In einem Interview sprach sich Gesundheitsminister Jens Spahn dafür aus, dass auch in Deutschland die Widerspruchslösung eingerichtet werden soll. Das bedeutet, dass jeder Bürger einer Organspende widersprechen und nicht wie bisher eine solche ausdrücklich erlauben muss.
In Deutschland kritisieren Ärzte die Homöopathie, eine Apotherkerin verkauft keine Globuli mehr. Und in der Schweiz? Da fehlt oft die Ehrlichkeit. Hugo Stamm meint, dass Mediziner homöopathisch heilen wollen, sei ein Skandal.
Wer an Verschwörungstheorien glaubt, der glaubt auch eher an die Wirkung von Globuli – das wollen Mainzer Wissenschaftler kürzlich herausgefunden haben. Während Verschwörungstheoretiker im Alltag belächelt werden, werden Homöopathie-Anhänger ausgerechnet von höchster Stelle in ihrem Glauben bestärkt: Ärzte bieten entsprechende Therapien an und Krankenkassen erstatten die Behandlungskosten. Letztendlich handelt es sich dabei um eine grobe Fehlinformierung und Verdummung der Bevölkerung. Aus ethischer Sicht gehören Homöopathika dringend aus Arztpraxen und Apotheken verbannt.
Entscheidungen der Gerichte sind zu akzeptieren, hat die Kanzlerin gerade zum umstrittenen Abschiebefall Sami A. gesagt. Die Bundesjustizministerin ließ ähnliches verlauten. Aber Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat eigene Vorstellungen vom Rechtsstaat.
Impfgegnerschaft und Impfskepsis (wobei letzteres meist nur ein Euphemismus für das erstere ist) treten sehr unterschiedlich auf. Da gibt es die "Hardcore-Impfgegnerschaft", die die geplante Ausrottung der Menschheit per Vakzine "enthüllt", angebliche "Impfschäden", die keine sind, auf einschlägigen Horror-Webseiten "sammelt", Viren und Bakterien als Krankheitserreger vielfach glattweg leugnet und Öffentlichkeitsarbeit inzwischen dadurch betreibt, dass ihre Vordenker sich mit Fernsehteams prügeln.
Die Story geht unter die Haut, die Charaktere wie aus dem Leben gegriffen, der Titel ist Programm: Im Dokumentarfilm "Eingeimpft" (D 2017) erzählt Regisseur David Sieveking von einem jungen Elternpaar vor der Entscheidung, ob sie ihre Kinder impfen lassen sollen. Doch Fachleute befürchten, dass der 90-Minuten-Streifen gerade das bewirkt, wovor er schützen möchte: Er schürt bei jungen Eltern unsinnige Ängste und beschwört ernste Gefahren für die Gesundheit von Kindern herauf.
Seit geraumer Zeit überzieht Spiegel Online seine Leserschaft mit einer Reihe an Artikeln und Kommentaren, die sich kritisch mit dem Thema Veganismus befassen. Tenor der Beiträge ist durchgängig, dass es sich bei Veganismus um einen "Irrglauben" handle, eine "Religion", die von ihren Anhängern mit "missionarischem Eifer" vertreten werde: schließlich sei kaum jemand nerviger, von halal oder kosher lebenden Menschen einmal abgesehen, als ein Veganer beim Grillabend.
Rund 47 Prozent aller Frauen, die in Österreich einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen lassen, wurden nicht dort geboren. Ihr Anteil an der Bevölkerung beträgt hingegen nur etwa 19 Prozent. Zwar kann eine ungewollte Schwangerschaft jeder Frau passieren, aber Mitgrantinnen haben ein 2,5-mal größeres Risiko im Vergleich zu in Österreich geborenen Frauen. Dies ist das Ergebnis einer Patientinnenbefragung des Gynmed-Ambulatoriums.
Neulich auf dem Spielplatz spricht mich eine Freundin etwas spitz an: "Ich weiß gar nicht, was du gegen Homöopathie hast. Sie schadet doch niemandem. Wir in unserer Familie schwören seit Jahren darauf, und sie hat immerhin keine schädlichen Nebenwirkungen." Das sagen viele, und in einem Punkt haben sie sogar Recht: Es sind ja keine wirklichen Inhaltsstoffe in den homöopathischen Zuckerkügelchen – sie können also tatsächlich nicht direkt schaden.
Im Juni diskutierten in Berlin zwei Ärzte und ein Vertreter von "Sterbehilfe Deutschland" über Strafandrohungen bei der Suizidhilfe und noch verbleibende Hilfsmöglichkeiten. Der Deutschlandfunk präsentiert einen Podcast mit einigen Wortbeiträgen der Ärzte.
Das Online-Magazin MedWatch will irreführende und gefährliche Medizin-Angebote im Internet aufdecken. Dazu startete jetzt ein Crowdfunding. Die Gründer Nicola Kuhrt und Hinnerk Feldwisch-Drentrup, zwei erfahrene Medizinjournalisten, wollen verlässliche Gesundheitsnews für alle bieten: Fakten und Informationen statt Quacksalberei, Verschwörungstheorien und Fakemeldungen.
Der Rechtsanwalt Prof. Robert Roßbruch vertritt schwerkranke Menschen, die beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) erfolglos einen Antrag auf Erlaubnis zum Erwerb von Natrium-Pentobarbital (NaP) gestellt haben. Der hpd sprach mit dem Anwalt.
Während alle Welt auf Seehofer (CSU) und seinen Theaterdonner im Kanzleramt schaut, macht sein Kollege Jens Spahn (CDU) eher unauffällig peinliche Schlagzeilen. Zuerst wird bekannt, dass er Todsterbenskranken per Dienstanweisung das elende Sterben verlängert. Und nun will er den Pflegenotstand in Deutschland mit billigen Arbeitskräften aus Albanien und dem Kosovo beheben.
Arzt und Patient haben einen gemeinsamen Feind – da liegt es doch nahe, vertrauensvoll zusammenzuarbeiten. Das Protokoll für diesen Bündnisfall heißt Compliance, erklärt Natalie Grams.
Das Gesundheitsministerium hat mit Schreiben vom 29. Juni das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) angewiesen, Mittel für einen Suizid auch in extremen Notfällen tödlich erkrankten Patienten zu verweigern. Alle der inzwischen über 100 eingegangenen Anträge auf Überlassung von Natrium-Pentobarbital, welches eine sichere und sanfte Selbsttötung ermöglicht, sollen pauschal abgelehnt werden.