In Ägypten ist eine Studentin ermordet worden, weil sie den Heiratsantrag eines Mannes abgelehnt hatte. Der Scheich und Professor an der Fakultät für Islamische Studien der Al-Azhar-Universität Mabrouk Attia empfahl daraufhin allen Frauen des Landes, eine Kopfbedeckung zu tragen, um nicht Gefahr zu laufen, umgebracht zu werden.
Während der mediale Blick auf den Ukraine-Krieg dominiert, werden andere Konfliktherde wie etwa der um die Taliban ignoriert. Das von dem Fachjournalisten Ahmed Rashid geschriebene Buch "Taliban. Die Macht der afghanischen Gotteskrieger" liegt in einer Neuausgabe vor. Auch wenn analytische Einschätzungen weniger vorkommen, handelt es sich doch um das bedeutende Standardwerk zum Thema.
"Der Abtrünnige" heißt das autobiographische Buch von Erol Ünal über "15 Jahre in Moscheegemeinden. Meine Einblicke in eine Welt von Fundamentalisten und rechtsextremen über Radikale bis zu Sufis". Es wird ein sehr persönlicher und eben subjektiver Einblick in eine Parallelwelt gegeben, welche in der Forschung wie der Öffentlichkeit viel zu wenig ein Thema ist.
Eltern werden wenig Bedenken haben, ihre Kinder in eine Einrichtung gehen zu lassen, die sich "Haus der Integration" nennt. Tatsächlich kommen Jugendliche in der angeschlossenen Moschee jedoch mit Extremisten in Kontakt.
Human Rights Watch stellt eklatante Mängel in der Umsetzung des Gesetzes zum Schutz von Frauen vor Gewalt fest. Durch das Vorrücken der Taliban spitzt sich die Lage der betroffenen Frauen jetzt noch einmal drastisch zu.
In 20 US-amerikanischen Bundesstaaten können Gläubige mit dem Wahlspruch "In God We Trust" (Wir vertrauen auf Gott) auf ihren Kfz-Kennzeichen fahren. Im Bundesstaat Mississippi allerdings ist dieses Kennzeichen seit 2019 nicht nur eines zur Auswahl, sondern der Standard. Religionsfreie, die kein Gottvertrauen auf ihrem Kennzeichen wünschen, müssen zusätzliche Gebühren zahlen, um eines ohne zu erhalten.
Am 8. Juli hat der griechische Verfassungsgerichtshof die Räumung der Abtei Esphigmenou nebst diverser Dependancen entschieden. Die autonome Mönchsrepublik, zu welcher Frauen zum Zwecke der Marienverehrung der Zutritt verboten ist, steht unter griechischer Souveränität.
Religiöse Extremisten benutzen die Mechanismen des sozialen Netzwerks, die zur Löschung von Hassbeiträgen gedacht sind, um Kommunikation und Organisation religionsfreier Menschen zu sabotieren. Anfang Dezember haben sich vier Abgeordneten des US-Kongresses deshalb in einem Brief an Facebook-Chef Mark Zuckerberg gewandt.
Der Plan eines Krankenhauses in Bangladesch, unterernährten Säuglingen durch Muttermilchspenden zu helfen, wurde aufgrund von Protesten fundamentalistischer Muslime eingestellt. Die Kritiker sehen in dem Programm einen möglichen Verstoß gegen religiöse Regeln.
Der Mythos, es gäbe die relevante Eigenschaft, "Jungfrau" zu sein, ist in vielerlei Hinsicht schädlich. In einem Kommentar, der in den sozialen Netzwerken viel Aufsehen erregte, erklärt die Ärztin Dr. Verena Brown, warum man bereits anatomisch keine Unterschiede zwischen "Jungfrauen" und "Nicht-Jungfrauen" feststellen kann und es sich auf der wissenschaftlich-faktischen Ebene um einen Mythos mit weitreichenden Konsequenzen handelt.
Christliche Fundis wollen Schwule umpolen, doch nun formiert sich Widerstand. Die Assoziation der Schweizer Psychotherapeuten verurteilt die therapeutische Umpolung, der deutsche Gesundheitsminister will sie verbieten.
Die Hasskampagne gegen den Bund für Geistesfreiheit (bfg) Erlangen geht weiter: Wie der hpd erst jetzt erfuhr, gab es eine Bombendrohung gegen die Erlanger Heidenspaßparty am vergangenen Karfreitag. Die Polizei leitete entsprechende Maßnahmen ein und so konnte die Feier wie geplant stattfinden. Doch das war nicht der einzige "Ostergruß" an die Freigeister.
Seit vergangenem Herbst bekommen zwei Mitglieder des Bundes für Geistesfreiheit (bfg) Erlangen immer wieder Drohnachrichten. Eine Anzeige bei der Polizei blieb folgenlos.
Das 5. Gebot Gottes besagt: "Du sollst nicht töten." Eigentlich sollte Moon Hyung-jin als studierter Theologe das wissen. Dennoch ließ er jetzt in einer Messe seiner Religionsgemeinschaft "World Peace and Unification Sanctuary" in Pennsylvania das Sturmgewehr AR-15 segnen.
Der Islamwissenschaftler Rüdiger Lohlker geht in seinem Buch "Die Salafisten. Der Aufstand der Frommen, Saudi-Arabien und der Islam" auf die Entwicklung des Salafismus im historischen, politischen, sozialen und theologischen Sinne ein. Das Buch ist als Gesamtdarstellung auf engem Raum konzipiert, bringt entsprechend komprimiert wichtige Inhalte, hätte aber noch ein Mehr an analytischen Einschätzungen verdient gehabt.