Einige dunkle Jahrhunderte lang galt die Bibel als Gottes Wort. Ihre mannigfaltigen Absurditäten öffentlich zu bemerken, war gefährlich. Einer der Ersten, die es taten, war im 18. Jahrhundert der Hamburger Gelehrte Hermann Samuel Reimarus: Er unterzog die Bibel einer Prüfung mit den Augen der Vernunft. Und fand natürlich haarsträubende Widersprüche. Als er die Glaubwürdigkeit der Ostergeschichte massiv angriff, war der Skandal riesig. Reimarus erlebte den Rummel nicht mehr - aus guten Gründen hatte er seine Hauptschrift zu Lebzeiten nicht veröffentlicht. Das übernahm dann Lessing. Und handelte sich gewaltigen Ärger ein.
Die eigene öffentliche Kreuzigung für 750 Pfund – dieses Angebot der Passionsspiele Manchester sorgte in den vergangenen Tagen in England für Schlagzeilen. Ein Fundraiser der Passionsspiele hatte die Kreuzigung offiziell angeboten. Die geistliche Leitung der Spiele machte ihm jedoch einen Strich durch die Rechnung. Sie hielt dieses Angebot für blasphemisch.
Der promovierte Theologe Heinz-Werner Kubitza nimmt in seinem Buch "Der Glaubenswahn. Von den Anfängen des religiösen Extremismus im Alten Testament" eine Analyse des dortigen Bildes von Gottes vor. Die Deutung als ein solcher der Gewalt und des Krieges stützt sich auf viele Quellen und Zitate, könnte aber auch angesichts von fehlenden Klarstellungen missverstanden werden.
Mitten im zunehmend glaubensfernen England planen Christen den Bau einer Gebetsmauer. Jeder Ziegelstein der Mauer soll für ein Gebet stehen, das Gott erhört hat.
Der Publizist Reinhold Schlotz legt mit "Von Golgatha nach Auschwitz. Die Mitverantwortung des Christentums für den Holocaust" eine kurze Geschichte des christlichen Antisemitismus vor, welcher für den Massenmord an den Juden im Zweiten Weltkrieg mit verantwortlich sei. Einerseits macht der Autor deutlich, dass von einem christlich-jüdischen Abendland angesichts der christlichen Judenfeindschaft schwerlich die Rede sein kann, andererseits zieht er etwas ahistorisch und monokausal eine gerade Linie "Von Golgatha nach Auschwitz".
Evangelikale und Kreationisten werden zum Sturm auf dieses Buch blasen. Und nicht allein sie, sondern auch die Schreiber, die ihren Brotberuf bei den offiziellen Kirchen haben. Sie sehen die Basis ihrer Existenz gefährdet. Früher hätte der Autor ein solches Buch nicht überlebt.
Ein Mann aus Uganda bestimmte testamentarisch, dass man ihm Bargeld in seinen Sarg legen solle. Mit dem Geld wollte er Gott bestechen, damit dieser ihm seine Sünden vergibt und ihn vor der Hölle bewahrt.
Ist es typisch, dass in katholischen Familien nicht über Religion gesprochen wird? Das Katholizismus in ihnen praktiziert aber nicht diskutiert wird? Dass die grundlegenden Fragen unseres menschlichen Selbstverständnisses an die "Experten" der Religion abgetreten werden?
Ein evangelikaler Priester hat im US-Bundesstaat Texas eine neue Form der Aufklärung erprobt. In einem Einkaufszentrum rief er Kindern, die sich mit einem verkleideten Weihnachtsmanndarsteller fotografieren ließen, zu, dass es in Wahrheit gar keinen Weihnachtsmann gäbe. Sie sollten sich lieber an Jesus halten – denn der sei schließlich real.
"Bedeutung und Perspektiven von Religion und Kirche in unserer Gesellschaft" – Zu diesem Thema fand am 29. Oktober im Rathaus Garbsen ein "Stadtgespräch" mit hochkarätiger Besetzung statt: Landesbischof Ralf Meister (Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers), Guido Wiesner (Präsident des Humanistischen Verbands Niedersachsen), Ingrid Wettberg (1. Vorsitzende der Liberalen Jüdischen Gemeinde Hannover) und Ali Faridi (Religionsgemeinschaft der Bahá'í und Mitglied des Vorstands des Hauses der Religionen in Hannover) diskutierten unter der fachkundigen Leitung von Sven Speer vom Forum Offene Religionspolitik und nahmen zu Publikumsfragen Stellung. Für den hpd berichtet Matthias Krause von der Veranstaltung.
Auf der heute in Genf endenden Sitzung des UN-Menschenrechtsrats äußerten die "International Humanist and Ethical Union" (IHEU) sowie die "Pacific Islands Secular Association" (PISA) Besorgnis über die jüngsten Pläne Samoas, das Christentum als Staatsreligion einzuführen.
BERLIN. (hpd) Zumindest auf der Leinwand ist Gott quicklebendig. Denn in den Vereinigten Staaten boomt der Markt für christliche Spielfilme. Mit "Pure Flix" ist nun ein christlich-missionarisches Netflix-Pendant entstanden – eine Streaming-Plattform, die sich auf den Verleih und die Produktion von "glaubens-basierten" Filmen und Serien spezialisiert hat. Deren bislang erfolgreichster Titel "Gott ist nicht tot" ist zwar nicht auszuhalten schlecht und aufdringlich belehrend, gibt aber einen interessanten Einblick in das Selbstverständnis strenggläubiger Christen in den Staaten. Und ungewollt komisch ist er auch.
BERLIN. (hpd) Pastor Roger Jimenez von der Verity Baptist Church im kalifornischen Sacramento vertritt die Auffassung, dass Christen nicht um die Opfer von Orlando trauern sollten, da Gott für Homosexuelle die Todesstrafe vorgesehen habe.
BERLIN. (hpd) Selten hat die Äußerung eines Politikers zu einer solch anhaltenden und teilweise aufgeregten Diskussion geführt wie die Bemerkung von Christian Wulff bei seiner Rede am 3. Oktober 2010: "Aber der Islam gehört inzwischen auch zu Deutschland."
BERLIN. (hpd) Kapitel im Neuen Testament der Bibel, die sich über alle vier Evangelien erstrecken und nur zusammen einen Sinn ergeben, lassen den Schluss zu, dass ein einziger Leitautor das Neue Testament als IQ-Test konzipierte. Die Prophezeiungen sowie die Assoziationen zum Aufstand in Judäa datieren die Entstehung der Schriften auf einen Zeitraum nach dem Jahr 70 u. Z. Zudem berichten die Evangelien von drei Personen mit dem Titel "Erlöser". Was ist die plausibelste Erklärung für diese Tatsachen? Wozu dienten die Evangelien?