Die Beendigung des Schweigens über die Missbrauchsverbrechen der katholischen Kirche und der Kampf für Entschädigungszahlungen an die Opfer standen im Mittelpunkt einer zweitägigen Konferenz in Frankreich. Betroffene und internationale Freidenkerorganisationen tagten in Grenoble und Lyon.
Die Kulissen, das Bühnenbild sind längst entsorgt, das Theaterstück hatte nie seine Premiere. Denn es wurde abgesetzt von der Intendanz des Theaters Osnabrück. Und doch geben sich die vom Intendanten gefeuerten Köpfe hinter dem abgesagten Stück nicht geschlagen. Dem Stück, in dem es um den sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche und die jahrelange Vertuschung gehen sollte. Ein Offener Brief an die Kommunalpolitiker der niedersächsischen Stadt setzt aktuell das Thema erneut auf die Tagesordnung. Und vielleicht wird es demnächst von einem anderen Schauspielhaus auf die Bühne gebracht.
Der deutsche Hochadel hat politisch längst ausgedient. Was bleibt, sind Schlösser, Ländereien und die Selbstinszenierung. Prinz Ludwig von Bayern, künftiger Chef des Hauses Wittelsbach, präsentiert sich gerne als Wohltäter – etwa über den Hilfsverein "Nymphenburg". Sein Lieblingsprojekt: der Neubau einer Kirche im Nordwesten Kenias. Offiziell verkauft er sein Glaubensengagement als "Entwicklungshilfe". Tatsächlich knüpft es an die Tradition kolonialer Missionspolitik an – eine Entwicklungshilfe nach Art von Kaiser Wilhelm II.
In seinem Beitrag "Zum Sonntag", der vom Bayerischen Rundfunk ausgestrahlt wird, referiert Kardinal Marx über den Sonntag und sagt uns, in blumige Worte verpackt, wie wir den Tag zu nutzen haben. Wenn Herr Marx seinen "Schäfchen" die katholische Interpretation des Sonntags erläutert, ist das eine innerkirchliche Angelegenheit und Teil seines Berufes. Da er aber in seinem Vortrag alle Menschen anspricht, mitunter mich als Humanisten, sehe ich mich genötigt, ihm in einigen Punkten eine alternative Sicht entgegenzuhalten.
Wenn Menschen, die Opfer von Missbrauch in Institutionen der katholischen Kirche geworden sind, mit ihrem Anliegen in die Öffentlichkeit durchdringen, dann geschieht das meist durch entsprechende Schmerzensgeldprozesse. Betroffeneninitiativen sind nun einen anderen Weg gegangen, in der Öffentlichkeit auf ihr Schicksal hinzuweisen. Und auch auf den Umgang der Kirche damit. Zwei Tage lang präsentierten sie sich mit einem Stand auf dem Bürgerfest des Bundespräsidenten im Garten von Schloss Bellevue in Berlin.
Der Umgang der Kirche mit den Opfern sexualisierter Gewalt ist ein Skandal ohne Ende: Vertuschung, Verweis auf Verjährung, Zuständigkeitsstreitigkeiten – die Palette der Abwehrstrategien ist bekannt. Doch das Bistum Regensburg erweitert das Repertoire nun um eine neue Facette: Mit dem Hinweis auf angeblich leere Kassen verweigert es dem Missbrauchsopfer Matthias Podszus eine angemessene Entschädigung. In einem Schreiben der Bistumsanwälte wird das Vorgehen als "christliches Entgegenkommen" bezeichnet – blanker Hohn für den Betroffenen.
Die Betroffeneninitiative-Hildesheim und das bundesweite Aktionsbündnis der Betroffeneninitiativen gegen sexualisierte Gewalt im kirchlichen Kontext sind beim diesjährigen Bürgerfest des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier am 13. September mit einem eigenen Stand präsent.
