Immer wieder steht Kamerun wegen seiner fragwürdigen Menschenrechtslage international in der Kritik. Vor kurzem kam es im Justizsystem erneut zu einem kuriosen Fall: Zwei Transfrauen wurden zu jeweils fünf Jahren Haft verurteilt – wegen "versuchter homosexueller Handlungen".
Seit es Legofiguren gibt, sind sie eine Aufforderung an Kinder, mit Identitäten zu spielen. Geschlechtskonzepte aufzulösen. Körperkonzepte durcheinanderzuwirbeln. Der Kopf mit dem Stoppelbart landet auf einer Feenfigur, ein Oberkörper geht unten als Mauerstein weiter, aus dem nächsten Kopf wächst ein Blumenstrauch etc.
Der religionskritische Blogger und Aktivist Amed Sherwan läuft gerade "Queer durch Deutschland", um Spenden für ein selbstorganisiertes LGBTI-Projekt in Irakisch-Kurdistan zu sammeln. Queere Menschen sind dort nämlich zunehmend den Repressionen von fundamentalistischen Gruppen ausgesetzt und auf Unterstützung angewiesen.
Die kanadische Abgeordnete Tamara Jansen hatte jetzt kürzlich ihre 15 Minuten des Twitter-Ruhms, und um die zu bekommen, wählte sie den einfachsten Weg: rechtschaffene Doofheit. Vor einem weißen Setzkasten von Schrankwand sitzend, schaltete sie sich in die laufende Video-Parlamentssitzung ein, und es gab ein Thema zu besprechen, an dem religiöse Konservative ihre eigene Nächstenliebe-Kompetenz so richtig gut durchexerzieren können: Homosexualität!
Ein Selfie mit einem schwulen Reality-TV-Star, gepostet auf Instagram, genügte der Leitung eines Münchner Priesterseminars, um einen Priesterschüler zu feuern. Für den 21-jährigen Henry Frömmichen bedeutete dies das abrupte Ende eines Lebenstraums.
Autos und Flugzeuge, Hund und Katz, sie alle erhalten den Segen der katholischen Kirche. Doch für die Partnerschaft zweier Menschen gleichen Geschlechts gibt es keinen solchen göttlichen Schutz, wie der Vatikan am Montag vergangener Woche bekräftigt hat.
Immer wieder haben sich liberale Katholiken Hoffnungen gemacht, dass ihre Kirche doch noch im 21. Jahrhundert ankommen könnte. Mit der expliziten Ablehnung der Segnung homosexueller Paare hat die Glaubenskongregation diese Hoffnungen wieder einmal zunichte gemacht.
Als vierzehnter Bundesstaat von Mexiko hat Puebla am 4. November das Recht auf gleichgeschlechtliche Ehe im Kongress verabschiedet und dazu zehn Paragraphen des Zivilgesetzbuches gestrichen, welche die Ehe als Verbindung nur zwischen Mann und Frau beschrieben. Ein großer Schritt im katholisch-konservativen Mexiko. Aktivist*innen mahnen jedoch, dass noch weitere Menschenrechte – zum Beispiel in Bezug auf Adoption oder Abtreibung – zu erkämpfen seien.
Vor einer Woche erschien beim hpd ein Artikel über den Dokumentarfilm "Francesco", in dem Papst Franziskus einen Schritt auf Homosexuelle zugeht und gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften fordert – oder doch nicht? Wie sich herausstellte, schnitt Regisseur Jewgeni Afineevsky unveröffentlichtes Material aus dem Jahr 2019 geschickt zusammen. Folgenlos war die Dokumentation allerdings nicht, wie die darauffolgende Beklemmung in den beiden vatikanischen Pressebüros beweist.
Gemäß der jüngsten polnischen Bischofskonferenz gilt Homosexualität als unnatürlich und ungesund. Dabei wurde empfohlen, diese unter bestimmten Bedingungen mittels einer Therapie zu beseitigen. Die menschenfeindliche Einstellung, wonach Homosexualität heilbar sei, führt in Polen – befördert durch hochrangige Geistliche – auch weiterhin zu Stigmatisierungen, die die Psyche vieler Betroffener enorm belastet.
In Australiens Hauptstadt sollen ab Anfang nächsten Jahres so genannte Konversionstherapien, die die geschlechtliche Identität oder sexuelle Orientierung hin zu einer vermeintlichen Norm verändern sollen, für Schutzbedürftige verboten sein. Zuwiderhandlungen sollen mit Geld- und Haftstrafen geahndet werden. Während christliche Organisationen bereits wohlmeinende Eltern im Gefängnis sehen, geht das Gesetz anderen nicht weit genug.
Schwule und Lesben in Gabun müssen nicht mehr mit dem Gefängnis rechnen. Das Parlament in dem westafrikanischen Staat votierte Ende Juni für eine Abschaffung des Homosexualität-Verbots. Doch bis zuletzt hatte eine Gruppe von Priestern versucht, die Legalisierung zu kippen.
Im türkischen Fernsehsender der Muslimbruderschaft "Watan TV" erklärt die Moderatorin Hala Samir ausführlich, was der Prophet und die Gelehrten zur Homosexualität zu sagen haben. Die Streitfrage ist laut der Moderatorin lediglich, wie die Hinrichtungen vollstreckt werden sollten.
Laut einer weltweiten Erhebung des Pew Research Centers sind Menschen, die Religion in ihrem Alltag als weniger wichtig einstufen oder gar keiner Religion angehören, toleranter gegenüber Homosexualität. Aber auch andere Faktoren spielen eine Rolle, wie Wohlstand, Bildung, Alter oder die politische Orientierung.
Vergangene Woche hat der Schweizer Nationalrat für die Ehe für alle votiert. Auch Samenspenden an lesbische Paare sollen nun möglich werden. Jetzt muss noch der Ständerat zustimmen. Konservative wollen das nicht so einfach hinnehmen und versuchen, eine Volksabstimmung zu initiieren. Wer sich bei all dem heraushält, ist die katholische Kirche.