Im Alltag brauchen wir ein Ortsgedächtnis. Morgendlicher Kaffee? Dafür gehen wir zielsicher in die Küche und wissen genau, wo Kaffeemaschine und Tasse zu finden sind. Um das zu leisten, benötigen wir ein mentales Abbild unserer Wohnung und der Dinge darin. Hätten wir dieses Gedächtnis nicht, müssten wir jedes Mal die gesamte Wohnung von Neuem durchsuchen. Wie dieses Ortsgedächtnis genau funktioniert, ist bislang nicht klar.
So leicht lässt sich keiner oder keine von den Mitgliedern einer Verreaux-Sifaka-Gruppe – das sind madegassische Lemuren – in einen Kampf mit der konkurrierenden Nachbargruppe hineinziehen, sei es dass es um Futter, das Territorium selbst oder Sexualpartner geht. Wie ein Forscherteam des Deutschen Primatenzentrums in Zusammenarbeit mit der Universität Göttingen herausfand, wägen die Individuen genau ab, ob es sich für sie lohnt.
Die Weltnaturschutzunion (IUCN) stufte die beide Unterarten des Gorillas in die höchste Gefährdungskategorie der "Roten Liste" bedrohter Tier- und Pflanzenarten ein. Damit stehen nunmehr vier der sechs Menschenaffen-Arten auf dieser Liste. Darunter sind neben dem Berggorilla der Westliche Gorilla sowie der Borneo-Orang-Utan und der Sumatra-Orang-Utan.
Mit dem Begriff der technologischen Singularität wird die in naher Zukunft zu erwartende explosionsartige Vermehrung der künstlichen Intelligenz bezeichnet. Im Zentrum steht dabei die Frage, ob sich die künstliche Intelligenz alle intellektuellen Fähigkeiten des Menschen aneignen kann. Wenn das wirklich eintreffen sollte, wäre es mit gewaltigen Auswirkungen auf unser Leben und unsere Gesellschaft verbunden. Manche befürchten gar eine Machtübernahme der Maschinen und damit dann womöglich das Ende der Menschheit.
Kohlmeisen sind Landeier: In der Stadt beginnen sie zwar früher zu brüten, die Gelege sind aber kleiner und die Jungtiere wiegen beim Ausfliegen weniger als ihre Artgenossen auf dem Land. Das haben Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Ornithologie in Seewiesen und der Ludwig-Maximilians-Universität München herausgefunden. An Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Licht oder Lärm liegt es allerdings nicht, dass sich die Vögel auf dem Land leichter tun, obwohl die Wissenschaftler bei diesen Umweltfaktoren Unterschiede zwischen Stadt und Landhabitaten gemessen haben.
Sebastian Lotzkat scheut vor nichts zurück. Als Science-Slammer kämpft er mit Fünf- bis Zehnminuten-Vorträgen landauf landab um den Siegerpreis eines meist studentischen und akademischen Publikums für seine Darbietungen und wirbt um Verständnis für das Objekt seiner wissenschaftlichen Neugier: die Schlangen. Auch in seinem Erstlingswerk "Keine Bange vor der Schlange" tut er das routiniert wie ein Entertainer vom Club Méditerranée.
Erstmals ist es gelungen zu erforschen, dass und wie Vögel im Flug schlafen können. Ein internationales Forscherteam unter Leitung von Niels Rattenborg vom Max-Planck-Institut für Ornithologie in Seewiesen hat durch Messungen der Gehirnaktivität bei Fregattvögeln herausgefunden, dass diese beim Fliegen mit beiden Gehirnhälften gleichzeitig oder nur mit einer Hälfte schlafen.
Die Matronen unter den Bonobos kommen jüngeren Weibchen zu Hilfe gegen gewalttätige Männchen, und zwar unabhängig von verwandtschaftlichen Beziehungen. Das fanden die beiden Forscher Nahoko Tokuyama und Takechi Furuichi der Universität Kyoto im Wamba Nationalpark in der Demokratischen Republik Kongo heraus.
LEIPZIG. (mpg) Bisher gingen Experten davon aus, dass unsere nächsten Verwandten, die Menschenaffen, keine neuen Laute lernen können und dass Sprache folglich ihren Ursprung nicht bei ihnen hatte. In einem Imitiationsspiel gelang es dem Orang-Utan Rocky jedoch, Tonhöhe und Tonfall von vokalähnlichen Rufen einer Forscherin nachzuahmen. Die Entdeckung zeigt, dass Orang-Utans die Fähigkeit haben, ihre Stimme zu kontrollieren. Dem internationalen Forscherteam gehörte auch Alexander Mielke vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig an, geleitet wurde es von Forschern der Durham University in Großbritannien.
BERLIN. (hpd) Küken können abstrakt denken. Das fanden die Evolutionspsychologen Antone Martinho und Alex Kacelnik der altehrwürdigen Universität Oxford heraus. Und das vom ersten Lebenstag an. So tief verwurzelt ist diese Fähigkeit also in der Entwicklung der Psyche, in der wir uns oft noch für die Krönung halten.
LEIPZIG. (mpg) Fossile Knochen und Steinwerkzeuge verraten uns viel über die menschliche Evolution. Doch wie sich unsere Vorfahren zum Beispiel fortbewegten oder miteinander interagierten lässt sich daraus kaum ableiten. Forscher fanden mithilfe neuester Analysemethoden heraus, dass die Gangart vom Homo erectus der des modernen Menschen stark ähnelt. Darüber hinaus belegen die Forscher anhand der Fußabdrücke ein Sozialverhalten, das mit dem moderner Menschen vergleichbar ist.
BONN. (hpd) Der als Buchautor und Fernsehgast bekannt gewordene Förster Peter Wohlleben legt in "Das Seelenleben der Tiere. Liebe, Trauer, Mitgefühl – erstaunliche Einblicke in eine verborgene Welt" gut verständlich und locker geschriebene Berichte über die Glücks- und Leidensfähigkeit von Tieren vor. Deutlich wird dabei, dass sie nicht dumpfe Bioroboter mit genetischem Code sind und demnach die Notwendigkeit eines anderen Umgangs mit ihnen besteht.
LEIPZIG. (mpg) Bei vielen Primatenarten stimulieren visuelle Signale der Weibchen das Paarungsverhalten der Männer. So geben die auffällig gefärbten Schwellungen im Ano-Genitalbereich vieler Arten Hinweise auf die Empfängnisbereitschaft der Weibchen. In einer Studie des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig haben die Primatenforscherin Pamela Heidi Douglas und Kollegen erstmals die Beziehung zwischen Sexualhormonen und Sexualschwellungen freilebender Bonobos untersucht.
BERLIN. (mpg) Das erwachsene Gehirn hat gelernt, wie es aus den Informationen der Sinnesorgane ein Bild der Umwelt berechnet. Verändern sich die Eingangssignale jedoch, kann sich auch das erwachsene Gehirn anpassen – und kehrt, im Idealfall, zu seinem ursprünglichen Aktivitätsmuster zurück, wenn die Störung behoben ist. Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Neurobiologie in Martinsried konnten nun in Mäusen zeigen, dass diese Eigenschaft auf der Fähigkeit einzelner Nervenzellen beruht.
BERLIN. (hpd) Der Nietzsche-Fachmann Prof. Hermann Josef Schmidt befasst sich in einer Rezension für den hpd mit dem derzeit bei de Gruyter erscheinenden Nietzsche-Kommentare zur "Morgenröthe" und zu den "Idyllen aus Messina".