US-Studie über aktuelle christliche Gottesvorstellungen
Der Bart ist ab
© https://doi.org/10.1371/journal.pone.0198745.g003
Wie sieht Gott aus? Denken wir an den christlichen Gott, fallen uns wohl zunächst Abbildungen und Beschreibungen ein, die Gott als männlich, weiß und älter darstellen. Gern ist Gott auch weißhaarig und trägt einen Vollbart. Ob christliche Menschen ihren Gott wirklich so sehen, oder ob das Bild neu gezeichnet werden muss, dem ging eine jüngst veröffentlichte Studie nach.
Um zu erfahren, welches Bild sich christliche Menschen von Gott heute machen, sofern sie nicht davon ausgehen, dass Gott keine physische Erscheinung hat, untersuchten die Wissenschaftler Jackson, Hester und Gray im Rahmen einer Studie mit 511 christliche Menschen in den USA. 330 der befragten Personen waren männlich, 181 weiblich, 26% AfroamerikanerInnen, 74% Weiße (in der Studie "caucasian"). Im Schnitt waren die Teilnehmenden Ende vierzig.
Die Studie wurde in zwei Phasen aufgeteilt. In der ersten Phase wurde das "durchschnittliche" amerikanische Gesicht, erstellt aus einer Kombination von 50 Gesichtern, die den demografischen Querschnitt durch Alter, Geschlecht usw. repräsentieren sollten, mittels Bildrauschen verändert. Die veränderten Bilder wurden als Paare vorgelegt. Die TeilnehmerInnen sollten daraus jeweils wählen, welches Gesicht für sie gottgleicher sei. Insgesamt arbeiteten sich die Teilnehmenden durch 300 Bilder.
In der zweiten Phase sollten die Personen die Bilder nach Alter, Geschlecht, Attraktivität, Rasse, Wohlbefinden, Intelligenz, Liebenswürdigkeit und Macht sortieren, um zu prüfen, ob liberale und konservative Teilnehmende Gott anders sehen. Angenommen wurde, dass konservative ChristInnen Gott eher als älter, maskuliner, weißer und mächtiger charakterisieren.
Das Ergebnis der Studie bestätigt einige Annahmen, die bereits vor Forschungsbeginn aufgestellt wurden: Die Abbildung Gottes in der Sixtinischen Kapelle hat ausgedient.
Der Blick der ChristInnen auf das Aussehen Gottes ist egozentrisch. Ältere TeilnehmerInnen stellten sich Gott älter vor, jüngere TeilnehmerInnen jünger, AfroamerikanerInnen stellten sich Gott häufiger afroamerikanisch vor und TeilnehmerInnen, die sich selbst als attraktiv beschrieben, stellten sich eine attraktive Gottgestalt vor. Einzig die Frage nach dem Geschlecht wich ab. So glauben Frauen und Männer Gott überwiegend an einen männlichen Gott. Außerdem ist die Gottgestalt konservativer TeilnehmerInnen maskuliner, älter, mächtiger und wohlhabender, als die Gottesvorstellung liberaler TeilnehmerInnen.
Die Suche nach Gottes Gesicht ergab einen jungen Mann ohne Rauschebart, dafür mit feminineren Gesichtszügen. Die von Liberalen und Konservativen gewählten Bilder unterschieden sich leicht, was die Forschenden mit den unterschiedlichen Weltbildern und dem Wunsch wahlweise nach einem mächtigen Gott und einer durchorganisierten Gesellschaft oder nach einer toleranten Gesellschaft mit einem liebenden Gott erklärten.
Die Forscher erklärten, dass die Studie sich nur auf ChristInnen in den USA bezieht und dass für andere Regionen und Religionen keine Rückschlüsse aus ihrer Forschung abgeleitet werden können. Es liegt jedoch nahe, dass auch andere Gläubige, sofern sie ihren Göttern eine Gestalt zuweisen, ihr eigenes Aussehen als Vorbild nehmen.
Indem sie aufzeigen, wie unterschiedlich sich selbst Menschen der gleichen Religion Gottes Gesicht vorstellen, erhoffen sich die Autoren der Studie Jackson, Hester und Gray nach eigener Aussage mehr religiöse Toleranz.
Kommentare (18)
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Was fue r ein Bloedsinn!!
Was fue r ein Bloedsinn!!
Sich etwas vorzustellen, was es aller Wahrscheinlichkeit nicht gibt!
