Was ist sie denn nun, die katholische Kirche in Deutschland – eine staatliche Behörde oder eine private Vereinigung (mit besonderem Rechtsstatus)? Diese Frage mag absurd erscheinen, sie ist es aber nur auf den ersten Blick. Denn wenn ein Verwaltungsgericht eine entsprechende Klage zur Klärung annimmt und entscheidet, muss es sich wohl um eine ernstzunehmende Frage handeln.
Eine Predigt des emeritierten Pfarrers Ulrich Zurkuhlen hat in der Münsteraner Heilig-Geist-Kirche zu einem Eklat geführt. Mehrere Gottesdienstteilnehmer verließen protestierend die Kirche, nachdem der Geistliche dafür warb, Missbrauchstätern zu vergeben.
Der Regensburger Bischof Vorderholzer sprach sich am 14. Juni in Ingolstadt entschieden gegen die Zulassung von Frauen zum katholischen Priesteramt aus.
Spätestens seit dem Auftritt von Alt-Kanzler Kurz bei einer Massenpredigt amerikanischen Stils in der Wiener Stadthalle ist bekannt, dass es ein Nahe-Verhältnis der ÖVP zu radikal-religiösen Splittergruppen gibt.
In Schottland hat die Kommission zur Untersuchung von Kindesmissbrauch einen Zwischenbericht zum Missbrauch von Kindern in Heimen der Nazarethschwestern vorgelegt. In dem 140 Seiten umfassenden Bericht wurden die Aussagen von über 70 ehemaligen Heimkindern aus den Jahren 1933 bis 1984 aufgenommen. Sie berichten von Demütigungen, Misshandlungen und Vergewaltigungen. Die katholischen Nazarethschwestern haben eine Entschuldigung veröffentlicht.
Mit 82 Prozent der Stimmen hat die irische Bevölkerung sich für eine Verfassungsänderung ausgesprochen, welche eine Lockerung des Scheidungsrechtes möglich macht. Eine Ehescheidung ist in Irland erst seit 1995 möglich.
Am 15. Mai 2019 hatte die Apostolische Signatur Pater Hermann Geißler vom Vorwurf die Ordensfrau Doris Wagner im Kontext der Beichte sexuell belästigt zu haben, freigesprochen. Die Betroffene, nun ehemalige Ordensfrau, war nicht gehört worden. Das Urteil erntete harsche Kritik, während Geißler freimütig seine Sicht der Dinge an die Öffentlichkeit gibt.
Im Rahmen eines Interviews mit der italienischen Ausgabe der Vanity Fair hat der spanische Drehbuchautor und Regisseur Pedro Almodóvar auch über den sexuellen Missbrauch Minderjähriger in seiner Salesianer-Schule gesprochen.
Einigen Frauen in der katholischen Kirche reicht es. Sie fordern offen einen anderen Umgang mit dem Thema Missbrauch sowie die Priesterweihe für Frauen. Die Medien stürzen sich auf diese katholische Graswurzel-Bewegung. Doch der Hype um Maria 2.0 ist ebenso hoffnungslos übertrieben wie die Aussichten der Initiative, die katholische Kirche tatsächlich zu ändern.
Papst Franziskus zieht Konsequenzen aus dem Missbrauchsskandal: Ein neues Gesetz verlangt, dass alle Fälle sexuellen Übergriffen von Kirchenleuten gegenüber Minderjährigen oder Schutzbedürftigen zur Anzeige kommen – allerdings nur intern, die Staatsanwaltschaft soll weiterhin außen vor bleiben. Kritikern geht das nicht weit genug.
Anfang April war Bischof Juan Antonio Reig Plá in die Kritik geraten, weil er in der zu Madrid gehörenden Gemeinde Alcalá de Henares Kurse zur "Heilung Homosexueller" anbot. Die spanische Bischofskonferenz stärkte Reig Plá daraufhin den Rücken. Die LGTB-Gemeinschaft Arcópoli fordert nun beim Rat für Sozial- und Familienpolitik eine Strafe für die Bischofskonferenz ein.
Andreas Altmann lebt in Paris und hat den Brand von Notre Dame vor Ort erlebt. Allerdings auch "den vielerorts verbreiteten Blödsinn", der sich danach in sozialen und anderen Medien zeigte.
Der gerade 92 Jahre alt gewordene Ex-Papst Joseph Ratzinger hat sich in einem Aufsatz zum Thema Missbrauchsskandal zu Wort gemeldet. Einsicht in die Probleme, die für die Krise seiner Kirche verantwortlich sind, hat er nicht. Im Gegenteil: Schuld sind die anderen.
Bereits seit 2017 hatte der Bischof von San Sebastián, José Ignacio Munilla, Kenntnis von fünf Klerikern, die Kinder und Jugendliche sexuell missbraucht hatten. Munilla leitete nur Untersuchungen nach Kirchenrecht ein, die teilweise bis heute andauern. Eine Zusammenarbeit mit Polizei und Staatsanwaltschaft gab es nicht.