Die Heiligenverehrung ist ein Markenzeichen der katholischen Kirche. Sie bietet den Gläubigen Identifikationsfiguren und moralische Vorbilder. Doch die Zahl der Heiligen ist längst so groß, dass selbst die Kurie kaum noch den Überblick behält – nicht zuletzt, weil die letzten Päpste die Heiligsprechung nahezu inflationär betrieben haben. Nun soll Carlo Acutis, der erste Heilige der Generation der Millennials, offiziell kanonisiert werden. Das freut vor allem seine Mutter – wirft aber auch kritische Fragen auf. Wo endet die Verehrung und beginnt die Leichenfledderei?
Gemeinsam mit der Aktionsgruppe "11. Gebot" der Giordano-Bruno-Stiftung (gbs) lädt das künstlerische Team der vom Theater Osnabrück abgesagten Spielzeiteröffnung mit dem Stück "Ödipus Exzellenz" am 21. August zu einer Demonstration mit Podiumsgespräch vor dem Theater Osnabrück ein. Die Veranstalter organisieren damit zu der vom Theater für den gleichen Tag angekündigten Sonderveranstaltung zur Aufarbeitung sexualisierter Gewalt in der katholischen Kirche eine Alternativ-Bühne. Mit ihr möchte die das "11. Gebot" mit dem künstlerischen Team zur Absetzung des fertig geplanten Theaterstücks Stellung beziehen, eingeladen sind dazu Vertreter der lokalen Politik und des Bistums Osnabrück.
Nicht nur die Kirchenmitglieder kehren der Kirche in Scharen den Rücken. Auch interessieren sich junge Menschen immer weniger für das Theologiestudium. Und um die verbleibenden Interessentinnen und Interessenten streiten sich auch noch Hochschulen und Kirche: Das Bistum Köln macht der benachbarten Universität Bonn mit einer eigenen Bildungseinrichtung Konkurrenz.
In Berlin-Neukölln gründeten rund 60 Bewohner eines typischen Berliner Mietshauses eine Genossenschaft, um das gesamte Haus erwerben zu können. 3,8 Millionen Euro bot die Genossenschaft dem Eigentümer, der katholischen Kirche. Der jedoch ist das zu wenig.
Nach dem Ende der Ampelregierung und dem im Parlament knapp gescheiterten Versuch zur Entkriminalisierung des Schwangerschaftsabbruchs herrschte große Ernüchterung in den Reihen der "Pro Choice"-Aktivist*innen. Dann aber tauchte der Fall "Joachim Volz" auf, der neuen Schwung in die bereits abgeschriebene Debatte brachte. Plötzlich erscheint wieder vieles möglich.
Ein Protestzug von etwa 2.000 Menschen zog am Freitagvormittag durch die Lippstädter Innenstadt bis vor das Gerichtsgebäude. Doch die Solidaritätsbekundungen für den Gynäkologen Prof. Joachim Volz konnten das in Lippstadt tagende Arbeitsgericht Hamm nicht umstimmen. Der Chefarzt der Lippstädter Klinik verlor den Rechtsstreit gegen seinen katholischen Arbeitgeber, der ihm Abtreibungen verbietet. Doch Volz will mit Unterstützung des Instituts für Weltanschauungsrecht weiter kämpfen.
In Lippstadt geht heute ein Arzt vor Gericht, weil er nicht hinnehmen will, was sein neuer Arbeitsgeber verlangt: Schwangerschaftsabbrüche abzulehnen, sogar wenn sie medizinisch notwendig sind. Der Arbeitgeber: die katholische Kirche, nach einer Fusion neuer Träger der Klinik. Katholische Krankenhäuser lehnen Schwangerschaftsabbrüche ab oder führen sie nur in absoluten Ausnahmefällen durch.
Es gibt kirchlich anerkannte Teufelsaustreiber. Diese sind sogar weltweit im Verband organisiert, in der Internationalen Vereinigung der Exorzisten (AIE). Die Geisterjäger warnten kürzlich vor esoterischen Wahrsagern und vor Hexenfesten um die religiösen Feiertage herum. Die selbsternannten Teufelsweiber, Zauberer und Hellseher würden die Menschen nur verwirren.