich kritisch auf Teile und Themen des Alten und Neuen Testaments beziehen. So wichtig der Hinweis auch auf "schlimme Stellen" in den "Heiligen Schriften" ist, so gibt es zu dem Buch doch merkwürdige Begleitumstände und Deutungen.
BERLIN. (hpd) Nun ist Rudi Hurzlmeiers und Harry Rowohlts humoristische Co-Produktion ungewollt zu einem Vermächtnis geworden. Als der Literat todkrank wurde, musste der Cartoonist den letzten humoristischen Bildband der beiden teilweise auch lyrisch mitbestücken. "Monkiss" konfrontiert den Leser und Betrachter nicht nur mit unseren äffischen Gewohnheiten.
STEISSLINGEN. (hpd) Seit über 40 Jahren kenne ich Hubertus Mynarek und halte ihn aufgrund seiner imponierenden Biographien über Wojtyla und Ratzinger für den Papst der Papst-Biographien. Wer sich umfassend informieren möchte, ist auf Mynareks Bücher verwiesen; es findet sich nichts Besseres. Das halte ich, selbst Autor von mehreren Büchern über die beiden letzten Päpste, neidlos fest.
BERLIN. (hpd) Was sind eigentlich Arten? Warum werden heute so viel mehr entdeckt als früher? Nützt das dem Artenschutz? Mit diesen Fragen, nicht nur mit Artnamen, beschäftigt sich Michael Ohl in seinem Buch "Die Kunst der Benennung". Er ist Insektenforscher, Taxonom, also Spezialist für Artenbestimmung am Naturkundemuseum in Berlin, und Evolutionsbiologe an der Humboldt-Universität zu Berlin.
BONN. (hpd) Die italienische Historikerin Giulia Albanese legt mit "Mussolinis Marsch auf Rom. Die Kapitulation des liberalen Staates vor dem Faschismus" eine quellengestützte Darstellung zum Aufstieg des Faschismus und dem Scheitern der Republik vor. Die stark beschreibend angelegte Arbeit macht den Kontext von Schwäche der Demokratie und Stärke der Diktatur deutlich, man hätte sich aber noch mehr Ausführungen zu den Motiven der liberalen Elite und der Rolle der Repräsentanten der Wirtschaft gewünscht.
BONN. (hpd) Der Journalist Mike Smith berichtet in seinem Buch "Boko Haram. Der Vormarsch des Terror-Kalifats" über die Entstehung und Entwicklung der islamistischen Gruppe in Nigeria. Damit liegt eine erste deutschsprachige Monographie zum Thema vor, welche die Entwicklungen in den Kontext der Geschichte und Gegenwart eines afrikanischen Landes einordnet, hier und da aber auch eine stärkere analytische Ausrichtung nötig gehabt hätte.
BERLIN. (hpd) Das schmale Bändchen lag schon geraume Zeit in der Redaktion, dabei - so stellte sich heraus - ist es überaus lesenswert. Auch wenn es dem fachlich Interessierten nicht viel Neues bieten mag, versammelt es deutschsprachige Autoren und Fachleute, die sich teilweise schon seit Jahrzehnten mit dem Thema beschäftigen.
BONN. (hpd) Das "Jahrbuch für Antisemitismusforschung" liegt in seiner 23. Ausgabe mit Beiträgen zum Antisemitismus im Europa der Gegenwart und zu antisemitischen Emotionen im 19. Jahrhundert vor. Insbesondere die Beiträge zum aktuellen Antisemitismus enthalten eine Fülle von Daten und Einschätzungen auch im Sinne einer länderübergreifenden vergleichenden Betrachtung.
BONN. (hpd) Mark Lilla, Professor für Geistswissenschaften an der Columiba University, will in seinem Buch "Der hemmungslose Geist. Die Tyannophilie der Intellektuellen" den Opportunismus von Denkern gegenüber Diktaturen anhand von Fallbeispielen aus dem 20. Jahrhundert erörtern. Da die einzelnen Beiträge zu Benjamin, Derrida, Foucault, Heidegger und Schmitt eher essayistisch gehalten sind, liegt mit dem nicht ganz so gelungenen Buch nur eine fragmentarische Erörterung zum Thema vor.
BERLIN. (hpd) Rolf Hosfeld schildert in seinem Buch "Tod in der Wüste" den von den Türken an den Armeniern verübten Völkermord und die internationalen Reaktionen darauf. Dies führte zu ersten Diskussionen über das Recht, zum Schutze der Menschenrechte in die inneren Angelegenheiten fremder Staaten einzugreifen, und über die Notwendigkeit, ein System des internationalen Rechtes zu schaffen.
BONN. (hpd) Die beiden Psychologen Mahzarin R. Banaji und Anthony G. Greenwald fragen in ihrem Buch "Vor-Urteile. Wie unser Verhalten unbewusst gesteuert wird und was wir dagegen tun können" nach der Existenz von latenten rassistischen Einstellungen. Da die Darstellung und Erörterung mit vielen Fallbeispielen und Selbsttests angereichert wurde, erleichtert dies die Lektüre, lässt es aber auch an Systematik fehlen.