Der gerade 92 Jahre alt gewordene Ex-Papst Joseph Ratzinger hat sich in einem Aufsatz zum Thema Missbrauchsskandal zu Wort gemeldet. Einsicht in die Probleme, die für die Krise seiner Kirche verantwortlich sind, hat er nicht. Im Gegenteil: Schuld sind die anderen.
Bereits seit 2017 hatte der Bischof von San Sebastián, José Ignacio Munilla, Kenntnis von fünf Klerikern, die Kinder und Jugendliche sexuell missbraucht hatten. Munilla leitete nur Untersuchungen nach Kirchenrecht ein, die teilweise bis heute andauern. Eine Zusammenarbeit mit Polizei und Staatsanwaltschaft gab es nicht.
Der österreichische Verfassungsgerichtshof (VfGH) will den Antrag auf Heimopferrente eines Opfers sexueller Gewalt in einer Pfarre nicht prüfen. Somit wird Markus (Name geändert) weiterhin alleine für sein schwieriges Leben aufkommen müssen.
Im Februar hatte die spanische Justizministerin Dolores Delgado im Namen der Regierung die spanische Generalstaatsanwaltschaft aufgefordert, Informationen zu an Gerichten noch offenen Verfahren zu Missbrauchsfällen durch Angehörige der Kirche zu übergeben.
Man will sich auf den Weg machen und innerhalb eines strukturierten Dialogs über die kirchliche Sexualmoral, den Zölibat, den klerikalen Machtmissbrauch und die Rolle der Frau sprechen. Das gab der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz gestern in Lingen bekannt.
Bereits der Schuldspruch kam überraschend: Ein Gericht in Lyon hatte Philippe Kardinal Barbarin, Erzbischof von Lyon, wegen Vertuschung von Missbrauchsvorwürfen zu sechs Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Nun will der 68-Jährige beim Papst ein Rücktrittsgesuch einreichen. Die Staatsanwaltschaft hatte keine Verurteilung gefordert, da ein Großteil der Taten verjährt ist.
Zwei Jahre nach Anzeige hat der Prozess gegen einen ehemaligen Franziskanermönch des in Galicien gelegenen Santuario de O Cebreiro begonnen. Der Mann wurde beschuldigt eine Minderjährige sexuell missbraucht und auch versucht zu haben, sich ihrem Cousin zu nähern.
Der Bund für Geistesfreiheit (bfg) hat gestern die Kampagne "Zahlengesichter" gestartet. Mit der Kampagne und einer Petition soll die Aufklärung und Prävention von sexuellem Missbrauch von Kindern und Jugendlichen durch Kleriker in der katholischen Kirche thematisiert werden.
Angesichts der vielen Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche haben Kirchenkritiker aus Luxemburg eine Liste von Präventionsvorschlägen veröffentlicht. Darin warnen Sie vor Kontakt mit Geistlichen, lehnen aber zugleich einen Generalverdacht ab.
Gerade einmal 5.000 Euro Entschädigung erhält ein Missbrauchsopfer durchschnittlich von der katholischen Kirche – deutlich weniger als ein monatliches Bischofsgehalt. Betroffene sprechen auch von "Schweigegeld"
Bei der Anhörung zum Strafmaß im Fall des wegen Kindesmissbrauchs schuldig gesprochenen australischen Kardinals Pell verwies der Verteidiger des Kardinals darauf, dass es sich nur um Blümchensex gehandelt habe. Richter und Medien zeigten sich empört. Inzwischen entschuldigte sich der Verteidiger für seine Wortwahl.
Gerade erst hat die Anti-Missbrauchskonferenz im Vatikan ihre Pforten geschlossen, da verkündet die australische Justiz, dass einer der ranghöchsten vatikanischen Kardinäle wegen Missbrauchs verurteilt wurde. Der Schuldspruch gegen Kardinal Pell erging bereits im Dezember. Doch wegen einer Nachrichtensperre durften die Medien bislang nicht darüber berichten.
Die Konferenz zur Aufarbeitung des Missbrauchsskandals ist zu Ende. Die Erwartungen waren groß, das mediale Interesse auch. Aber am Ende stehen doch nur wieder Relativierungen, Absichtserklärungen und Ankündigungen des Papstes. Jetzt hagelt es Kritik, nicht nur von den Opfern.
Im Vorfeld der gestern begonnenen Konferenz im Vatikan, die sich mit dem weltweiten Missbrauchsskandal befassen will, hat die katholische Kirche ein Zeichen gesetzt: Theodore McCarrick hat nach seiner Kardinalswürde auch seine Zugehörigkeit zum Klerikerstand verloren.
Im Fernsehen hat Kardinal Schönborn behauptet, die Kirche verzichte im Falle von Gerichtsverfahren auf Verjährung. Dies ist unwahr, denn die Praxis der letzten Jahre zeigt: die Kirche hat in jedem einzelnen Fall Verjährung eingewendet, wenn ein Opfer sich an das Gericht wandte.