Menschen

Essay

Die vielen Krisen der Demokratie

Die Zahl der Menschen, die in liberalen Demokratien leben, nimmt ab. Und der Zustand der verbleibenden Demokratien ist fragil, nicht zuletzt weil viele Bürgerinnen und Bürger die Politik und die Parteien kritisch sehen. Steffen Mau, Direktor am Max-Planck-Institut für Politik und Sozialwissenschaft in Göttingen, analysiert die vielfältigen Gründe dafür und gibt Hinweise, wie Demokratien ihre Attraktivität bewahren oder zurückerlangen können.

Kirchliches Arbeitsrecht abschaffen!

Etwas mehr als eineinhalb Jahre ist die rot-grün-gelbe Koalition im Amt. Wenig war bisher zum Reformprojekt "Kirchliches Arbeitsrecht" zu hören. Nun scheint es nach Informationen aus Bundestagskreisen endlich voranzugehen. Unterdessen hat ver.di im Mai eine Petition an Bundesarbeitsminister Heil und die Bundestagsabgeordneten gestartet, um eindringlich für die Abschaffung des kirchlichen Arbeitsrechts zu werben.

Frankreich: QR-Code gegen Missbrauch durch Priester

Wer eine kirchliche Veranstaltung wie zum Beispiel eine Messe oder Wallfahrt organisiert, soll in Zukunft das Celebret beteiligter Priester mittels QR-Code prüfen können. Der Code verrät, ob der jeweilige Priester sein Amt vollumfänglich ausführen darf, Beschränkungen unterliegt oder die eigentlichen Aufgaben nicht mehr übernehmen darf.

"Zappel-Woelki" vor dem Kölner Dom

Protestaktion gegen die Vertuschung des Missbrauchsskandals vor dem Kölner Dom

Vor zwei Jahren sorgte der "Hängemattenbischof" ("11 Jahre schonungslose Aufarbeitung der Missbrauchsfälle") vor dem Kölner Dom für internationale Schlagzeilen. Nun kehrt die Aktionsgruppe "11. Gebot" auf die Domplatte zurück: Mit dem "Zappel-Woelki" protestiert sie abermals gegen die Vertuschung des Missbrauchsskandals und für eine angemessene Entschädigung der Betroffenen.

Fritz Bauer (1903 – 1968)

Der posthume Demokrat

Vor 55 Jahren, am 1. Juli 1968, starb Fritz Bauer. Wie kein anderer Jurist in der Bundesrepublik hatte er als hessischer Generalstaatsanwalt nach dem Krieg die NS-Verbrechen verfolgt. Dafür wurde er von vielen bekämpft und geschmäht – vor allem von der CDU. Ende des letzten Jahres hat Hessens Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) ihn posthum mit der Wilhelm-Leuschner-Medaille geehrt. Fritz Bauer konnte sich dagegen nicht mehr wehren.

Skeptiker 2/2023 erschienen

Gemüse und Käse aus Demeter-Landbau gilt bei manchen Verbrauchern als das "bessere Bio", Waldorfschulen haben ein gutes Image als Alternative zur Regelschule. Erst bei näherem Hinschauen ist erkennbar, dass Demeter-Landbau und Waldorfschulen auf ein und derselben esoterischen Weltanschauung beruhen, der Anthroposophie. Doch was ist das überhaupt? Für die neue Skeptiker-Ausgabe haben sich zwei Autoren kritisch mit dieser Lehre und einigen problematischen Aspekten auseinandergesetzt.

Humanismus und Krieg: Auf der Suche nach Menschlichkeit inmitten von Konflikten

Kriege sind ein ständiges Merkmal der menschlichen Geschichte und haben eine Spur der Verwüstung, des Verlustes und des Leids hinterlassen. Dazu gab es immer auch "Kollateralschäden" wie die Einschränkung von Grundrechten wie zum Beispiel der Meinungsfreiheit, enorme Umweltschäden (radioaktive Kampfmittel bis hin zu Atombomben), zerstörte Staudämme usw. Inmitten des Chaos und der Zerstörung gab es jedoch immer wieder Einzelpersonen und Bewegungen, die von dem Glauben an den Wert und das Potenzial der Menschheit getragen wurden.