Das hat genauso viel Relevanz,als wenn ich eine Vorstellung von Rumpelstilchen ,oder der Zahnfee entwickle.
Auf meine Frage bei Google
Auf meine Frage bei Google (19.06.2018, 12:15), "Wie alt ist Gott?", kamen "ungefähr 22.300.000 Ergebnisse (0,33 Sekunden)"
Ein Sieg auf ganzer Linie
Ein Sieg auf ganzer Linie fuer Xenophanes von Kolophon und seine Kritik antropomorpher Goetter. Xenophanes ist ein Meilenstein der griechischen Aufklaerung.
"ob das Bild neu gezeichnet
"ob das Bild neu gezeichnet werden muss" - wie bitte? Und dafür eine Studie???
Wie war das noch gleich? Wenn
Wie war das noch gleich? Wenn Pferde Götter hätten, würden sie wie Pferde aussehen? ... So bestägt denn diese Studie eine Erkenntnis aus dem antiken Griechenland.
Wenn Affen Götter hätten,
Wenn Affen Götter hätten, würde man Affen heilig sprechen.
Aber haben wir die Fälle nicht schon?
Du sollst dir von deinem Gott
Du sollst dir von deinem Gott kein Bildnis machen - heißt es nicht so ähnlich in der Bibel? da frage ich mich doch: wozu der ganze Aufwand?
Außerdem: Wenn Ameisen einen Gott hätten, ist es wahrscheinlich, dass der auch aussehen würde wie eine Ameise. diese Logik auf den Menschen übertragen, kann - oder mußdieser Gott zwangsläufig ebenfalls zumindest Menschen-Ähnlichkeit aufweisen.
Allerdings ist der Phantasie der Christenmenschen hier keine Grenze gesetzt.
Da ich frei von diesem Aberglauben bin, muß ich mir darüber gar keine Gedanken machen.Na gut, ich bin ja auch nicht gefragt worden.
Aber das wäre doch mal ein interessantes Diskussionsthema für den hpd:
"Wo endet der Glaube, und wo beginnt der Aberglaube? gibt es überhaupt einen definierbaren wahren Glauben und - quasi als unseriöses Gegenstück dazu, einen Aberglauben? Und: wer entscheidet das?
"Gibt es überhaupt einen
"Gibt es überhaupt einen definierbaren wahren Glauben und - quasi als unseriöses Gegenstück dazu, einen Aberglauben? In dieser Hinsicht, was einem wahren Glauben".
Ich glaube daran, Glauben letztrlich nur dann sinnvoll ist, wenn er logischen Wahrscheinlichkeiten folgt und gleichzeitig erlebbar ist und keinen Ansspruch auf Absolutheit erhebt. Es ist ja letztlich das Gefühl im Anblick des Wunders des Seins welches als religiös definiert werden kann. Dafür ist aber kein herkömmlich gedachter Gott (oder Götter) notwendig und auch nicht aus der Wirklichkeit ableitbar.
Was mich angeht, so bin ich der Ansicht und ist auch zentraler Bestandteil meines leben, sollte "Gott"; ich meide allerdings diesen Begriff und spreche vom Göttlichen was etwas anderes ist; als Geheimnis angesehen werden. Zwar als Grund dafür das es etwas gibt und nicht nichts, aber eben die absolute Beschreibung nicht möglich ist. Damit geriert Gott zu einem ES und nicht zu einem Du. Daraus folgernd muss in diesem Grund (Urgrund) zumindest ein Potential zum Werden liegen (als absoluter Anfang gesehen) aber auch gleichzeitig als eine schöpferische Kraft die das bedeuten würde, im Jetzt (Werden, Wandel, Sichentwickeln und Vergehen). Somit käme eine immanente Transzendez in Frage. Denn mir scheint klar: letztlich haben wir uns nicht selbst zu verdanken, wie der Philosoph Jaspers das schon meinte.
Die Folge wäre ein religiöser Atheismus und der Begriff Religion von herkömmlichen Auffassungen befreit.
In diesem Zusammenhang sind noch längst nicht alle Gedanken von mir hier aufgeführt, die in der Folge gesellschafts,- und umweltpolitisch durchaus als relevant wenn nicht sogar als bedeutend eingestuft werden müssten, vielleicht sogar auch sollten.
