Wie Psychopharmaka in Zoos eingesetzt werden
Foto: © Colin Goldner / Archiv GAP
Unlängst feierte Karlsruhe ein besonderes Jubiläum: Vor exakt 50 Jahren war Schimpanse Benny in den örtlichen Zoo "eingezogen". Eingefangen im Alter von etwa drei Jahren irgendwo an der Elfenbeinküste war er, getrennt von Mutter, Familie und Heimat, nach Karlsruhe verkauft worden. Seither sitzt er in einem vollverfliesten Betonbunker seine Lebensspanne ab, begafft Tag für Tag von Horden vorbeiziehender Zoobesucher. Wie hält er das aus?
In den Anfangsjahren wurde er noch in menschliche Kleidung gesteckt und in einem Kinderwagen durch den Zoo gekarrt. Seit er älter geworden ist, sitzt er rund um die Uhr und auf beengtestem Raum hinter ausbruchsicheren Panzerglasscheiben herum. Erst Mitte der 1990er Jahre wurde dem Bunkerbau eine Art Freiluftkäfig angefügt, den die Schimpansen – derzeit leben neben Benny noch zwei weibliche Schimpansen in Karlsruhe – bei günstiger Witterung für jeweils ein paar Stunden nutzen können.
Auch wenn man weiß, dass Primaten außerordentlich anpassungsfähig sind, erhebt sich doch die Frage, wie – und man ist geneigt zu sagen: "wie um Himmels willen" – Benny dieses art-, natur-, ja, lebenswidrige Dasein in Zoogefangenschaft über fünf Jahrzehnte hinweg ausgehalten hat, ohne verrückt zu werden. Benny gilt als langlebigster Zooschimpanse überhaupt.
Antidepressiva und Neuroleptika
Während Zoos landauf, landab mit Vehemenz bestreiten, ihre vorgehaltenen Tiere mit Psychopharmaka zu behandeln – allenfalls bei der Eingewöhnung eines neuangeschafften Tieres in eine bestehende Gruppe würde gelegentlich zu Diazepam [=Valium] gegriffen, vielleicht auch mal zur Appetitanregung bei einem Tier, das zu wenig Nahrung aufnimmt –, hat eine (eher zufällig entdeckte) wissenschaftliche Untersuchung in hiesigen Zoos [1] den Beweis erbracht, dass dort gehaltenen Primaten (es geht in der Studie um Gorillas) in der Tat und in erheblichem Umfang Antidepressiva und jederart Tranquilizer verabfolgt werden: "An Psychopharmaka wurden die Antidepressiva Amitriptylin, Citaliopram und Venlafaxin, die Neuroleptika Acepromacin, Haloperidol, Melperon, Perphenazin und Zuclopethixol sowie die Ataraktika Chlorazepat, Diazepam, Lorazepam, Midazolan und Oxazepam verwendet."
Und dies überwiegend zur Stressminimierung: "Der Einsatz oben genannter Seelentröster aus der Neurochemie (…) stand oft im Zusammenhang mit dem Ziel einer Stressreduktion wie zum Beispiel bei vorhandener stressbedingter Unruhe, Nervosität, Erregung, Aggression sowie Angst. Sie wurden verabreicht zum Eindämmen auftretender Trichotillomanie [=Ausreißen der eigenen Haare], Automutilation [=Selbstverletzung], stereotypen Verhaltensmustern wie Ohrenzuhalten, Ausrupfen von Haaren beim Jungtier durch die Mutter und andere Stereotypien."
Laut einer in der Studie zitierten Umfrage in nordamerikanischen Zoos gälten als Indikationen für den Einsatz von Psychopharmaka bei Gorillas "Aggression, Angstlichkeit (Anxiety), Automutilation, zur Eingewöhnung an einen anderen Gorilla respektive in eine soziale Gruppe, post operationem, zur Zuchterleichterung sowie zum Transport". Zur "Behavioural Modification Therapy" seien Antidepressiva, Antipsychotika, Anxiolytika sowie ein Betablocker und ein Morphinantagonist verabreicht worden.