Szenenbild "Der verkürzte Weg"

"Der verkürzte Weg": Ein gelungenes Bühnenstück zum Thema Sterbehilfe

Die Seniorentheatergruppe "Restrisiko" des Theaterpädagogischen Zentrums der Emsländischen Landschaft (TPZ Lingen) zog mit ihrem Bühnenstück "Der verkürzte Weg" Anfang Juni in der Mensa der Oberschule Ofenerdiek/Oldenburg die Zuschauer in ihren Bann. Das von den Schauspielern selbst entwickelte Stück bot den Zuschauern eine hervorragende Möglichkeit, sich aus mehreren Perspektiven mit dem Thema Sterbehilfe auseinander zu setzen. Eingeladen hatten der Arbeitskreis Selbstbestimmtes Sterben Oldenburg und der Förderverein Bürgerhaus Ofenerdiek.

Termine

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Polizeiabsperrung (Symbolbild)

Attentäter von Schongau: Frauenfeindlichkeit und Antisemitismus

Nach übereinstimmenden Medienberichten soll ein dem mutmaßlichen Täter des Messerangriffs an einem Gymnasium in Schongau zugeschriebenes Manifest von Frauenhass, Antisemitismus und der Verherrlichung rechtsextremer Gewalttäter geprägt sein. Der Fall verdeutlicht, welche Rolle digital vernetzte Radikalisierungsräume bei der Entstehung extremistischer Gewalt spielen können und vor welche Herausforderungen sie Sicherheitsbehörden stellen.

Jürgen Klopp

Mit Jürgen Klopp betend zum nächsten WM-Titel?

Julian Nagelsmann ist Geschichte, Jürgen Klopp soll die deutsche Nationalmannschaft übernehmen. Sportlich wäre das eine spannende Personalie. Doch die Fußball-WM hat auch gezeigt, wie selbstverständlich religiöse Inszenierungen inzwischen zum Profifußball gehören – und Klopp zählt zu ihren prominenten Verteidigern.

Jenny Wagner

Wie dunkel muss unser Universum sein?

Jenny Wagner, seit 2025 Beirätin der Giordano-Bruno-Stiftung, erhält diesen Sommer eines von 20 O’Shaughnessy Ventures Fellowships, um die Ursachen dunkler Materie genauer zu untersuchen. Die O’Shaughnessy Ventures unterstützt damit zum ersten Mal ein Projekt in der Astrophysik, nachdem Wagner mit ihrem Vorschlag gegenüber fast 12.000 Bewerbern überzeugte.

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Kenia: Tabu um Abtreibung tötet Tausende Frauen

Abtreibung ist in Kenia illegal, außer bei Gefährdung der Mutter. Die Gesellschaft des ostafrikanischen Landes ist stark religiös-konservativ geprägt, weshalb Schwangerschaftsabbrüche ein Tabuthema sind. Dennoch gibt es dort eine der höchsten Abtreibungsraten der Welt, was zu einer verheerenden Lage für Betroffene führt.

Klassenzimmer

Zwangsheirat: Wenn nach den Sommerferien Stühle frei bleiben

Die Ferien haben begonnen oder stehen in Kürze bevor. Für die meisten Kinder ist das mit Freude verbunden. Doch nicht für alle. Unter dem Vorwand eines Urlaubs oder eines Familienbesuchs werden jedes Jahr vor allem Mädchen ins Ausland gebracht und dort gegen ihren Willen verheiratet. Deshalb klärt die Frauenrechtsorganisation Terre des Femmes an Schulen auf. Zwangsverheiratungen sind weder für Schülerinnen und Schüler noch für Lehrkräfte ein unbekanntes Phänomen. Dennoch greifen Gesetze oder Hilfsangebote oft nicht rechtzeitig.

