Religionen

Wie die Kirche Verdächtige in Sicherheit brachte

Beim Missbrauchsskandal der katholischen Kirche mehren sich die Hinweise auf eine bislang kaum beachtete Dimension der Vertuschung: Demnach sollen die Verantwortlichen verdächtige Priester aus Deutschland in lateinamerikanische Länder versetzt haben, wo sie vor den deutschen Ermittlungsbehörden sicher waren. Darauf weisen Recherchen des ARD-Magazins "report München" und der spanischen Tageszeitung El País hin.

"Von Einzelfällen kann nicht die Rede sein"

Forscher der Westfälischen Wilhelms-Universität (WWU) Münster stellten heute die Ergebnisse ihrer Untersuchung zu den Missbrauchsfällen im Bistum Münster vor. Sie zeigten sich entsetzt über das Maß an Vertuschung des Missbrauchs durch das Bistum und appellierten an den Staat, eine aktivere Rolle im Aufarbeitungsprozess einzunehmen.

Kyrill I., Patriarch von Moskau

Kyrill verliert Ukrainisch-Orthodoxe Kirche und holt sich dafür die Diözesen der Krim

Der russische Patriarch steht fest an der Seite seines kriegstreibenden Präsidenten, auch weil er damit eigene Machtinteressen verfolgt. Doch dies führte zu mehr Spaltung als zur Vereinheitlichung in seiner Kirche. Kyrill hält dennoch unbeirrt an seinem Kurs fest und erweitert seine Einflusssphäre um ein annektiertes Gebiet, während der wohl nicht ausreichend kriegsbegeisterte Außenamtschef seinen Posten räumen musste.

Weiße Evangelikale Spitzenreiter beim Waffenbesitz

Nach der jüngsten tödlichen Schießerei in Texas wird in den USA wieder einmal über die Verschärfung der Waffengesetze diskutiert. Ein Politikwissenschaftler der Eastern Illinois University untersuchte nun die Frage, ob in verschiedenen religiösen Bevölkerungsgruppen Waffenbesitz unterschiedlich stark verbreitet ist. 

Viele Exorzisten fühlen sich isoliert

Im Mai fand in Rom der alljährliche Exorzismus-Kurs in der römischen Hochschule päpstlichen Rechts "Athenaeum Regina Apostolorum" statt. Laut der Catholic News Agency wurden hierbei von Forschern erstmals auch Daten über Exorzisten vorgestellt, die zeigen, dass viele Exorzisten über einen gewissen Mangel an Unterstützung klagen.

"Die Taliban" – eine kurze Einführung mit systematischer Struktur

Die beiden Bonner Sozialwissenschaftler Conrad Schetter und Katja Mielke legen mit "Die Taliban. Geschichte, Politik, Ideologie" eine kurze, aber problemorientierte Einführung mit systematischer Struktur zum Thema vor. Gerade angesichts der letztgenannten Aspekte erhält man hier wichtige Einschätzungen für den Kontext und die Wirkungen, was ansonsten bei der berechtigten Empörung über die Taliban verloren geht.

Ein Einfallstor für religiöse Fanatiker

Der Prediger Olaf Latzel wurde in zweiter Instanz vom Landgericht frei gesprochen. Damit wurde das Urteil des Amtsgerichts Bremen vom November 2020 aufgehoben. Das Amtsgericht Bremen hatte den evangelikalen Prediger wegen Volksverhetzung zu 8100 Euro Strafe verurteilt, da er unter anderem Homosexuelle als Degenerationsform der Gesellschaft und Menschen vom CSD als Verbrecher bezeichnet hatte. Latzel war in Revision gegangen.

Freikirchen versuchen noch immer, Homosexuelle "umzupolen"

Glaubensgemeinschaften sehen sich als Hüter von Moral und Ethik. Pastoren von radikalen Freikirchen fühlen sich deshalb als Experten bei der Beurteilung von Gut und Böse und taxieren die Sünden. Weit oben in der Skala angesiedelt ist das angebliche Fehlverhalten in sexuellen Belangen. Einen Spitzenplatz nimmt dabei die Homosexualität ein, die als eine Art Ursünde angesehen wird. Doch damit manövrieren sich manche Freikirchen direkt in Teufels Küche.