Auch den bei dem Brandinferno in der Silvesternacht 2019/20 qualvoll zu Tode gekommenen Gorillas, die zeitlebens gezwungen gewesen waren, auf nacktem Beton herumzusitzen, beschäftigungslos und ohne Rückzugsmöglichkeit oder Außengehege, wurde laut vorliegender Studie Diazepam verabreicht; dazu "Haloperidol [=hochpotentes Neuroleptikum] mit Passionsblumentee".
[1] K. Alexandra Dörnath: Immobilisierungsverfahren sowie medikamentöse Ruhigstellung beim Gorilla. Dissertation an der Veterinärmedizinischen Fakultät der Universität Leipzig. mbv Berlin, 2014

Kommentare (24)
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Bei Primaten im ZOO fangen
Bei Primaten im ZOO fangen meine Spiegelneuronen an zu feuern und ich halte das nur sehr schlecht aus. Spaß macht mir das zusehen schon lange nicht mehr.
Eine Schande, wie Homo
Eine Schande, wie Homo sapiens seine Verwandten behandelt!
Das sind fast durchwegs
Das sind fast durchwegs Hämmer, wie sie (vor allem zur Ruhigstellung) aus der (Human-)Gerontopsychiatrie bekannt sind. Kein Wunder, dass die Zoos bestreiten, die Tiere damit vollzupumpen (braucht niemand zu glauben, dass sie das nur bei Gorillas so machen und nicht genauso bei anderen Tieren, denen es ja angeblich so gut geht in Zoogefangenschaft).
Ein weiterer Grund, weshalb die Zoos das so vehement abstreiten, liegt darin, dass die Bundesregierung die regelmäßige Vabreichung von Psychopharmaka im Zoo (etwa zum Zweck der Verhaltensmodifikation) als Tierquälerei verurteilt:
vgl. www.finanzen.net/nachricht/aktien/bundesregierung-verurteilt-psychopharmaka-verabreichung-in-zoos-als-tierquaelerei-4142775
Hier stören mich besonders
Hier stören mich besonders zwei Dinge:
- "die zeitlebens gezwungen gewesen waren, auf nacktem Beton herumzusitzen, beschäftigungslos und ohne Rückzugsmöglichkeit oder Außengehege,"
Das ist eine glatte Lüge!!!
- "wurde laut vorliegender Studie Diazepam verabreicht"
Wo ist die mehrfach genannte "vorliegende" Studie??? Man bezieht sich auf fast noch aktuelles Zeitgeschehen und die einzige genannte Quelle ist eine Dissertation von K. Alexandra Dörnath aus 2014 !
Es fehlen die Quellenangabe zu der Studie, zu einer darin zitierten Umfrage und zu der vorliegenden aktuellen Studie, die bei den in der Sylvesternacht 2019/2020 verstorbenen Primaten Diazepam usw. nachgewiesen hat - die Quelle mit Datum 2014 kann es ja nicht sein oder?
@K.Mierswa: Was ist eine
@K.Mierswa: Was ist eine "glatte Lüge"? Seien Sie bitte sehr vorsichtig mit derlei Anschuldigungen gegenüber einem hpd-Autor.
In der zitierten Dörnath-Studie von 2014 ist die Rede von Diazepam- und Haloperidol(!)gaben an die Gorillas des Krefelder Zoos. Dass ebendiese Tiere zum Zeitpunkt des Brandinfernos in der Silvesternacht 2019/20 unter Psychopharmaka gestanden hätten, sagt der Artikel überhaupt nicht aus (was er auch nicht könnte, da er sich eben auf besagte Studie von 2014 bezieht).
Es ist mir bekannt, dass Sie einer Online-Gruppierung zugehören, deren Wesentliches in der Diffamierung von Tierschutz- und Tierrechtsaktiven liegt. Sie selbst tun sich dabei besonders abfällig hervor. Ihre Kommentare auf hpd sind insofern unerwünscht.
Hallo Elke - vor was soll ich
Hallo Elke - vor was soll ich den vorsichtig sein - vor Ihrer Anonymität oder vor was sonst? Die Studie bezieht sich auf einen Zeitraum von von 10 Jahren und vor 17 Jahren, nämlich von 1993 - 2003 - aktuell ist anders!
