Christentum

Slavoj Žižek plädiert für einen "christlichen Atheismus" – und verliert sich im eigenen Labyrinth

Der slowenische Philosoph Slavoj Žižek ist für provokative Thesen und Auftritte bekannt, so im Herbst 2023 auf der Frankfurter Buchmesse, als er mit seiner Eröffnungsrede zu Israel und Palästina für Tumulte im Saal sorgte. Auch in seinem neuen Buch "Christlicher Atheismus – Wie man ein wahrer Materialist wird" bleibt Žižek seinem Stil treu: intellektuell überfrachtet, bewusst widersprüchlich und mit einem Hang zum Furor. Wer klare Argumentationslinien oder systematische Gedankenführung sucht, wird allerdings enttäuscht.

Wie Lukian nach Europa kam

Vierzig Jahre lang hat sich Heinz-Günther Nesselrath, Professor für Klassische Philologie und Gräzistik, mit Lukian intensiv auseinandergesetzt. Nun legt er das Destillat dieser jahrzehntelangen Beschäftigung vor. Sein Buch "Lukian von Samosata" mit dem Untertitel "Der Weg eines Syrers ins Römische Reich und in die europäische Geisteswelt" ist eine außerordentlich kenntnisreiche Biographie, die in einer leichten, stilvollen Sprache verfasst ist und den Leser bis zur letzten Seite fesselt.

Die Bessunger Schule

Ein Schulgottesdienst, der spaltet

Es geht zwar nur um zwei Unterrichtsstunden, vor allem aber geht es um Grundsätzliches: Inwieweit darf eine (nicht konfessionsgebundene) Schule während der Unterrichtszeit einen christlichen Schulgottesdienst organisieren? Wie wirkt eine solche religiöse Veranstaltung auf das soziale Gefüge der Schülerinnen und Schüler?

Texas State Capitol in Austin

Die "Zehn Gebote" per Gesetz

Vor dem Kapitol im US-Bundesstaat Texas stehen sie schon, nun sollen die "Zehn Gebote" auch in jeder staatlichen Schule ausgehängt werden. Bürgerrechtsgruppen halten das für verfassungswidrig und gehen rechtlich dagegen vor.

"Religionsfreie Zone" auf dem Münchner Marienplatz

Kreuzerlass - Bayerns Staatskanzlei verwickelt sich in Widersprüche

Ein Artikel des Humanistischen Pressedienstes und die dadurch ausgelösten politischen Reaktionen haben dazu geführt, dass sich die bayerische Staatsregierung beim Thema "Kreuze in bayerischen Amtsstuben" in argumentative Widersprüche verwickelt. Das wiederum könnte bedeuten, dass die Position von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) im noch laufenden Verfahren vor dem Bundesverfassungsgericht geschwächt ist. Und er am Ende gerichtlich dazu verpflichtet wird, den sogenannten Kreuzerlass zurückzunehmen.

Das Bauernkriegspanorama in Bad Frankenhausen

"Vorbild und Projektionsfläche für spätere emanzipatorische Bewegungen"

Am 27. Mai 1525 wurde Thomas Müntzer hingerichtet, nachdem die aufständischen Bauern knapp zwei Wochen vorher bei Frankenhausen in Thüringen vom Söldnerheer der Fürsten besiegt worden waren. Anlässlich des Jahrestages ist im Alibri Verlag ein Sammelband erschienen, der Müntzers Leben und die unruhige Zeit, in der er wirkte, untersucht. Der hpd sprach mit den Herausgebern Karsten Krampitz und Albert Scharenberg.

Weltpremiere des Films Ben Hur

Kino für Gott

Das Kino hat schon immer große Geschichten erzählt – über Liebe, Krieg, Verrat und Hoffnung. Kein Wunder also, dass auch die christliche Botschaft ihren festen Platz auf der Leinwand gefunden hat. Manche Filme tragen ihren religiösen Anspruch offen zur Schau, andere verstecken ihn geschickt hinter universellen Themen wie Erlösung, Vergebung oder Opferbereitschaft.

Heilige Likes – Wie deutsche Christfluencer den Glauben vermarkten

Sie beten, predigen und posieren vor Sonnenuntergängen: Auf Instagram, YouTube und TikTok inszenieren sich sogenannte Christfluencer als Sprachrohr Gottes in digitaler Mission. Mit Bibelversen im Reels-Format, modischen Outfits und sanftem Dauerlächeln verbreiten sie eine Mischung aus Selbstoptimierung, konservativen Moralvorstellungen und "Jesus liebt dich"-Content. Was harmlos wirkt, ist Teil einer wachsenden Erweckungsbewegung im Netz – mit deutlichen Tendenzen zu Kommerz, politischer Aufladung und dogmatischer Verengung.

Symbolbild

Keine Befreiung vom Schwimmunterricht aus religiösen Gründen

Allein das Betreten des Schwimmbades sei eine "Todsünde". So argumentierten die Eltern dreier Kinder aus dem baden-württembergischen Landkreis Tuttlingen. Aus religiösen Gründen müssten ihre Kinder vom Schwimmunterricht befreit werden. Das hatte die zuständige Behörde abgelehnt. Dagegen zogen die Eltern vor das Verwaltungsgericht Freiburg. Erfolglos.