Zwei schwule Aktivisten haben eine Verteilaktion von selbst hergestellten Mundschutzen im Norden Polens organisiert. Die Menschen freuten sich über die kostenlosen und farbenfrohen Baumwollmasken. Keine Selbstverständlichkeit in dem LGBTQI-feindlich regierten Land.
Kirche, Wirtschaft, Militär, viel mehr scheint Brasiliens Präsidenten Jair Bolsonaro nicht zu interessieren. Wenig verwunderlich also, dass er sich kaum zu Anti-Covid-19 Maßnahmen durchringen konnte, seinen eifrigen Gesundheitsminister entließ und nun Demonstrationen gegen Alltagsbeschränkungen im Stile Donald Trumps befeuert.
Morgen beginnt der Ramadan. Eigentlich gelten in Pakistan Versammlungsbeschränkungen, um die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen, die sollen aber anlässlich des Fastenmonats aufgeweicht werden.
2013 wies der italienische Atheistenverband UAAR mit einer Plakatkampagne darauf hin, dass man auch ohne Gott gut sein kann. Die Stadt Verona verbot die Plakate. Zu Unrecht, wie nun der Oberste Kassationsgerichtshof Italiens entschied.
Anfang April hatte Perus Regierung versucht die Ausbreitung von Covid-19 mit Ausgangsbeschränkungen zu verlangsamen. Dabei sollten Menschen nach Geschlecht und Wochentag getrennt das Haus verlassen dürfen. Die Entscheidung musste nach langen Wartereihen von Frauen vor Märkten wegen des hohen Ansteckungsrisikos aufgehoben werden.
In Polen wird die Corona-Krise ausgenutzt, um Grundrechte wie das Recht von Frauen auf sexuelle und reproduktive Selbstbestimmung weiter einzuschränken. Der Humanistische Verband Deutschlands – Bundesverband kritisiert dies aufs Schärfste und fordert ein schnelles Handeln der deutschen und der EU-Politik.
Da hat Jahwe wohl nicht aufgepasst: Ausgerechnet in den Gebieten, in denen in Israel ausgesprochen streng religiöse Juden leben, hat sich das Virus besonders schnell verbreitet – weil die Ultra-Orthodoxen die Kontaktverbote lange nicht einhielten. Doch auch die obersten Staatsvertreter fallen negativ auf.
Seinen Wahlkampf hatte Brasiliens aktueller Präsident Jair Bolsonaro ganz auf religiöse und konservative Wahlgruppen zugeschnitten. Die Verachtung von Minderheiten und Umweltschutz ging ihm leicht von den Lippen. Sein Fokus lagen auf Wirtschaft und Religion. Das wird ihm aktuell zum Verhängnis. Die Bedrohung durch Covid-19 spielt Bolsonaro noch immer herunter.
Um Klinikkapazitäten und medizinische Ausstattung zu schonen, werden aufschiebbare Behandlungen derzeit ausgesetzt. Einige republikanisch geführte US-Bundesstaaten scheinen zu versuchen, politisches Kapital aus der Krise zu schlagen, indem sie auch Abtreibungen untersagen. Jetzt muss der Supreme Court entscheiden.
In Pakistan hat im März entgegen aller Empfehlungen eine Glaubensveranstaltung mit über 100.000 Teilnehmern stattgefunden. Fast die Hälfte von ihnen wurde nun bereits als Seuchenschutzmaßnahme isoliert. Es ist nicht das erste Mal, dass religiöse Treffen in der Corona-Krise als sogenannte "Superspreader" fungieren.
Während ein großer Teil des Lebens, vor allem in Europa, stillsteht und Menschen zum Schutz ihrer älteren oder immungeschwächten Angehörigen zu Hause bleiben, ist es für indigene Gruppen in Südamerika teilweise unmöglich, sich zu schützen.
Die Corona-Krise kennt nicht nur Solidarität, sondern auch dreiste Betrugsmaschen. Von Anrufen, um persönliche Daten zur späteren kriminellen Verwendung zu sammeln über als Desinfektionseinsatz getarnter Wohnungsraub ist alles dabei. Als besonders dreist erwies sich der Bischof einer christlichen Gemeinschaft in London, der ein Öl zum Schutz vor dem Coronavirus für umgerechnet über 100 Euro an seine Gläubigen vertrieb.
Medienberichte über den Coronavirus hatte er als "Massenhysterie" abgetan, verließ sich lieber auf Gottes Schutz als auf Maßnahmen zum Schutz vor Ansteckung. Nun ist der amerikanische Pastor Landon Spradlin selbst an Covid-19 erkrankt und verstorben. Der 66-Jährige hatte sich offenbar auf einer Missionierungsreise in New Orleans mit dem Erreger angesteckt.
Während zunächst kurzzeitig die Idee einer Corona-Immunisierung der Bevölkerung ohne Rücksicht auf Verluste im Vereinigten Königreich bestand, wurde diese doch bald zugunsten von Kontakt- und Ausgangssperren aufgegeben. Einem ähnlichen hin und her waren die Bedingungen für die "Pille danach" und Abtreibungen im ersten Schwangerschaftstrimester unterworfen.
Der Bürgermeister der südspanischen Stadt Cádiz plant, Immobiliensteuern für nicht zum Gebet oder die Bildung genutzte Immobilien der katholischen Kirche einzutreiben. González sieht dies als eine der notwendigen Maßnahmen an, um den Kampf gegen die Auswirkungen der Corona-Krise zu finanzieren.