Und das die Tiere (es geht hier um die in der Sylvesternacht umgekommenen) "zeitlebens gezwungen gewesen waren, auf nacktem Beton herumzusitzen, beschäftigungslos und ohne Rückzugsmöglichkeit oder Außengehege" zu leben, ist nun mal ein glatte Lüge.
Dem Autor gegenüber bin ich nicht zur Rücksicht und auch nicht zur Vorischt verpflichtet- Wer aktuelle Aussagen trifft bzw. alte Sachverhalte als aktuell ausgibt, die sich auf Ergeignisse von vor über 17 Jahren beziehen, der sieht das mit dem Wahrheitsgehalt ohnehin nicht so genau!
Wenn es dem Autor nicht gefällt, was sich schreibe, dann hat er alle Möglicheiten sich mit mir in Verbindung zu setzen oder den Beitrag löschen zu lassen.
Im Gegesatz zu Ihnen versteckte ich mich nämlich nicht hinter meinem Vornamen, sondern stehe mit meinem vollständigen und echten Namen zu meiner Aussage!
Viele Grüße
Klaus Mierswa
Und noch einer Ergänzug zu
Und noch einer Ergänzug zu
"Dass ebendiese Tiere zum Zeitpunkt des Brandinfernos in der Silvesternacht 2019/20 unter Psychopharmaka gestanden hätten, sagt der Artikel überhaupt nicht aus"
Das hier steht in dem Text:
"Auch den bei dem Brandinferno in der Silvesternacht 2019/20 qualvoll zu Tode gekommenen Gorillas, .........., wurde laut vorliegender Studie Diazepam verabreicht; dazu "Haloperidol [=hochpotentes Neuroleptikum] mit Passionsblumentee"."
Also wozu sagt der Artikel garnichts aus? Das ist eine ziemlich klare Aussage dazu, dass alle zu Tode gekommen Tier vor 2004 schon dort waren und unter Diazepam und Haloperidol standen. Wo bitte ist die Studie, die die Verabreichung von diesen Mitteln im Zeitraum ab 2004 behandelt und die Diese bei den Tieren bestätigt, die erst nach 2003 geboren worden?
Die "glatte Lüge" bezieht sich aber auf die anderen beschriebenen Haltungsbedingungen.
Der Gorillagarten z.B. wurde in 2012 eröffnet und seitdem suche ich dort den Beton auf dem die Tiere sitzen müssen.
Erstaunlich, wie prompt sich
Erstaunlich, wie prompt sich "Elke" immer schnell meldet, wenn einer Kritik an Dr. Coldner äußert. Dies sich Elke auch über das Recht äußert wer auf auf dieser Seite Kritik üben darf, ist aber schon verwunderlich. Hat "Elke" irgendetwas mit der Radaktion zu tun?
Die Dokorarbeit ist fast zwanzig Jahre alt. Es wäre gut, wenn auch Tierrechtler akzeptieren würden, dass sich in denzwanzig Jahren in Zoos etwas geändert hat. Ob die gestorbenen Tiere in Krefeld irgendwann Diazepam bekommen heben, kann ich nicht beurteilen, weil Herr Goldner ja wohlweislich keine Quelle für seine Behauptung angegeben hat.
Dieses Thema wird seit 2014 von Tierechtlern immer wieder aufgegriffen, sogar nur pauschal aufgegriffen. Einzelne Beispiele aus neuer Zeit wären angebracht.
Eine Untersuchung des LANUV NRW hat im Jahr 2014 auf Grund der Angriffe folgende Verabreichungen in Krefeld festgestellt:
Im Rahmen einer Narkose eines Orang-Utans wurde am 10.08.2014 das
Benzodiazepin Midazolam verwendet.
Für eine gynäkologische Untersuchung wurde am 27.02.2014 ein
Gorillaweibchen in Narkose gelegt, dabei wurde Diazepam als Prämedikation
eingesetzt.
Am 30.07.2014 wurde Diazepam als Prämedikation bei der Narkose eines
Orang-Utans anlässlich einer Untersuchung und zur Transportvorbereitung
verwendet.
Alle Verabreichung sehe ich als Notwendig an.
