Fast ein Viertel aller US-Bürger ist religiös ungebunden, und es werden seit Jahren mehr. Ihre politische Repräsentation im US-Kongress, der zweieinhalb Wochen vor der Amtseinführung von Donald Trump als US-Präsident seine Arbeit aufgenommen hat, ist jedoch marginal. Gläubige haben in den USA exorbitant bessere Chancen, ihre Anliegen politisch durchzusetzen.
Am 16. Dezember vergangenen Jahres überraschte der US-Kongress mit einer außergewöhnlichen Gesetzeserweiterung. Der Religious Freedom Act von 1998 wurde um die Rechte von Nicht-Gläubigen ergänzt, trotz republikanischer Mehrheiten in beiden Parlamentskammern.
In der Adventszeit schießen sie wie Pilze aus dem Boden: Weihnachtskrippen. Kaum ein Kaufhaus, in dem nicht irgendwo die heilige Familie in Hochglanz-Optik herumsteht. Doch es gibt auch alternative Krippen, die die christliche Variante aufs Korn nehmen.
Ein evangelikaler Priester hat im US-Bundesstaat Texas eine neue Form der Aufklärung erprobt. In einem Einkaufszentrum rief er Kindern, die sich mit einem verkleideten Weihnachtsmanndarsteller fotografieren ließen, zu, dass es in Wahrheit gar keinen Weihnachtsmann gäbe. Sie sollten sich lieber an Jesus halten – denn der sei schließlich real.
Im US-Bundesstaat Louisiana wurde gegen den kolumbianisch-US-amerikanische Fernsehstar Sofia Vergara eine Klage im Namen zweier Embryonen eingereicht, in der das Recht der beiden auf Geburt eingefordert wird.
Der bekannte Linguist Noam Chomsky, einer der einflussreichsten Kritiker der US-amerikanischen Machtpolitik, legt in seinem neuen Buch "Wer beherrscht die Welt? Die globalen Verwerfungen der amerikanischen Politik" kritischen Betrachtungen zur US-Außenpolitik in Geschichte und Gegenwart vor. Es handelt sich eher um eine fragmentarisches Buch, worin bekannte Auffassungen von Chomsky präsentiert werden; eine berechtigte Kritik an der Einseitigkeit der US-Politik geht einher mit einer Einseitigkeit der Kritik mit den USA als nahezu alleinigem Verantwortlichen für Krisen.
Bernie Sanders, der parteiinterne Konkurrent von Hillary Clinton, stand für eine Politik im Sinne der sozialen Gerechtigkeit. Nach dem Scheitern seiner Kampagne, aber noch vor der Wahl Trumps schrieb er ein Buch: "Our Revolution" ist Autobiographie, Kampagnenbericht und Programmatik zugleich.
Ein Antrag auf Begnadigung oder Haftzeitverkürzung wären möglicherweise Maßnahmen, um das Leben von Chelsea Manning zu retten! Die Anwälte von Chelsea Manning haben einen Antrag auf Strafumwandlung an das US-amerikanische Verteidigungsministerium eingereicht. Chelsea Manning schrieb zudem einen Antrag auf Begnadigung an Präsident Barack Obama.
Europa wird nach dem Wahlsieg von Donald Trump schmerzlich zu lernen haben, sein altes Nachkriegsdenken zu überwinden und mehr Verantwortung zu übernehmen; Präsident Trump wird das bestimmt nicht für uns erledigen. Die Zeit der Pax Amerikana geht zu Ende! Auf der Tagesordnung steht jetzt eine europäische Armee mit eigenen handlungsfähigen Führungsstrukturen sowie mehr Verantwortung in der Nato.
Die Wahl von Donald Trump erscheint unglaublich. Nahezu alle Fakten lagen auf dem Tisch. Es ist bekannt, dass er lügt; es ist bekannt, dass er betrügt, sich in Prozessen verzettelt, Arbeiter nicht bezahlt, Menschen beleidigt. Die Aufklärung hat in diesem Rennen verloren.
Der Historiker Michael Hochgeschwender legt mit "Die Amerikanische Revolution. Geburt einer Nation 1763 – 1815" eine ausführliche und lesenswerte Studie zum Thema vor. Dabei widerlegt der Autor weit verbreitete Gründungsmythen, neigt aber mitunter auch zur Detailverliebtheit und hätte die ökonomischen Interessen noch stärker hervorheben können.
Trumps Wähler sind eher alt als jung, eher männlich als weiblich, eher ohne höhere Schulbildung als mit, eher protestantisch als katholisch. Sie alle eint ihre Abneigung gegen "die da oben", die Meinungsführer in Politik, Wirtschaft und Medien. In Deutschland entspricht das ungefähr dem Anhang der AfD.
Es ist tatsächlich passiert: die Wähler in den USA haben Donald Trump zu ihrem neuen Präsidenten gewählt. Die Reaktionen in den europäischen Hauptstädten reichen von Entsetzen bis zur Begeisterung. Das spiegelt sich auch in den Medien wider.
Die USA-Korrespondentin der TAZ, Dorothea Hahn, legt mit "Hillary. Ein Leben im Zentrum der Macht" eine Biographie über die US-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton vor. Es handelt sich um eine informative und sachliche Beschreibung, die auch das Thema "Die Clintons und das liebe Geld" in einem gesonderten Kapitel behandelt.
30 Tage, 30 Songs: So heißt eine Kampagne, der sich viele bekannte Musiker angeschlossen haben. Bis zum Wahltag in den USA am 8. November soll jeden Tag ein Protestsong gegen Präsidentschaftskandidat Donald Trump veröffentlicht werden.