Raif Badawi muss endlich freigelassen werden!

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Weltweit wurde für die Freilassung von Raif Badawi protestiert. Hier in Oslo im Jahr 2015.
Weltweit wurde für die Freilassung von Raif Badawi protestiert.

Nach zehn Jahren Haft hätte der saudi-arabische Blogger Raif Badawi bereits am 28. Februar entlassen werden müssen. Nach Informationen von Reporter ohne Grenzen wird er jedoch weiterhin im Zentralgefängnis von Dhahban nördlich von Dschidda festgehalten. Für die Freilassung des saudischen Bloggers setzen sich weltweit NGOs ein, darunter auch die Giordano-Bruno-Stiftung.

Der Geschäftsführer von Reporter ohne Grenzen, Christian Mihr, nennt es "empörend, dass Raif Badawi nach zehn langen Jahren noch immer im Gefängnis sitzt". "Er hätte nie auch nur einen einzigen Tag hinter Gittern verbringen dürfen. Jetzt, da er die volle Strafe abgesessen hat, gibt es für die saudischen Behörden keine rechtliche Grundlage mehr, ihn weiterhin festzuhalten. Wir fordern sie dringend auf, Badawi sofort freizulassen und ihm zu ermöglichen, auf sicherem Weg zu seiner Familie nach Kanada zu reisen."

Allerdings wird der Blogger Saudi-Arabien nicht verlassen können, solange das zehnjährige Ausreiseverbot nicht aufgehoben ist. Aus diesem Grund hat seine Frau Ensaf Haidar, die in Kanada lebt und bereits die kanadische Regierung bat, Badawi die Staatsbürgerschaft zu verleihen, auch an den saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman geschrieben und um eine königliche Begnadigung gebeten. "Eure Königliche Hoheit, ich appelliere an den Vater und Ehemann, der Sie sind", schrieb Haidar. "Das Schicksal unserer Familie liegt in Ihren Händen."

Heba Morayef, Regionaldirektorin von Amnesty International für den Nahen Osten und Nordafrika, erklärte: "Raif Badawis anhaltende Inhaftierung zeigt die völlige Verachtung der saudi-arabischen Behörden für das Recht auf Freiheit, die Meinungsfreiheit und sogar ihre eigenen Gesetze. Es zeigt auch, dass ihre Versuche, der Welt ein progressives Bild zu präsentieren, kaum mehr als eine Nebelwand dienen, um ihre Unterdrückung zu verbergen."

Der Vorstandssprecher der Giordano-Bruno-Stiftung (gbs), Michael Schmidt-Salomon, sagte dem hpd, dass die Stiftung ein Stipendium für den Fall ausgelobt hat, dass Badawi Saudi-Arabien verlassen darf. Schmidt-Salomon wies außerdem darauf hin, dass die gbs sich schon seit einigen Monaten im Hintergrund und in enger Absprache mit Ensaf Haidar verstärkt um die Freilassung des inhaftierten Bloggers und Menschrechtsaktivisten bemüht. Dabei sei es gelungen, "inzwischen viele hochrangige Politikerinnen und Politiker in Deutschland und in der EU" dazu zu bringen, sich für Raif Badawi zu engagieren.

Die gbs hat heute gemeinsam mit Reporter ohne Grenzen eine Pressemitteilung dazu veröffentlicht.

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