"Es ist mir bekannt, dass Sie
"Es ist mir bekannt, dass Sie einer Online-Gruppierung zugehören, deren Wesentliches in der Diffamierung von Tierschutz- und Tierrechtsaktiven liegt. Sie selbst tun sich dabei besonders abfällig hervor. Ihre Kommentare auf hpd sind insofern unerwünscht."
Werte Frau Elke,
das ich in einer öffentlich Gruppe unterwegs bin stimmt und das ist auch für jeden FB-User ersichtlich und zugänglich.
Was aber erneut einfach nur als Lüge hier verbreite, ist Ihre Behautung das ich mich dort besonders abfällig hervorhebe und dagegen wehre ich mich ganz entschieden.
Im Gegensatz zu sehr vielen anderen Menschen habe ich bei Facebook noch nie eine Sperre oder ähnliches bekommen und im Allgemeinen lobt man mich für meine Höflichkeit und meine guten Umgangsformen - selbst meine Gegner bestätigen das ich mich dadurch von vielen Anderen positv unterscheide.
Meinungsfreiheit ist hier aber wohl nicht erwünscht, auch wenn man sachlich und höflich und mit belegten Fakten argumentiert - damit können Menschen wie Sie aber scheinbar nicht umgehen. Sie stützen sich lieber auf waghalsige Interpretationen von Halbwahrheiten und veralteten Belegen.
Mit freundlichen Grüßen
Klaus Mierswa
Da kann ich Ihnen
Da kann ich Ihnen beipflichten, Herr Mierswa. Die von Frau Dörnath veröffentlichten Daten beziehen sich auf den Zeitraum 1993-2003. Seitdem hat sich Einiges hinsichtlich Medikamenteneinsatzt geändert. Und die heute in Krefeld lebenden Gorillas sitzen auch nicht auf nacktem Beton herum, sondern haben ein ausgedehntes, abwechslungsreich gestaltetes Freigehege von 1.200 m² Fläche mit Hügeln, Bachlauf, künstlichem Termitenbau und Kräuterwiese zur Verfügung.
Im HPD-Artikel geht es, und
Im HPD-Artikel geht es, und das wird eindeutig genannt, um die Gorilla (MASSA und BOMA) im ausgebrannten Tierknast. Diese hatten, nicht wie die „heute (September 2020) in Krefeld“ („Gorilla-Garten“) inhaftierten Gorillas, definitiv kein „ausgedehntes, abwechslungsreich gestaltetes Freigehege von 1.200 m² Fläche mit Hügeln, Bachlauf, künstlichem Termitenbau und Kräuterwiese zur Verfügung“. So biegt man sich seine heile Zoo-Gefangenschaft-Welt, nur allein mit dem Wort „heute“, zurecht. Widerlich!
Die einzige genannte Quelle
Die einzige genannte Quelle bezieht sich auf die Dissertation von Frau Dr. Dörnath- es geht da nur um Gorillas ! Aus der Rezension,Auszug hier : "https://www.amazon.de/Immobilisationsverfahren-sowie-medikament%C3%B6se-Ruhigstellung-Gorilla/dp/3863874528 /"Die Dissertation stellt eine Retrospektivstudie zu Immobilisationsverfahren sowie zu medikamentöser Ruhigstellung beim Gorilla dar.
Hierfür wurden alle in 29 zoologischen Einrichtungen in Europa vorhandenen medizinischen Daten gesichtet, Aufzeichnungen der ausgewählten Dekade von Juni 1993 bis Mai 2003 quantitativ analysiert " Es geht um 620 Fälle in 10 Jahren. Keine Rede von Schimpansen, Bonobos oder Orangs. Grundsätzlich muss jede Medikamentengabe dokumentiert werden. Sprich:"Die Pille auf blauen Dunst" - geht nicht.
Und noch ein dritter aus der
Und noch ein dritter aus der online-Gruppe des K.Mierswa, die offenbar nichts Besseres zu tun wissen, als in teils unflätigster Manier Tierschutz- und Tierrechtsaktive zu diffamieren. Und auch Zielke stellt - vorsätzlich? - irreführenderweise darauf ab, dass es in der Dörnath-Studie (nur) um "620 Fälle in zehn Jahren" (1993 bis 2003) gehe. Nein, um diese Fälle von medizinisch notwendigen Vollnarkosen (z.B. wegen OP) geht es vorliegend überhaupt nicht, sondern um die Fälle teils längerandauernder Behandlung mit teils hochpotenten Psychopharmaka (aus der Humanpsychiatrie). Und das dokumentiert bis 2013.
