In Österreich ist eine Diskussion um das "Grüß Gott" entbrannt. Dabei ist der in Österreich und Süddeutschland traditionelle Gruß keineswegs das einzige religiöse Relikt in unserer Alltagssprache, weiß Roland Gugganig.
Zwei Volksschulen in Österreich hatten angekündigt, statt Adventsfeiern "ethische Rituale" mit den Schulkindern zu begehen. Im christlich-konservativen Lager entfachte das einen Sturm der Empörung.
In zwei Entscheidungen hat der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) die Klagen österreichischer Anhänger des Fliegenden Spaghettimonsters zurückgewiesen. Diese fühlen sich vom Gericht nicht ernst genommen.
In Österreich ist aufgrund der Bemerkung eines Politikers während eines parlamentarischen Untersuchungsausschusses eine herzhafte politische Debatte über das Grüßen und die Aktualität des Grußes "Grüß Gott" entstanden.
Der Religionsunterricht beginnt zu bröckeln. Nicht weil die Schüler*Innen sich abwenden, das auch, nein, weil es immer weniger Lehrer gibt, die sich dem "missio canonica" unterwerfen wollen, der kirchlichen Lehrbefugnis, mit allen möglichen Auflagen, nämlich dass sie mit den offiziellen kirchlichen Lehren vertraut und ihnen verpflichtet sind. Das bedeutet unter anderem auch, wie ich im Bekanntenkreis selbst erlebt habe, dass eine junge Frau zum Kardinal zitiert wird, wenn diese sich scheiden lässt.
Einen einfachen und für jeden zugänglichen Weg für den assistierten Suizid fordert Dr. Isolde Lernbass-Wutzl, Sprecherin der Österreichischen Gesellschaft für ein humanes Lebensende (ÖGHL) anlässlich des Welttags des Rechts auf Sterben am heutigen 2. November.
Der bislang letzte Covid-19-bedingte Lockdown in Österreich trat am 22. November 2021 in Kraft und dauerte bis zum 11. Dezember. Doch für die Kirchen galt er nicht – im Gegensatz zu anderen Kulturveranstaltungen. Dass dies gleichheitswidrig war, urteilte jetzt der Verfassungsgerichtshof.
Der Suizid der Ärztin Lisa-Maria Kellermayr erschüttert derzeit nicht nur Österreich. Monatelang wurde sie mit Morddrohungen konfrontiert, weil sie öffentlich über Corona aufklärte und Impfungen empfahl. Ihr Tod ist nicht zuletzt eine Folge des fahrlässigen Kuschelkurses staatlicher Institutionen mit der Querdenker-Bewegung.
Es stünde Österreich gut an, statt einer Glorifizierung der Habsburger Monarchie endlich jener zu gedenken, die als Erste für Demokratie und Grundrechte auf die Straße gingen.
Atheistische und humanistische Gruppen in Österreich sind vom Tod der Gründerin der Säkularen Flüchtlingshilfe in Österreich, Mag. Silvia Gerger, tief betroffen. Der hpd dokumentiert die Gemeinsame Erklärung von Dustin Krinzer, Mag. Balázs Bárány und Dr. Andreas Gradert für die Atheisten Österreich und den Humanistischen Verband Österreich.
Am 8. Dezember brachte Peter Postmann, der Gründer von FFPride2 mit Hilfe der Piratenpartei Österreichs gegen Papst "Franziskus" und weitere Personen eine Sachverhaltsdarstellung bei der Staatsanwaltschaft Wien ein, um den Verdacht der Verhetzung gegen homosexuelle Menschen prüfen zu lassen. Für alle genannten Personen gilt die Unschuldsvermutung.
Papst Franziskus vertritt eine diskriminierende Haltung gegenüber Homosexuellen. Das hat ihm und der katholischen Kirche eine Anzeige wegen Volksverhetzung eingebracht. Die Sache liegt nun bei der Staatsanwaltschaft Wien.
Seit Anfang September 2021 existiert der Ethikunterricht als normales Unterrichtsfach an österreichischen Mittelschulen. Für SchülerInnen der neunten Schulstufe, die keinen konfessionellen Religionsunterricht besuchen, ist er verpflichtend. Er kann aber auch nur mit einer Abmeldung von Religion in der ersten Schulwoche besucht werden. Weitere Aspekte verringern ebenfalls seine Attraktivität.
Am 17. November twitterte der zweimal gescheiterte Ex-Bundeskanzler von Österreich: "Rund 80 Prozent der Menschen, die weltweit aufgrund ihres Glaubens verfolgt werden, sind Christen". Sein Tweet bescherte ihm hunderte von hämischen Kommentaren wie Zitate aus sichergestellten Chats, in denen er seine Parteikollegen gebeten haben soll, beim Druck auf die Kirche "Vollgas zu geben". Aber was ist inhaltlich dahinter?
Sowohl die Österreichische Gesellschaft für ein humanes Lebensende (ÖGHL) als auch der Humanistische Verband Österreich (HVÖ) begrüßen den aktuell vorliegenden Gesetzesentwurf zur Regelung der Freitodhilfe. Auch der geplante Ausbau palliativmedizinischer Einrichtungen trifft bei beiden Organisationen auf positiven Widerhall.