Die katholische Kirche in Wien bietet am kommenden Samstag im Rahmen eines "Free Tattoo Walk-in" Umsonst-Tattoos an. Das Event findet in der Begnungsstätte der österreichischen Ordensgemeinschaften "Quo vadis?" statt. Gestochen werden selbstverständlich nur christliche Motive auf christlichen Körperteilen. Ein Kommentar von Andreas Gradert.
Der christliche Glaube treibt in der freikirchlichen Ausprägung seltsame Blüten. Gläubige instrumentalisieren Gott für alle möglichen und unmöglichen Zwecke. Er muss Hoffnungen wecken, Sehnsüchte befriedigen, für eine emotionale Bindung sorgen, Trost spenden und seinen Schäfchen in allen Lebenslagen zu Hilfe eilen, vor allem in gefährlichen. Als Vehikel für die Verbreitung eines solchen Glaubensverständnisses gibt sich das Schweizer Fernsehen hin.
Während sich in Deutschland die Straßenwerbung mit religiösem Inhalt meist auf bezahlte Anzeigen eines TV-Senders und mit Kreide auf Seitenstraßen geschmierte "Jesus lebt"-Slogans beschränkt, sieht das in den USA anders aus. Bibelzitate und ungebetene Auskünfte zum Aufenthalt Jesu sowie Anweisungen zum Umgang mit ihm zieren ganze Schilder und Banner, die illegal an Straßen angebracht werden. Die "Atheist Street Pirates" sammeln die Orte und leiten die Entfernung unrechtmäßig angebrachter Schilder ein.
In den Vereinigten Staaten herrscht eine strenge Trennung von Kirche und Staat – so zumindest steht es in der Verfassung. Dennoch nehmen religiöse Gruppen immer wieder staatliche Schulen in den Fokus ihrer Missionierungsaktionen. Doch damit stoßen sie mitunter auf Protest, wie ein Beispiel aus dem Ort Huntington im Staat West Virginia zeigt.
Die Pseudokirche Scientology nutzt das Internet als günstiges Instrument für ihre fragwürdigen Zwecke. Hugo Stamm hat sich einmal umgeschaut, wo und wie die Sekte neue Anhänger zu ködern versucht.
Am vergangenen Mittwoch hat der kanadische Bundesgerichtshof entschieden, dass als Kinder in Internaten misshandelte Indigene beziehungsweise deren Familien finanziell zu entschädigen sind. Die Regierung des Landes hatte sich, nicht erst nach Entdeckung hunderter Kindergräber auf ehemaligen Schulgeländen, für die Leiden entschuldigt und ihre Verantwortung eingeräumt, eine finanzielle Entschädigung jedoch ausgeschlossen. Vorgesehen ist vom Gericht die maximal mögliche Zahlung von 40.000 kanadischen Dollar pro Person.
Ende Mai dieses Jahres wurden durch Untersuchungen von Tk'emlúps te Secwépemc die ersten unmarkierten Kindergräber auf dem Gelände eines Internats für Indigene in Kanada gefunden. Es folgten weitere Bodenradaruntersuchungen anderer ehemaliger Schulgelände. Mittlerweile wurden über 1.000 Gräber entdeckt. Angehörige der Toten und Überlebende dieser Schulen erwarten Aufklärung und eine Bitte um Verzeihung vom Papst. Bisher weigerte sich dieser jedoch, um Entschuldigung zu bitten.
Christliche Missionar:innen, die in Indigenen-Gebiete eindringen, gefährden das Leben und die Kultur der dort lebenden Menschen. Die Missionsarbeit wird auch von Deutschland aus organisiert und von christlichen Gemeinden finanziert. Ein im April ratifiziertes Gesetz kann helfen, den Kulturmord zu beenden; denn ob in Papua-Neuguinea, auf Borneo oder im brasilianischen Regenwald: Indigene Kulturen sind durch das Wort Gottes in ihren traditionellen Lebensweisen bedroht.
Hey, junge Leute! Ihr coolen Ehrenmänner, Ehrenfrauen, Diggas, Bros und Mädels da draußen! Wollt ihr mal was abgefahren Cooles erleben, das euch mega wegflasht?
Wie kommt die Covid-Impfung zu denen, die sie vielleicht am nötigsten haben? Indigene in abgeschiedenen Regionen sind oft diejenigen, die neuen Krankheiten am wenigsten entgegenzusetzen haben.
Der Deutsche Evangelische Kirchentag (DEKT) 2025 wird in Hannover stattfinden, das hat die Ratsversammlung der Stadt Mitte Dezember beschlossen. Über 4 Millionen Euro wird das den städtischen Steuerzahler kosten, hinzu kommen Mittel von Land und Bund, sodass das Kirchenfest fast zur Hälfte aus allgemeinen Steuergeldern finanziert wird.
In der Weihnachtszeit macht man gern Geschenke und spendet bereitwillig für einen guten Zweck. Als geschickte Verbindung von beidem inszeniert sich die Aktion "Weihnachten im Schuhkarton", veranstaltet von einer Organisation namens "Samaritan's Purse". Alljährlich ruft sie dazu auf, kleine Präsente wie Kleidung, Hygieneartikel, Stofftiere und Spielzeug, Schulmaterial oder Süßigkeiten in eine Schuhschachtel zu packen und an einer Sammelstelle abzugeben.
So hat sich die 59-jährige Missionarin Beatrice Stöckli das Ende ihres Lebens kaum vorgestellt. Die fromme freikirchliche Christin wurde in Mali von Islamisten umgebracht. Sie hat auf die Hilfe Gottes gehofft. Vergeblich. Nach vierjähriger Gefangenschaft, in der die Missionarin durch die Hölle gegangen war, haben sie die muslimischen Fanatiker umgebracht.
Der Master-Studiengang "Crossmediale Glaubenskommunikation" zielt auf den Kompetenzaufbau für "das Konzipieren und Managen von 'Public Relations' für Glaube und Kirche" ab – mit anderen Worten: ein Missionierungslehrgang mit dem Gütesiegel einer staatlichen Hochschule. Oder auch die in einem Studiengang manifestierte Antiwissenschaftlichkeit.
Ende 2019 gab es in Bremen gehörige Aufregung, da ein bekannter Evangelikaler im Rahmen der "Klassentage" und des missionarischen Projekts PIKS in öffentlichen Bremer Schulen zum Einsatz kam. Dieser Referent, Klaus Peter Naumann, ging nun in Rente. Die Stelle im Referentenpool der evangelischen Jugend, der kirchenintern zuständigen Abteilung für den Einsatz in den Schulen, wurde von der Leitung der evangelischen Kirche neu besetzt.