Hauen Sie doch bitte solche
Hauen Sie doch bitte solche Texte vor dem Absenden durch eine Rechtschreibungs- und Grammatik-Software; dann wäre ein möglicher Sinn besser erkennbar.
Der Mittelteil könnte von einer rkK-Sekte stammen...
Und "religiöser Atheismus" hört sich an wie 'brennendes Wasser'; und den "Begriff Religion von herkömmlichen Auffassungen" befreien - WIE soll das gehen, wenn Sie sich offensichtlich selbst noch nicht von Religion befreit haben?
Doch, das geht.
Das bestätigt nur, was der
Das bestätigt nur, was der griechische Philosoph Xenophanes 570-470 v.U.Z. schon wusste „Wenn die Ochsen Götter hätten, würden die aussehen wie Ochsen“. D.h. der Mensch schafft sich einen Gott, der ihm ähnlich ist. Der Zornige denk sich einen zornigen Gott, der Sanftmütige einen sanftmütigen. Feuerbach ergänzte: Nicht Gott hat die Menschen erschaffen, sondern der Mensch hat seine Götter erschaffen. Er hat Gott all die Eigenschaften gegeben, die wir gern hätten und nicht haben. Er ist allmächtig, unsterblich, allwissend. So können wir uns ganz einfach die Vielfalt der Götter und all ihre menschlichen, leider auch unmenschlichen Züge erklären. Gläubige sprechen mit ihrem selbsterschaffenen Gott wie Kinder mit ihren Puppen. Wissenswerte Antworten sind nicht zu erwarten, denn Gott kann nicht mehr wissen als sie. Diese Illusion kann ihnen aber durchaus Trost, Hilfe und ein Gesprächspartner sein. Gott ist das wirksamste Placebo. Er ist nicht erkennbar, er ist nicht nachweisbar, aber er wirkt…im Guten wie im Bösen. Irgendwann sollte man aber über das Alter, in dem man ernsthaft mit Puppen spricht, hinauswachsen.
Vorstellungen eines Gottes,
Vorstellungen eines Gottes, den es nur als Fantasieprodukt gibt, zu produzieren, zeigt schon den Widersinn religiösen "Getues". Labern können sie alle, beweisen können sie NICHTS, diese scheinheiligen märchenerzählenden, von Denkfaulheit und -trägheit geprägten dummes Zeug nachplappernden Fantasten.
Beginnt endlich rational zu denken, zu reden und zu handeln. Realität ist Fassbares, Existentes, Beweisbares. Alles Weitere ist wahrheitsleugnende Nebelwesenschwätzerei.
Ja ja, die Menschen schufen
Ja ja, die Menschen schufen sich Gott nach ihrem Bilde ... und nach ihren Bedürfnissen.
Aha.
Aha.
Forscht mal schön weiter. Das
Forscht mal schön weiter. Das Herrgottle hat einige Tausend Jahre auf dem Kreuz und wenn ein hundertjähriger viele Falten im Gesicht hat, wie soll bitteschön der christliche Gott heute aussehen, wenn er nicht schon längst gestorben ist? Hilft Botox?
Denn auch Götter sterben, wenn man nicht mehr an sie glaubt. Albert Camus
"Der Mensch schuf Gott nach
"Der Mensch schuf Gott nach seinem Bilde.", Ludwig Feuerbach
"Und Gott schuf den Menschen
"Und Gott schuf den Menschen nach seinem Bilde!"
Also liebe Gäste, der erste Mensch war ein Schwarzer, aber ein Schwarzer am Kreuz?
Also hat man aus Schwarz Weiß gemacht und schon war alles wieder in Ordnung. Darauf
versteht sich die Kirche heute noch. Genau genommen müsste der Papst ehrlicherweise eine schwarze Kutte tragen, der Mann, der als Stellvertreter Gottes auf Erden absolut nichts schafft. Der Bart ist wirklich ab!
Ludwig Feuerbach:
Ludwig Feuerbach:
Der Mensch schuf Gott nach dem Vorbild seiner Tyrannen. Die Originale hat er mittlerweile fast alle abgeschafft, aber den Abklatsch behielt er bei.
Kein einziger Gott hat eine
Kein einziger Gott hat eine Religion "gemacht". Religionen sind Menschenwerk und zwar von den dümmsten der untersten Stufe. Dabei zählen Affen noch zu der intelligenteren Gruppe. Sie haben nämlich keine Priester und benötigen sie auch nicht.