Zielke kennt offenbar nicht mehr als den Verlagswerbetext der in Buchform veröffentlichten Dörnath-Studie, macht daraus flugs eine "Rezension" bzw. einen "Auszug", aus der bzw. dem er irgendeinen Widerspruch zu dem hpd-Artikel bzw. einen Fehler in Goldners Argumentation daherphantasiert. Alles mit dem Ziel der (persönlichen) Diffamierung von Tierschutz- bzw. Tierrechtaktiven, die ihm als bekennendem Tiernutzer ein Dorn im Auge sind.
(Teil des Kommentars gelöscht.
Anmerkung der Redaktion: Bitte unterlassen Sie es, den anderen Kommentatoren vorschreiben zu wollen, wo und wie sie kommentieren!)
................Nein, um
................Nein, um diese Fälle von medizinisch notwendigen Vollnarkosen (z.B. wegen OP) geht es vorliegend überhaupt nicht, sondern um die Fälle teils längerandauernder Behandlung mit teils hochpotenten Psychopharmaka (aus der Humanpsychiatrie). ..........
Dann bringen Sie für diese Fälle doch umfassende Fakten, aber bitte nicht einzelne Fälle. Wo wird hier diffamiert und beleidigt?
PS: Danke an die Redaktion
@Gerd:
@Gerd:
1. Ich halte es für eine (genaugenommen sogar strafrechtlich relevante) Beleidigung bzw. Diffamierung des Autors, wenn dieser mit Blick auf seine Beschreibung der Haltungsbedingungen der an Silvester 2019/20 zu Tode gekommenen Gorillas im Krefelder Zoo einer „glatten Lüge“ bezichtigt wird. Tatsächlich waren die im abgebrannten Affenhaus zu Tode gekommenen Gorillas, wie der Artikel zutreffend beschreibt, „zeitlebens gezwungen gewesen, auf nacktem Beton herumzusitzen, beschäftigungslos und ohne Rückzugsmöglichkeit oder Außengehege“. Um die zweite, seit 2012 in Krefeld im sog. “Gorillagarten“ gehaltene Gorillagruppe, die bei dem Brand nicht zu Schaden kam, ging und geht es überhaupt nicht. Die Behauptung einer „glatten Lüge“ ist ihrerseit eine.
2. Wenn Sie „umfassende Fakten“ haben wollen, besorgen Sie sich einfach die angeführte Studie und lesen selbst nach, was dort steht.
Nun hat es der Verfasser
Nun hat es der Verfasser jedoch unterlassen, eine belastbare und zuverlässige Quelle zu nennen. Wenn er denn eine hätte, müßte er die auch nennen. Hat er überhaupt eine Quelle ? Oder sind das nur Mutmaßungen Unterstellungen ??? Seriöser Journalismus sieht anders aus.
@Claudia
@Claudia
Ich würde mir ja gerne die Studie besorgen, aber es wird ja nicht die Quelle dieser Studie benannt. Man werkelt also im Dunkeln. Nennen Sie doch die Quelle, dann kann ich die Studie lesen. Die Dissertation ist es ja wohl nicht.
Klasse wie bei Kritik immer wieder auf Beleidigung und Diffamierung herumgehackt wird. Schon einmal gelesen wie Herr Goldner in den letzten Jahren die Zoo beleidigt und diffamiert hat?
Sehr geehrte Frau Claudia,
Sehr geehrte Frau Claudia,
ich antworte Ihnen zu diesem an "Gerd" gerichteten Kommentar, das ich derjenige bin, der die "glatte Lüge" ins Spiel gebracht hat.