Plakatmotiv

Das "Glaubenstribunal": Die "Wiener Festwochen" zeigen auf, wie notwendig die Trennung von Staat und Religion ist

Im Rahmen der "75. Wiener Festwochen" fand am vergangenen Wochenende ein dreitägiges "Glaubenstribunal" statt. Die von Milo Rau inszenierte Performance war prominent besetzt, unter anderem mit der Femen-Aktivistin Inna Shevchenko, den Charlie-Hebdo-Verantwortlichen Gérard Biard und Laurent Sourisseau sowie der iranischen Schauspielerin und Aktivistin Kosar Eftekhari. Die Abschlussreden hielten Hamed Abdel-Samad und Michael Schmidt-Salomon.

Satirische Darstellung: Kirchentagsfinanzierung in Düsseldorf

Die Linke will Kirchentags-Millionenförderung streichen

5,8 Millionen Euro von der Stadt Düsseldorf, 7 Millionen Euro vom Land Nordrhein-Westfalen und 500.000 Euro vom Bund − die zugesagte Förderung für den Evangelischen Kirchentag im Mai 2027 in Düsseldorf ist großzügiger denn je. Und das, obwohl sich die Stadt im sozialen und kulturellen Bereich zu drastischen Mittelkürzungen gezwungen sieht. Und was ist mit dem christlichen Großereignis? Müssen nicht auch dessen Veranstalter finanzielle Zugeständnisse machen? Der hpd hat bei den Kommunalpolitikern nachgefragt.

Bedrohte Demokratie

Die Demokratie und die Überforderung durch das Netz

Steffen Mau hat in seiner Analyse „Die vielen Krisen der Demokratie“ präzise seziert, woran die liberale Demokratie derzeit krankt. Seine Bestandsaufnahme ist zutreffend – aber dennoch unvollständig. Denn sie benennt zwar die Symptome, nicht aber die wohl wichtigste gemeinsame Ursache der gegenwärtigen Verwerfungen.

Friedhof

Manche gingen leider für immer

In diesem Jahr feiert der Humanistische Pressedienst (hpd) sein 20-jähriges Jubiläum und lässt Ereignisse aus dieser Zeit Revue passieren. Der frühere Chefredakteur Frank Nicolai arbeitet seit Mitte 2009 für den hpd und hat seitdem viele Menschen im Umfeld der Redaktion kommen und gehen sehen. Manche gingen leider für immer. Eine persönliche Rückschau.

Verwaltungsgericht Ansbach

Einem Atheisten wurde die Flüchtlingseigenschaft zuerkannt

Im April 2024 reiste ein Mann aus Afghanistan in die Bundesrepublik Deutschland ein und stellte einen Antrag auf Asyl. Wegen seiner Abkehr vom Islam fühlte er sich in seinem Geburtsland verfolgt. Ein Gericht gab ihm nun Recht. Unterstützung bekam der Kläger von der Säkularen Flüchtlingshilfe in Köln und dem Bund für Geistesfreiheit Bayern.

Neue und bisherige Geschäftsführung

Neue Geschäftsführung beim HVD Niedersachsen

Der Humanistische Verband Deutschlands (HVD) Niedersachsen hat ab morgen einen neuen Landesgeschäftsführer. Sebastian Kurtz übernimmt die Geschäftsführung des Landesverbands Niedersachsen von Catrin Schmühl, die sich nach rund sechs Jahren neuen beruflichen Aufgaben zuwendet.

Papstdemo 2011

Benedikt XVI. im Bundestag und 15.000 Menschen protestierten

In diesem Jahr feiert der Humanistische Pressedienst (hpd) sein 20-jähriges Jubiläum. Die Redaktion möchte diese Zeit Revue passieren lassen und jeden Monat auf einen Artikel oder ein Thema hinweisen, der beziehungsweise das die Gesellschaft mitverändert hat. Im September 2011 begleitete der hpd die bis dahin wohl größte Demonstration säkularer und humanistischer Menschen.

Strafbefehl wegen erfundenen Mordanschlags

Der inzwischen beurlaubte Rektor der säkularen arabisch-deutschen Schule im Berliner Bezirk Neukölln Hudhaifa Al-Mashhadani hatte im November 2025 behauptet, Opfer eines versuchten Mordanschlags geworden zu sein. Nun wurde gegen ihn ein Strafbefehl wegen angezeigter falscher Verdächtigung erlassen.