Niederlande

Pfarrer verweigert Trauergottesdienst nach aktiver Sterbehilfe

Weil ein Verstorbener einen selbstbestimmten Tod wählte, verweigerte ihm ein Pfarrer den Trauergottesdienst.

Diese Verweigerung wurde in den Niederlanden kontrovers diskutiert. (Hinweis: in dem Land ist auch aktive Sterbehilfe unter strengen Bedingungen zulässig.) Aufgrund der Weigerung des Priesters "hätten Ehrenamtliche ihren Dienst aufgegeben und Künstler für eine Wohltätigkeitsauktion gespendete Werke zurückgezogen."

Der Trauergottesdienst wurde in einer benachbarten Pfarre durchgeführt.

Interessant an dieser Kurzmeldung bei Gloria.tv sind auch die Kommentare. Ein Nutzer namens "Kirchturm" zitiert ein Schreiben der Glaubenskongregation: "Ein Patient im “anhaltenden vegetativen Zustand” ist eine Person mit einer grundlegenden menschlichen Würde, der man deshalb die gewöhnliche und verhältnismäßige Pflege schuldet, welche prinzipiell die Verabreichung von Wasser und Nahrung, auch auf künstlichen Wegen, einschließt." - Ergo: Selbstbestimmung am Lebensende lehnt die kath. Kirche rigeros ab.

Quelle

Kommentare (7)

Stefan (nicht überprüft)

Do. 20 Nov 2014 - 12:18

Ich versteh' den Skandal nicht. Der Priester hat aus meiner Sicht alles richtig gemacht. Das sich damit dann Gemeindemitglider abwenden ist auch wiederum ihre Sache. Es wäre nun auch falsch einen Priester zu zwingen einen Gottesdienst zu halten.

Da haben sie im Grunde recht. Er ist ehrlich und konsequent. Da dies bei Religionen allerdings so selten ist, mutet uns dieses konsequente Verhalten so befremdlich an.

Schade, dass die Menschen bei solchen Offenbarungen nicht noch einen Schritt weitergehen und sich und die Religion selbst gründlich hinterfragen anstatt sich nur über diese eine Person oder jenen Fall aufzuregen.

Einen Hardcore-Priester, der mittelalterliche Praktiken durchsetzt, auch noch zu loben ("Er ist ehrlich und konsequent"), kann man nur noch als grotesk bezeichnen. Aber vielleicht sind Hardcore-Priester und Hardcore-Atheisten geistig in ihrem einfachen Denken nicht so weit voneinander entfernt, in der Regel sind beide ja auch gleichermaßen überheblich und akzeptieren nur ihre jeweiligen "heiligen" Ansichten. Brüder im Geiste?

Warum "die Leute", gemeint sind wohl religiöse (?), in einem Einzelfall gleich die gesamte Religion "gründlich hinterfragen" sollten, ist rational nicht nachvollziehbar. Diese Auffassung ähnelt mehr einem Glaubensbekenntnis als einer begründeten Ansicht. Aber vielleicht gibt es nicht nur Islam (Leichtgemacht) für angehende Salafisten, sondern auch Religion (Leichtgemacht) für den gemeinen Atheisten.

Warum sind Sie denn so aufgeregt? Mich deucht, Sie entlarven sich als genau jenes Klientel, das ich angesprochen hatte. :)

Wenn ein Vereinsvorsitzender gemäß den Vereinsregeln handelt, ist das dann für sich genommen etwa nicht konsequent?

Sie wünschen sich, dass Vereinsvorsitzende ihre schlechten Vereinsregeln und -satzungen einfach uminterpretieren anstatt sie zusammenzustreichen oder gleich über Bord zu werfen und etwas neues besseres erstellen. Ein solches Verhalten kann man mMn sehr wohl als intellektuell unehrlich bezeichnen.

Hans Schulze (nicht überprüft)

Do. 20 Nov 2014 - 13:31

Antwort auf von Stefan (nicht überprüft)

Seit wann lässt der hpd religiöse Fundamentalisten zu Wort kommen? Die Beweihräucherung eines Hardcore-Priesters im hpd muss nun wirklich nicht sein....

Stefan (nicht überprüft)

Fr. 21 Nov 2014 - 07:48

Antwort auf von Hans Schulze (nicht überprüft)

Ich würde nicht von Lob sprechen, wenn man mit sarkastischem Unterton jmd dafür gratuliert, dass er sich selbst geschädigt hat.

Hans Schulze (nicht überprüft)

Do. 20 Nov 2014 - 12:30

Ein empörendes Beispiel dafür, was "christliche Nächstenliebe" auch bedeuten kann! Deshalb: Keine Akzeptanz von religiösem Fundamentalismus - weder christlichem noch islamischen.

Man ahnt, wenn manche so könnten, wie sie wollten, wären wir bald wieder ein paar Jahrhunderte zurück.

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