Zu Ihrer Aussage
"1. Ich halte es für eine (genaugenommen sogar strafrechtlich relevante) Beleidigung bzw. Diffamierung des Autors, wenn dieser mit Blick auf seine Beschreibung der Haltungsbedingungen der an Silvester 2019/20 zu Tode gekommenen Gorillas im Krefelder Zoo einer „glatten Lüge“ bezichtigt wird.", gebe ich folgendes Statement ab:
Ich bleibe bei meiner Behauptung, dass es sich bei der Aussage von Herrn Goldner um eine glatte Lüge handelt, der Sie sich jetzt ja nun mit Ihren Worten "Tatsächlich waren die im abgebrannten Affenhaus zu Tode gekommenen Gorillas, wie der Artikel zutreffend beschreibt, „zeitlebens gezwungen gewesen, auf nacktem Beton herumzusitzen, beschäftigungslos und ohne Rückzugsmöglichkeit oder Außengehege“." anschließen und somit ebenfalls eine Lüge verbreiten.
Um Ihnen die Sorge um die strafrechtliche Relevanz zu nehmen, kann ich Ihnen versichern, dass ich solche Aussagen nicht ohne den Besitz belastbarer Fakten tätige. Unter anderem liegt mir eine Stellungnahme des Zoo Krefeld vor, die sehr genau meine Aussage bestätigt - allein Diese dürfte genügen eine rechtliche Auseinandersetzung ins Nirvana laufen zu lassen.
Im Gegenzug wird sich ggf. der Zoo Krefeld damit beschäftigen, gegen die Verbreitung von Lügen vorzugehen. Letzteres liegt aber leider nicht in meinen Händen. Ich für meine Person sehe einer gerichtlichen Auseinandersetzung jedenfalls sehr gelassen entgegen.
Mir freundlichen Grüßen
Klaus Mierswa
Erstmal "Danke" an die
Erstmal "Danke" an die Redaktion für die Entschärfung der Antwort, allerdings ist"bekennender Tiernutzer" doch ziemlich schwammig. Was meint die Dame damit ? Gönnt sie mir mein Wurstbrot nicht ?? Ich vermisse immer noch die Quellenangaben des Verfassers. Wann und wo wurde welchen Menschenaffen z.B. Valium verabreicht ? Vor allem: wie hoch war die Dosis ? Wenn da nichts mehr kommt, dann ist der Beitrag echt nix wert und heiße Luft, angereichert mit der Extraportion Unterstellung. Der Einsatz von Valium wurde bei Delfinen genau dokumentiert, das über Jahre. Ähnliche Aufzeichnungen betr. Menschenaffen sollte der Verfasser suchen und als Beweis nennen.
@V.Zielke: "Ich vermisse
@V.Zielke: "Ich vermisse immer noch die Quellenangaben des Verfassers."
Die Quelle, nämlich die Dörnath-Studie, ist dem Artikel ausdrücklich hinzugefügt (was Sie offenbar ja auch zur Kenntnis genommen haben, da sie aus dem Verlagswerbetext der in Buchform publizierten Studie zitieren: trotzdem behaupten Sie nun, es gebe keine Quellenangabe).
Im Übrigen geht es in dem Artikel nicht um Angaben der jeweils exakten Dosen verabreichter Psychopharmaka, sondern darum, darauf hinzuweisen, dass bei in hiesigen und in US-Zoos gehaltenen Gorillas in erheblichem Umfang Psychopharmaka (einschließlich hochpotenter Benzodiazepine und Neuroleptika) zur Verhaltensmodifikation (also nicht zu Narkosezwecken etwa bei anstehenden OPs) eingesetzt werden; was von den Zoos selbst seit je abgestritten wurde und wird (wie es auch bei Delfinen vehement bestritten wurde, bis es zweifelsfrei nachwiesen werden konnte).
@Claudia.... demzufolge nur
@Claudia.... demzufolge nur ein Schuss ins Blaue, unseriös. Spricht nicht für den Autor.
Schimpansen sind als
Schimpansen sind als "hominidae" bekannt, als Menschenaffen. Sie sind überwiegend Pflanzenfresser, fressen aber auch Fleisch (Kleintiere, kleine Säuger), organisieren sich u. a. auch zur gemeinschaftlichen Jagd, töten und sind keineswegs durchweg friedfertig. Sie sind uns angeblich oder tatsächlich in vielen Punkten ähnlich. Wen wundert es, dass sie in eingeschlossenen Lebensverhältnissen auch ruhiggestellt werden durch Psychopharmaka? Das macht man ebenso vielfach mit Menschen in entsprechenden Einrichtungen und Situationen.
