Die Säkulare Flüchtlingshilfe bittet um Spenden

Wenn es lebensgefährlich wird, Atheist zu sein

Weltweit sind Menschen, die sich als Atheisten outen, mit dem Tod bedroht. Wenn die Betroffenen es schaffen zu fliehen, geschieht es häufig, dass sie in den Auffanglagern und Flüchtlingswohnheimen Menschen mit Einstellungen begegnen, vor eben denen sie flohen. Die Säkulare Flüchtlingshilfe e. V. hilft diesen Menschen.

In einem gestern bei der Deutschen Welle erschienen Artikel wird anhand von Beispielen das Schicksal solcher Flüchtlinge nachgezeichnet. Der Blogger Mahmudul Haque Munshi musste 2015 Bangladesh verlassen und erhielt selbst, als er in Deutschland war, noch immer Todesdrohungen. Er ist einer der 37 religionsfreien anerkannten Asylberechtigten, die die Säkulare Flüchtlingshilfe e. V. seit November 2017 unterstützt.

Das gilt ebenso für die Irakerin Worood Zuhair. Die Biologin aus der Stadt Kerbela erhielt Morddrohungen: "Wir kommen in einer halben Stunde vorbei und bringen Dich um". Inzwischen lebt sie in Deutschland und ist als Flüchtling anerkannt. Sie spricht öffentlich über ihre Leidensgeschichte und setzt sich für Frauen ein, die ebenfalls Gewalt erfahren haben. Zuhair unterstützt die Arbeit der Frauenrechtsorganisation "Organization of Women's Freedom in Iraq" (OWFI) und sie arbeitet mit Mina Ahadi vom Zentralrat der Ex-Muslime zusammen.

Auch die Autorin und Frauenrechtlerin Rana Ahmad aus Saudi-Arabien arbeitet für die "Säkulare Flüchtlingshilfe" und betreut Frauen aus ihrer Heimat.

In dem oben erwähnten Artikel der Deutschen Welle heißt es: "Der Kampf der atheistischen Flüchtlinge ist kein Kampf gegen den Islam. Es ist ein Kampf für Freiheit von Religion. Ein Kampf für das Recht, Lehren und Traditionen hinterfragen zu können. Ein Kampf für Frauen- und Minderheitenrechte, für das Recht, ein Leben ohne religiöse Vorschriften führen zu können."

Dieses Recht auf Religionsfreiheit wird von den deutschen Behörden noch zu selten als Asylgrund anerkannt. So heißt es in einer Auskunft des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF): "Die Herkunft aus einem bestimmten Land oder ein bestimmter Fluchtgrund, zum Beispiel Religionszugehörigkeit oder Atheismus, führen nicht automatisch zu einem Schutzstatus."

Erstmalig im April 2010 wurde Atheismus von deutschen Gerichten als Fluchtgrund anerkannt. Für diese Flüchtlinge setzt sich seit gut zwei Jahren die Säkulare Flüchtlingshilfe ein, die derzeit um Spenden bittet: Um weiterhin atheistischen Flüchtlingen bei ihrer Ankunft in Deutschland zu unterstützen, benötigt der Verein finanzielle Mittel. "Diese Menschen haben keinerlei andere Organisation, der sie sich anvertrauen können. Da Religion für sie in ihrer Heimat eine große Bedrohung darstellte, wenden sie sich nicht an religiöse Hilfsorganisationen", sagte Stefan Paintner vom Verein gegenüber dem hpd.

"Was diese Gruppe von anderen unterscheidet ist, dass sie auch hier noch Verfolgung ausgesetzt sind. So müssen sie auch hier vor ihren Familien geschützt werden. Außerdem sehen sie sich auch hier noch Anfeindungen durch die muslimische Community ausgesetzt. Die Säkulare Flüchtlingshilfe sorgt dafür, dass sie sich hier in Sicherheit befinden und ein selbstbestimmtes Leben in Freiheit beginnen können. Die Organisation begleitet sie auf ihrem Weg, unterstützt sie finanziell, personell und juristisch."


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