Selbsternannte Querdenker vergleichen sich gern mit Opfern des Nationalsozialismus. Erst am Wochenende erklärte eine gewisse "Jana aus Kassel", dass sie sich durch ihren Widerstand gegen die Corona-Maßnahmen wie Sophie Scholl fühle. Was von solchen Vergleichen zu halten ist, erläutert Historikerin, Journalistin und Sophie-Scholl-Biografin Dr. Maren Gottschalk im Interview mit hpd-Redakteurin Daniela Wakonigg.
Kultur- und Freizeiteinrichtungen sind während des Lockdowns geschlossen und zwischenmenschliche Kontakte sollen auf ein Minimum reduziert werden. Präsenz-Gottesdienste dürfen hingegen weiterhin stattfinden. Die Mehrheit der Bevölkerung ist gegen diese Ausnahmeregelung für Gottesdienste. Selbst Katholiken und Protestanten lehnen sie mit deutlicher Mehrheit ab.
Corona-Zeiten sind fragile Zeiten. Viele misstrauen dem Staat und seinen Institutionen. Helmut Ortner, Beiratsmitglied der Giordano-Bruno-Stiftung (gbs), plädiert für einen faktenbasierten Streit – statt wirrer Verschwörungs-Rhetorik. Eines seiner Bücher hat den Titel "Dumme Wut, kluger Zorn". Grund genug, mit ihm über Corona-Protestierer, Wutbürger und eine fehlende Streitkultur zu sprechen.
Auch an den beiden großen christlichen Glaubensverbänden geht Covid-19 in finanzieller Hinsicht nicht spurlos vorbei: Sie fürchten Einbußen bei ihren Mitgliedsbeiträgen. In Kirchendimensionen gerechnet geht es um mehr als eine Milliarde Euro.
Die Berlinerin Victoria Schrank will erreichen, dass Menschen wieder mehr miteinander reden, vor allem dann, wenn jemand an Verschwörungsmythen glaubt. Wie man dennoch wertschätzend und konstruktiv ins Gespräch kommen kann, dafür entwickelt sie gerade ein Online-Spiel und sucht nach Unterstützern für die Umsetzung. Der hpd hat mit ihr gesprochen.
In Berlin dürfen bei Beisetzungen, die in einem religiösen Rahmen stattfinden, mehr Menschen anwesend sein, als wenn dies ohne spirituellen Rahmen erfolgt. So sieht es die Infektionsschutzverordnung des Senats vor. Außerdem wird weltlichen Trauerfeiern ein kollektiver Charakter abgesprochen. Der Humanistische Verband kritisiert diese Ungleichbehandlung.
Herbst und Winter ist Erkältungszeit. Die Parole: Stärken Sie das Immunsystem! Doch nur wenige Mittel taugen, um der Krankheit vorzubeugen. Nein, auch nicht Vitamin C, schreibt Natalie Grams.
Für Esoterikstar Christina von Dreien ist Corona eine Chance und nur "halb so schlimm". Gleichzeitig behauptet der Toggenburger Teenager, das Coronavirus sei von dunklen Mächten in die Welt gesetzt worden.
Der Fachverband Werte und Normen fordert Unterricht in den wertebildenden Fächern auch während der Corona-Pandemie. Das Fach "Werte und Normen" trägt bei einer steigenden Anzahl an Schüler*innendazu bei, Orientierung in schwierigen Zeiten zu bieten.
Nur eine Minderheit lehnt in der Corona-Pandemie die Eindämmungsmaßnahmen ab. Viele betrachten das Verhalten dieser Minderheit als egoistisch und antisozial. Dass es tatsächlich einen Zusammenhang zwischen antisozialer Persönlichkeitsstruktur und der Ablehnung von Corona-Schutzmaßnahmen gibt, bestätigt eine brasilianische Studie.
Warum es keine gute Idee ist, ausgerechnet Gottesdienste von der Lockdown-Liste zu streichen, wurde in den vergangenen Tagen in verschiedenen Medien bereits ausgeführt. Zur langen Liste der Argumente, die für ein aktuelles Verbot von Präsenz-Gottesdiensten sprechen, gesellt sich nun ein weiteres: Am Sonntag deklarierten Coronarebellen in München ihren Protest zu einem Gottesdienst, um Auflagen missachten zu können.
Heute tritt im Kampf gegen die rasant zunehmenden Corona-Infektionen der neue "Lockdown light" in Kraft. Aus Gründen des Infektionsschutzes müssen unter anderem Gastronomiebetriebe, Kinos und Theater schließen. Gottesdienste sind hingegen weiterhin explizit erlaubt. Und das, obwohl sie in den vergangenen Monaten oft zu Superspreader-Events wurden.
Mit 1.877 Covid-19-Fällen pro 100.000 Einwohner (Stand: Mittwoch) weist der Kirchenstaat momentan die höchste Quote in ganz Europa auf. Gleichzeitig dürfte der Anteil an altersbedingten Risikogruppen-Angehörigen besonders hoch sein. Daher besteht nun auch dort Maskenpflicht. Wer die Infektionsschutzregeln aber nicht so ernst nimmt, ist der Papst höchstpersönlich.
Was hilft in einer Virus-Pandemie mehr: Den Körper fit zu halten? Oder in geschlossenen, eher kühlen Räumen herumzuknien und laut zu singen? In Polen ist diese Frage längst beantwortet. Natürlich ist dem Herumknien und Singen im Kreise weiterer Knie-Enthusiasten der Vorzug zu geben. Aber Polen ist eben auch ein sehr katholisches Land, und in solchen Ländern hilft gegen alles am ehesten der liebe Gott.
Alle haben es gewusst, alle haben davor gewarnt und nun ist sie da: die zweite Corona-Welle. Die Maßnahmen werden wieder verschärft, sogar ein zweiter Lockdown wird nicht mehr komplett ausgeschlossen. Viele haben dazu beigetragen, dass es dazu kam. Eine küchenpsychologische Analyse.