Die Haltungsbedingungen von
Die Haltungsbedingungen von BOMA, MASSA und TUMBA entsprachen der von Colin Goldner beschriebenen Verhältnisse. Von Einstreu kann keine Rede sein. Wie groß die Schlafboxen waren ließ sich gut an der Ruine erkennen. Sie als Rückzugsmöglichkeit zu betiteln ist "schamlos". Die meiste Zeit saßen die Gorillas teilnahmslos herum. Einzige Ablenkung waren Besucher. Auf diese vor allem MASSA unterschiedlich reagierte. Man hatte den Eindruck als würde sich so mancher Besucher einen Spaß daraus machen ihn zu provozieren. Auffällig war auch der penetrante Geruch im Bereich der Gorillaanlage. MASSA riss sich Haare heraus an den Armen und Oberschenkeln. Die Konsistenz der Ausscheidungen war breiig, was auf eine Darmerkrankung hinwies. Während meiner Besuche der "alten Gorillaanlage" über mehrere Stunden und Unterbrechungen fand keine Beschäftigung der Tiere statt.
Eine solche Unterbringung von Menschenaffen über Jahrzehnte hinweg hat bei den Primaten natürlich Spuren hinterlassen. Ein Veterinär "behandelte" die Primaten, obwohl ein Humanmediziner oder Psychologe besser gewesen wäre. Denn diese kennen sich mit Psychopharmaka besser aus. Im Tiergarten Nürnberg erhielten die in der Natur geborenen Tiere (FRITZ, BIANKA und LENA) Psychopharmaka bei sehr unterschiedlichen Situationen. Zum Beispiel an Silvester!!! Für mich hat der Brand an Neujahr jedenfalls einen sehr faden Beigeschmack.
MASSA - ca. 1971 in Afrika geboren. Dort wurde er seinen Eltern entrissen und trat die Reise nach Europa in einer Kiste an. Von nun an hörte er die Stimmen von uns Menschen. Mit gerade einmal knapp 4 Jahren wurde er von nun an unter "menschlicher Obhut" gehalten. Ende der 70iger Jahre zog er in ein Affenhaus ein. Der Boden bestand aus Beton. Ihm stand kein Außengelände zur Verfügung. Kein Gras unter den Füßen und auch kein Luftzug unter freiem Himmel. Seine letzten Atemzüge in "menschlicher Obhut" machte er nach mehrstündigen Todeskampf - Wo war da die "menschliche Obhut"?
Herr Mierswa hat die Anlage nie gesehen. Er und sein elitärer Club maßen sich an, Experten zu sein. Jegliche Empathie ist den Experten jedoch abhanden gekommen. Da geht es nicht um die Tiere und deren Wohl. Dort wird sich eher auf Kosten der Tiere "echauffiert". Einfach widerlich, wie man Tatsachen "unter den Betonboden kehren" will.
Der Verfasser präsentiert in
Der Verfasser präsentiert in diesem Artikel Jahrzehnte alte Daten und macht die Leserschaft glauben, dies reflektiere die aktuelle Situation. Die Arbeit von Frau Dörnath analysierte den Zeitraum 1993-2003 und enthielt weitere Daten, die bis 2929 zurückgehen. Die zitierte Umfrage des Amerikanischen Zoo-Verbands wurde im Jahr 2000 gemacht und umfasst somit nur Informationen aus dem letzten Jahrhundert. Auch werden die Informationen aus dem Zusammenhang gerissen. In der Dissertation werden 71 Behandlungen mit Psychopharmaka aufgeführt. Dies in 29 Zoos über einen Zeitraum von 11 Jahren. Macht gerade mal 0.2 Behandlungen pro Zoo und Jahr. Anders gesagt, wurde in den Zoos im Durchschnitt alle 5 Jahre mal ein Individuum Gorilla einer solchen Behandlung unterzogen. Das kann man ja wohl nicht als "erheblichen Umfang" bezeichnen.