Malaysia

Atheisten sollen "von den Behörden gejagt" werden

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Moschee in Kota Kinabalu (Sabah)
Moschee in Kota Kinabalu (Sabah)

Ein malaysischer Minister sagte laut Reuters, dass Atheisten in Malaysia von den Behörden gejagt werden sollten, weil kein Schutz für atheistische Gruppen in der Verfassung vorgesehen sei. Gleichzeitig rief er die Öffentlichkeit dazu auf, den Behörden zu helfen atheistische Gruppen wie die Ortsgruppe von "Atheist Republic" in Kuala Lumpur aufzuspüren.

Im multiethnischen und multireligiösen Malaysia ist Apostasie eigentlich kein Verbrechen. Jedoch gibt es einen erstarkenden Fundamentalismus innerhalb der muslimischen Mehrheit, der religiöse Freiheiten für alle anderen Gläubigen und Nichtgläubigen einschränken will.

Die atheistische Organisation "The Kuala Lumpur chapter of Atheist Republic", eine von Kanada unterstützte Organisation, veröffentlichte in der vergangenen Woche ein Foto der Mitglieder in sozialen Netzwerken. Daraufhin fühlten sich Muslime beleidigt und forderten die Auflösung der Gruppe.

Dieser Kampagne schloss sich jetzt der stellvertretender Minister für religiöse Angelegenheiten, Asyraf Wajdi Dusuki, an: "Wir müssen klären, ob Muslime an der Versammlung teilgenommen haben und ob sie an der Verbreitung solcher Ansichten beteiligt sind, die den Glauben der Muslime gefährden können."

Er möchte Ex-Muslime zur Beratung schicken und jegliche Versuche, atheistische Ideen zu verbreiten, strafrechtlich verfolgen.

Der Gründer der atheistischen Organisation Atheist Republic, Armin Navabi, sagte, dass die Zusammenkünfte der Gruppe der Öffentlichkeit keinen Schaden zufügen. Auf Facebook schrieb er, dass Atheisten wie Kriminelle behandelt werden, "dabei treffen sie nur andere Atheisten. Wem schadet das"? Atheist Republic hat bei Facebook fast 2 Millionen Follower.

Minister Datuk Seri Dr Shahidan Kassim rief zur Jagd auf Nichtgläubige auf, indem er in einem Interview sagte: "Ungläubige in Malaysia sollten "gejagt" werden, da Malaysia keinen Platz für Atheismus hat."

Für den Minister ergibt sich die Berechtigung daraus, dass "Atheismus" nicht in der Verfassung vorgesehen ist. Damit verstoßen Gruppen wie die Atheist Republic gegen die Verfassung. Er fügte an, dass "diese Leute" Atheisten wurden, "weil ihnen das religiöse Verständnis und Wissen fehlte."